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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Thorade, H.: Schiffsmagnetismus und Ekman-Merz-Strommesser. 149 
ziehung m/o? H = 2,08 könnte man sogar versucht sein, m = 2.08- 02H = 33.10*. Hc.g.s 
= 6-10%c.g.8 als Stärke des angenommenen Schiffspols zu berechnen, doch hätte dies angesichts 
der begangenen Vernachlässigungen nur den Charakter einer ganz überschläglichen Schätzung 
der Größenordnung für die Polstärke des Schiffes, zumal die Wirkungen des allerdings entfernteren 
und vielleicht nicht so konzentrierten Südmagnetismus nicht berücksichtigt würden, 
3. Krängungsfehler. Zu dem in der Lehre von der Deviation bekannten 
Fehler infolge anderer Lage der Eisenteile zum Kompaß, sobald das Schiff sich 
seitwärts neigt, treten hier noch zwei andere: Erstens verändert sich beim 
Überholen auch der Abstand des Kompasses vom Schiffe (um so mehr, je breiter 
dieses ist), und zweitens bleibt bei dieser Ortsveränderung der ganze Strom- 
messer nicht parallel zu sich selbst, sondern er wird sich, da der seitliche 
Wasserwiderstand die Fahne mehr hindert als den Kopf, schräg stellen und, mit 
dem Kopf voran, ein kurzes Stück geschleift werden; von der geringfügigen 
Änderung der Umdrehungszahl des Propellers kann dabei wohl abgesehen werden; 
aber auch die drei erwähnten Ursachen werden, wenn das Schiff nicht Schlag- 
seite bekommt, nur zu Schwingungen um eine Mittellage führen, die sich in 
einer gewissen Streuung der Kugeln äußern; die aus den Kugeln abgeleitete 
Mittelage kann jedoch höchstens mit einem geringen Fehler behaftet sein, wenn 
aur die Beobachtungszeit sich über hinreichend viele Schwingungen erstreckt, 
was meist der Fall sein wird, Bei der erwähnten Genauigkeit von +5° wird 
man daher, außer in geringer Tiefe, von den Krängungsfehlern absehen dürfen. 
4. Schlußbemerkungen. Obwohl die Theorie zu den Beobachtungen auf 
„Peilboot II“ befriedigend stimmt, ist es doch nicht angängig, sie auf andere 
Schiffe zu verallgemeinern. Sogar für Schwesterschiffe erscheint dies nicht un- 
bedenklich, da die magnetische Permeabilität der Eisenplatten durch ihre Be- 
arbeitung, schon bei der Herstellung, stark beeinflußt sein kann. Sodann würde 
außer der Größe noch der Baukurs von Bedeutung sein, Eine Kompensation 
der Nadel ist bisher aus leicht ersichtlichen Gründen nicht möglich gewesen, da 
die hierzu notwendigen Magneten und Weicheisenmassen für jede Tiefe andere 
sein und bei allen Drehungen des Strommessers die gleiche unverrückbare Lage 
zum Schiffe behalten müßten, Man wird daher am besten den ersten, von 
Schumacher beschriebenen Weg beschreiten und die durch die Deviation not- 
wendig werdenden Verbesserungen ermitteln, um sie an den angezeigten Strom- 
richtungen anzubringen. 
Die atlantische Vertikalzirkulation. 
Eine Erwiderung an Professor O0, Pettersson. 
Im Märzheft dieser Zeitschrift nimmt O. Pettersson zu unserer ersten 
Abhandlung über die atlantische Vertikalzirkulation?!) in inhaltlicher und metho- 
discher Beziehung Stellung. Er erklärt, daß unsere Arbeit über die eigent- 
liche Vertikalzirkulation im Atlantischen Ozean keine neuen Aufklärungen ge- 
bracht hat, „denn die Erkenntnis, daß das Wasser in der Sargasso-See eine 
aufsteigende und unter dem Äquator eine sinkende Tendenz besitzt, hat sich 
seit 18 Jahren in der Wissenschaft eingebürgert und ist erworben ausschließlich 
durch Anwendung der Bjerknesschen Theorie“?2), 
Wir können nicht verstehen, wie O. Pettersson auf Grund der Lektüre 
unserer Arbeit zu dieser Auffassung gelangen konnte. Denn wir haben in unserer 
Abhandlung garnicht behauptet, daß in der Sargasso-See eine aufsteigende Be- 
wegung stattfindet, sind vielmehr der klar ausgedrückten Überzeugung, daß in 
der Sargasso-See die Bewegung abwärts geht, und sagen ebensowenig, daß das 
Wasser unter dem Aquator eine sinkende Tendenz besitze, sondern haben aus- 
drücklich an verschiedenen Stellen auseinandergesetzt, daß das Wasser „unter 
dem Aquator in der Hauptsache horizontal hindurchgeht. Dies ist bedingt durch 
') Zeitschr, Ges. f. Erdkunde zu Berlin, 1922, S. 1—35. 
2) Diese Worte beziehen sich auf eine Untersuchung von O. Pettersson und J, W. Sand- 
ström, die in den Svenska Hydrografiska Biologiska Kommissionens Skrifter, Band 1I (1904), er- 
schienen ist.
	        
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