Bartels, J.: Zur Berechnung der täglichen Luftdruckschwankung,
von den vier Jahreszeitenmitteln weicht nur der Herbst um 4.2° = 8 Zeitminuten
vom Jahresmittel ab! a, ist ebenfalls sehr konstant, abgesehen von einem scharf
ausgeprägten Winterminimum (bei konstanter Phase) mit a, = 0.039 mm, das
wohl mit dem Hauptminimum der „Margulesschwingung‘“ zusammenhängt.
8-stündige Welle: Snow Hill (64.4° S) und Kerguelen (49° S) zeigen
deutlich alle Eigentümlichkeiten der planetarischen dritteltägigen Schwankung‘),
während „Gauß“-Station und Framheim weiter im Süden nichts mehr davon zeigen.
i) Das Vektordiagramm der täglichen Schwankung, Für die Darstellung
de Tr jahresperiodischen Veränderung Vektordiagramm für die Jahresperiode
einer täglichen Schwankung bedient gepx gritteltägigen Luftdruckschwankung zu Paris,
man sich des Isoplethendiagramms, am,
Auch für die einzelnen harmonischen
Komponenten — z. B. die 12-stündige
Welle — kantı man Isoplethen zeichnen ?);
meistens zeichnet man jedoch Kurven
für die Jahresperiode der Amplitude ay
und des Phasenwinkels A, getrennt).
Beide Darstellungen haben einen Schön-
heitsfehler: Bei kleiner Amplitude
(wie z. B. bei der 24-stündigen Luft-
druckwelle im Winter unserer Breiten)
wird die Phasenzeit unsicher; die Null-
Isoplethe bzw. die Kurve für die Jahres-
periode des Phasenwinkels A,*) zeigen
deshalb im allgemeinen an diesen Stellen
auffällige, jedoch nicht physikalisch
begründete Sprünge. Zur Darstellung
jahresperiodischer Veränderungen von
harmonischen Wellen empfiehlt sich des-
halb ein Vektordiagramm, in dem py, dv
als rechtwinklige Komponenten, a,, A,
als Betrag und Azimut des die A tägige
Welle darstellenden Vektors erscheinen.
Am besten schreibt man an die Strahlen
des Polarkoordinatensystems statt A,
sogleich die Zeit des Maximums der be-
treffenden Welle an. Jedem Monats-
wert der Welle entspricht dann ein
Punkt des Netzes. Nur ein Beispiel:
Die Figur zeigt das Vektordiagramm
für die Jahresperiode der dritteltägigen
Luftdruckschwankung zu Paris®). Die
P3 Sind als Abszissen, die q, als Ordi-
naten aufgetragen; a; = Yp?-+Fq,? ist Maßstab:
der Betrag des Vektors, Az = arctg Te 1 cm der Zeichnung entspricht 0.02 mm Luftdruck,
sein Azimut gegen die Ordinatenachse. Die mit römischen Ziffern: bezeichneten
Punkte stellen die Endpunkte der Vektoren für die betreffenden Monate dar;
sie sind geradlinig verbunden, wodurch das Umschlagen der Phasenzeit zur Zeit
der Aquinoktien besonders deutlich wird. Die Zahlen am Rande geben die Zeit
des ersten Maximums.
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7m.
ı) Hann, Wiener Denkschriften 1918, S. 1.
') J. Schneider, Archiv der Deutschen Seewarte 1904, Nr, 4,
’) Z. B. Börnstein, Sitz,-Ber, d, Wiener Ak,, IIa, Bd, 113, 1904, S. 731—734,
‘) Beide Kurven sind natürlich identisch.
>) Werte für die pz, q3 nach Hann, Wiener Denkschriften 1918, S. 45.