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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli 1923.
trüben Tagen besteht; dieser muß nur auf anderem Wege als bisher ermittelt
werden.
Der einzige Ansatz auf diesem Gebiete ist eine Arbeit von N. Ekholm}),
der bei ähnlichen Untersuchungen auf dieselbe Schwierigkeit stieß. Die Methode
besteht in folgendem: Man denke sich die homologen Stundenwerte der aufeinanderfolgenden
Tage durch Gerade verbunden, Während nun die gewöhnliche
Lamontsche Korrektion darin besteht, die von 0 Vm, bis 12h Nm, laufende
Gerade in die Horizontale zu drehen (in etwas ungenauer Ausdrucksweise), will
Ekholm diese Korrektion auf jedes 24-stündige Intervall bzw. jede der Geraden
anwenden. — Bei genauerem Zusehen erkennt man leicht, daß das Ziel
— Parallelität aller Geraden zur Zeitachse — deshalb nicht erreicht wird,
weil bei keiner Drehung die vorhergehenden berücksichtigt werden; im Gegenteil:
eine Parabel in der Barographenkurve von der Form y = a (0b + x)? +6
(x = Zeit, Einheit = 1 Tag; y Luftdruck, a, b, ce Konstante) erscheint z. B nach
Anwendung der Korrektion nur gespiegelt: y = — a (b + x)? + d. Diese Methode
erscheint deshalb unbrauchbar.
d) Korrektion durch fortlaufende Mittel. Ungezwungener ist der Gedanke,
die Abweichungen nicht vom Tagesmittel, sondern vom Mittel der jeweils
umliegenden 24 Stunden zu betrachten. Die Amplitude einer Sinuswelle der
Länge 4 (4 in Tagen gerechnet, von einem Maximum zum nächsten) wird durch
sin —
diese Korrektion im Verhältnis ( — — ) :1 verkleinert, d.'h.: völlige Elimi-Ä
nation langwelliger Störungen (1 cu co), während der tägliche Gang = Summe
von Wellen mit 4 = £) unberührt bleibt. Sehr unangenehm wirken bei dieser
Art der Elimination die kurzwelligen unperiodischen Störungen (Zyklonen) mit
etwa 4 = 1 bis 1, denn deren Amplitude wird bis zu 5 vergrößert. Immerhin
bedeutet diese Korrektion bei heiteren und trüben Tagen einen großen Fortschritt
gegenüber der einfachen Lamontschen; die erwähnten riesigen Kurven Bodmans
für Snow Hill erweisen sich so z. B. als unperiodisch bedingt usw.
e) Allgemeinere Problemstellung. Wir setzen uns jetzt das allgemeinere
Ziel, nämlich: überhaupt unperiodische Schwankungen möglichst zu
eliminieren, also auch z. B. aus Monats- und Jahresmitteln. Bisher ging man
der Schwierigkeit aus dem Wege, indem man nur Jangjährige Beobachtungsserien
benutzte (Hann z. B. in seinen letzten Arbeiten mindestens 5-jährige) und auf
kurze Reihen verzichtete. Denn wie stark in letzteren die unperiodischen Schwankungen
das Bild entstellen können. (selbst, wo sie nicht so systematisch wirken,
wie bei der Auswahl heiterer und trüber Tage), zeigt ein Blick auf die sonderbaren,
von Monat zu Monat ganz regellos wechselnden „täglichen Luftdruckgänge“
die in den Ergebnissen der Südpolar-Expeditionen erscheinen?). In
der Tat ist dort „die Verschiedenheit so groß, daß man vergebens nach einer
Gesetzmäßigkeit sucht“3). Hier versagen alle drei Methoden (die von Lamont,
Ekholm und die Korrektion durch fortlaufende Mittel), weil sie alle nur von
den Beobachtungswerten am Anfang und Ende einer zusammenhängenden Serie
abhängen, also nie eine noch so große unperiodische Schwankung inmitten einer
Reihe eliminieren können. Will man nicht auf die Verwertung kurzer Reihen
für die Frage der täglichen Luftdruckschwankung überhaupt verzichten, so muß
mithin nach einer ganz andersartigen Methode gesucht werden.
f) Die Gewichtsmethode. Der zum Ziel führende Gedanke besteht darin,
die einzelnen Tage je nach der Stärke ihres unperiodischen Ganges
mit verschiedenem Gewicht zu belegen, Das ist eine konsequente — und
1) N, Ekholm, Zeitschr. d. österr. Ges. £. Meteor., Bd. 20, 1885, S. 81. Referat bei Burkhardt,
Enzykl. d. math. Wiss., I1A 9, S. 666.
2) Z.B. die gänzlich verschiedene „tägliche Schwankung‘“ der Winter 1902 und 1903 in
Snow Hill nach Bodman (Schwed. Südp.-Exp. II, Meteorologie, Liefg. 4, S, 28; Tafel 2) usw.
8) W. Meinardus, „Deutsche Südpolar-Exp.“ (E. v. Drygalski), Bd, IM, 1, 8. 27.