accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Schumacher, A.: Beobachtungen über die Deviation der Kompaßnadel im Ekman-Strommesser. 145 
Deviationskurve für 1 m Tiefe in 0.40 m Schiffsabstand hat einen völlig anderen 
Charakter als die übrigen Kurven. Nur beim Kurse 280° nimmt sie den Wert 
Null an. Auf dem gegenüberliegenden Kurse (etwa 110°) geht die Deviations- 
kurve in diesem geringen Abstand nicht durch 0, sondern durch -+ 180°, Dieser 
Teil der Kurve (zwischen den Kursen 30° bis 150°) ist in Abb. 4 auf Tafel 8 
besonders gezeichnet. Die Nadel des Strommessers zeigt also auf dem 
Schiffskurs 110° genau entgegengesetzt der mißweisenden Richtung. 
Dies führt in der Isoplethendarstellung für 0.40 m Abstand (Abb. 2 auf Tafel 8) 
zur Annahme eines singulären Punktes zwischen 1 und 3m Tiefe!), d. h. in 
dieser Zwischentiefe (von beiläufig etwa 1.25 m) halten sich auf dem Schiffs- 
kurse von etwa 110° Erd- und Schiffsmagnetismus das Gleichgewicht, so daß die 
Kompaßnadel des Strommessers jede beliebige Richtung einnehmen kann. Die 
0°-Isoplethe der größeren Tiefen findet oberhalb des singulären Punktes ihre 
Fortsetzung in der 180°-Isoplethe, die 10°-Isoplethe in der 190°- (bzw. — 170°-) 
Isoplethe usw. Natürlich wird man oberhalb der Wasserlinie, über dem Niveau 
der hauptsächlichsten Eisenmassen des Schiffes, einen zweiten singulären Punkt 
erwarten, in dem sich die Bezeichnungen der Isoplethen wieder um 180° ändern, 
also wieder die gleichen, wie für die größeren Wassertiefen werden. — Für den 
Abstand 0.75 m erscheint in 1m Tiefe die in Abb. 1 (Tafel 8) eingezeichnete 
Deviationskurve durch die Beobachtungen genügend gesichert, zudem stimmt sie 
im Verlauf mit der Kurve überein, die im August 1921 von G. Thiel aus Sicht- 
beobachtungen gefunden wurde. (Diese Kurve ist gleichfalls in Abb. 1 [Tafel 8] 
eingetragen.) Die Scharen der positiven und negativen Isoplethen überschneiden 
sich also für diesen Abstand, wenigstens im Bereich der Beobachtungen, nicht, 
singuläre Punkte treten nicht auf. 
Nach Abb. 1 und 3 (Tafel 8) wird man bei normalem Abstand (in 
Reichweite) selbst auf einem Peilboot (Länge 23, Breite 5, Tiefgang 
nicht ganz 2m) frühestens von 10m Beobachtungstiefe ab die De- 
viation der Kompaßnadel außer acht lassen dürfen, muß aber auch 
dann noch Fehler von etwa !/, Strich in Kauf nehmen. 
Eine dritte Beobachtungsreihe an einer anderen Stelle des Peilbootes, 
weiter nach achtern, zur Untersuchung der Deviationsänderung mit wechselndem 
Ausbringungsort, konnte wegen der zu kurzen Zeit nicht mehr durchgeführt 
werden. In Ermangelung umfangreicheren Materials ist in Abb. 4 (Tafel 8) für 
die Schiffskurse 30—150° die Deviationskurve des Ekman-Strommessers für 
„Poseidon“ in 1 m Tiefe, Steuerbord mittschiffs, nach Beobachtungen im Juli— 
August 1921 von H. Thorade ermittelt, wiedergegeben. Die Kurve hat den- 
selben Verlauf wie diejenige vom Peilboot 2 Steuerbord mittschiffs in 1m Tiefe 
bei 0.40 m Abstand vom Schiff; auf den östlichen Kursen (90—100°) geht sie 
durch + 180°. Gleichzeitig sind in Abb. 4 (Tafel 8) die spärlichen Beobachtungen 
nach Sicht eingetragen, die bereits im Juni 1920 auf „Poseidon“ im gleichen Ab- 
stand vom Schiff in 0m Tiefe Steuerbord achtern gemacht worden sind. Sie 
scheinen einen Charakter der Deviationskurve für diesen Ausbringungsort anzu- 
deuten, der dem für Steuerbord mittschiffs sehr ähnlich ist. Die Beobachtungen 
liegen mehr als ein Jahr auseinander; immerhin zeigen sie aber, daß an den 
beiden Beobachtungsstellen, die auf „Poseidon“ für Strommessungen bisher allein 
in Frage kommen, mit sehr großen Deviationsbeträgen — auch in 5 und 10 m 
Tiefe noch — zu rechnen ist. Nach roher Schätzung auf Grund der Ergebnisse 
von Peilboot 2 würde man auf einem Fahrzeug von den Abmessungen des 
„Poseidon“ (Länge 46, Breite 9, Tiefgang 3.5 m) erst in etwa 20 bis 25 m Tiefe leidlich 
deviationsfreie Richtungsangaben des, Ekman-Strommessers erwarten dürfen, 
Will man den Ekman-Strommesser weiterhin vom seegehenden eisernen 
Fahrzeug aus auch für die geringen Tiefen überhaupt noch zu Richtungsangaben 
verwenden, so bieten sich anscheinend drei Auswege, die aber alle nur als Not- 
behelfe gelten können: 
1. Systematische Deviationsbestimmungen nach Art der im Oktober 1922 
1) Verf. folgt hier einem von H, Thorade gegebenen Hinweis; rein graphisch war hier ein 
leidlich zuverlässiger Kurvenverlauf nicht zu finden. ‘
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.