artels, J.:
Zur
Perechnung der täglichen Luftdruckschwankung
dr
in unserem Falle notwendige — Verallgemeinerung der einfachen Auswahl „ruhiger
Tage“, bei denen den ruhigen Tagen das Gewicht 1, den gestörten das Gewicht 0
gegeben wird.
N Die Frage nach der zweckmäßigsten Gewichtsverteilung wird durch folgende
Überlegungen beantwortet: Der günstigste Fall wäre der, daß der unperiodische
Gang stets geradlinig von 0h Vm., bis 12b Nm. verliefe, also nur zu Mitternacht
Knicke zeigte, denn dann könnte er durch die Lamontsche Korrektion völlig
eliminiert werden. Störend wirken nur die Abweichungen von diesem gerad-
linigen Gange, wie sie etwa durch eine Zyklone bewirkt werden, deren Troglinie
um Mittag passiert und eine trichterförmige Einbuchtung in der Barographen-
kurve verursacht. Eine einzige derartige Zyklone von 12 mm „Tiefe“ bewirkt
im Monatsmittel noch eine Beule von 5 = 0.4mm, was meist die Amplitude des
wirklichen täglichen Ganges in höheren Breiten bereits übertrifft, namentlich im
Winter, Vom gesamten unperiodischen Gange eines Tages erscheint — bei An-
wendung der Lamontschen Korrektion — im Monatsmittel nur die Abweichung
vom linearen Gang von Mitternacht zu Mitternacht; diese wird um So größer
sein, je stärker die Barographenkurve gekrümmt ist. Es erscheint also ratsam,
die mittlere Abweichung vom linearen Gange als Maßstab für das
Gewicht einzuführen,
Dieser Gedanke hat sich jedoch als praktisch undurchführbar erwiesen,
weil die erforderlichen Rechnungen über jedes vernünftige Maß hinausgehen.
Die Schwierigkeit wird umgangen, indem statt der in den Tabellen ver-
zeichneten Barometerstände nur die Änderungen von Stunde zu Stunde
betrachtet werden. Seien bo, b, ... b,4 die an einem Tage von 0% Vm, bis 12 Nm,
beobachteten Barometerstände; a, sei die Änderung von der Stunde (v-— 1) auf
die Stunde v, also ay = by — by_ 1 (Einheit !/,, mm, wegen der üblichen Anlage
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der Tabellenwerke). — Die Mitternachtsdifferenz d ist: d= by — bj = Yay.
vy=1
Denken wir uns die Lamontsche Korrektion für den Tag angebracht, so werden
die stündlichen Änderungen der korrigierten Barometerstände by, die wir ay
nennen wollen, gegeben durch by’ — b';_.ı=ay = 8y— Es Das Gewicht eines
Tages setzen wir umgekehrt proportional der Summe der Quadrate
der korrigierten stündlichen Änderungen av. Den an und für sich will-
kürlichen Proportionalitätsfaktor wählen wir (mit */,, mm als Einheit für av’)
gleich 100, so daß das Gewicht wird
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p = 100: Yay/?
Yy=1
Für die Zweckmäßigkeit dieser Wahl von p spricht folgendes:
1. Große Abweichungen vom linearen Gang sollen das Gewicht möglichst
stark vermindern, deshalb die Summe von av’? statt von |av’] im Nenner.
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2. Die bequeme Berechnung: Yav?= 3 az
.. v=1 Y=1
3. Insoweit die Änderungen a,’ als gleichwahrscheinlich positiv und negativ
anzusehen sind, lassen sie sich als zufällige Fehler im Sinne der Theorie
der Beobachtungsfehler auffassen!). Es gilt für sie dann das Fehler-
fortpflanzungsgesetz. Nun ist die mittlere Anderung m für einen Tag gegeben
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durch m? — ar Xay’?, also ist p = T- :m?%, Das Gewicht des Monatsmittels
Y=1 an
wird P = Xp; daraus läßt sich die zu erwartende mittlere Anderung von
Stunde zu Stunde im Monatsmittel, die M, heiße, wegen P = A M.? berechnen
zu M.? = iS, Andererseits kann man aber auch die wirkliche mittlere
1) Die Berechtigung dieser Annahme wurde u.a. nach dem Cornuschen Satze geprüft, Vgl.
zum folgenden etwa Jordan, Handb. d. Vermessungsk., I, 7. Aufl, 1920, 88 5, 6, 8.
Ann. d. Hydr, usw. 1923, Heft VIL