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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

artels, J.: 
Zur 
Perechnung der täglichen Luftdruckschwankung 
dr 
in unserem Falle notwendige — Verallgemeinerung der einfachen Auswahl „ruhiger 
Tage“, bei denen den ruhigen Tagen das Gewicht 1, den gestörten das Gewicht 0 
gegeben wird. 
N Die Frage nach der zweckmäßigsten Gewichtsverteilung wird durch folgende 
Überlegungen beantwortet: Der günstigste Fall wäre der, daß der unperiodische 
Gang stets geradlinig von 0h Vm., bis 12b Nm. verliefe, also nur zu Mitternacht 
Knicke zeigte, denn dann könnte er durch die Lamontsche Korrektion völlig 
eliminiert werden. Störend wirken nur die Abweichungen von diesem gerad- 
linigen Gange, wie sie etwa durch eine Zyklone bewirkt werden, deren Troglinie 
um Mittag passiert und eine trichterförmige Einbuchtung in der Barographen- 
kurve verursacht. Eine einzige derartige Zyklone von 12 mm „Tiefe“ bewirkt 
im Monatsmittel noch eine Beule von 5 = 0.4mm, was meist die Amplitude des 
wirklichen täglichen Ganges in höheren Breiten bereits übertrifft, namentlich im 
Winter, Vom gesamten unperiodischen Gange eines Tages erscheint — bei An- 
wendung der Lamontschen Korrektion — im Monatsmittel nur die Abweichung 
vom linearen Gang von Mitternacht zu Mitternacht; diese wird um So größer 
sein, je stärker die Barographenkurve gekrümmt ist. Es erscheint also ratsam, 
die mittlere Abweichung vom linearen Gange als Maßstab für das 
Gewicht einzuführen, 
Dieser Gedanke hat sich jedoch als praktisch undurchführbar erwiesen, 
weil die erforderlichen Rechnungen über jedes vernünftige Maß hinausgehen. 
Die Schwierigkeit wird umgangen, indem statt der in den Tabellen ver- 
zeichneten Barometerstände nur die Änderungen von Stunde zu Stunde 
betrachtet werden. Seien bo, b, ... b,4 die an einem Tage von 0% Vm, bis 12 Nm, 
beobachteten Barometerstände; a, sei die Änderung von der Stunde (v-— 1) auf 
die Stunde v, also ay = by — by_ 1 (Einheit !/,, mm, wegen der üblichen Anlage 
Ä 24 
der Tabellenwerke). — Die Mitternachtsdifferenz d ist: d= by — bj = Yay. 
vy=1 
Denken wir uns die Lamontsche Korrektion für den Tag angebracht, so werden 
die stündlichen Änderungen der korrigierten Barometerstände by, die wir ay 
nennen wollen, gegeben durch by’ — b';_.ı=ay = 8y— Es Das Gewicht eines 
Tages setzen wir umgekehrt proportional der Summe der Quadrate 
der korrigierten stündlichen Änderungen av. Den an und für sich will- 
kürlichen Proportionalitätsfaktor wählen wir (mit */,, mm als Einheit für av’) 
gleich 100, so daß das Gewicht wird 
24 
p = 100: Yay/? 
Yy=1 
Für die Zweckmäßigkeit dieser Wahl von p spricht folgendes: 
1. Große Abweichungen vom linearen Gang sollen das Gewicht möglichst 
stark vermindern, deshalb die Summe von av’? statt von |av’] im Nenner. 
“ 24 24 2 
2. Die bequeme Berechnung: Yav?= 3 az 
.. v=1 Y=1 
3. Insoweit die Änderungen a,’ als gleichwahrscheinlich positiv und negativ 
anzusehen sind, lassen sie sich als zufällige Fehler im Sinne der Theorie 
der Beobachtungsfehler auffassen!). Es gilt für sie dann das Fehler- 
fortpflanzungsgesetz. Nun ist die mittlere Anderung m für einen Tag gegeben 
' 24 . 
durch m? — ar Xay’?, also ist p = T- :m?%, Das Gewicht des Monatsmittels 
Y=1 an 
wird P = Xp; daraus läßt sich die zu erwartende mittlere Anderung von 
Stunde zu Stunde im Monatsmittel, die M, heiße, wegen P = A M.? berechnen 
zu M.? = iS, Andererseits kann man aber auch die wirkliche mittlere 
1) Die Berechtigung dieser Annahme wurde u.a. nach dem Cornuschen Satze geprüft, Vgl. 
zum folgenden etwa Jordan, Handb. d. Vermessungsk., I, 7. Aufl, 1920, 88 5, 6, 8. 
Ann. d. Hydr, usw. 1923, Heft VIL
	        
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