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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juni 1923. 
darf man auch nicht als feststehend ansehen; vor dem Kaiser Wilhelm II-Land 
erschien das warme Zwischenwasser auf dem Schelf als eine Wärmewelle nur 
am Schluß des Sommers. So werden erst jahreszeitliche Beobachtungen diese 
Frage für das Weddellmeer klären können. Hier zeigte seine obere Grenze ja 
ebenfalls Schwankungen, die Brennecke mit Luftdruckschwankungen paralleli- 
siert; man sieht aber nicht ganz klar, ob es tatsächlich zeitliche und nicht Öört- 
liche Schwankungen gewesen sind, . 
Das VII, Kapitel bringt Einzeluntersuchungen über Alkalinität und Wasser- 
stoffionenkonzentration des Meerwassers sowie über Kohlensäuretension der Luft 
und des Wassers. Sie sind methodisch wichtig und zeigen, wie vielseitig die 
ozeanischen Probleme auf der Expedition bearbeitet worden sind. Es folgen 
noch chemische und physische Beobachtungen über das Meereis, Hierbei wird 
die bekannte Entsalzung desselben mit der Zeit mehr auf Kkristalline Aus- 
scheidungen bei Erkaltung als auf den Ausfluß der Salzlake nach unten zurück- 
geführt. Ich halte den letzteren für weit wichtiger; wenigstens sind die durch 
ihn entsalzten Flächen viel ausgedehnter als die durch Erkaltung entsalzten. 
Auch habe ich oft beobachtet, daß bei starker Erkaltung die Entsalzung gerade 
gehemmt wurde, weil durch sie die Fugen verschlossen wurden, durch welche das 
Salz sonst ausfloß. 
Das VIII. und letzte Kapitel behandelt die Trift der „Deutschland“ im Weddell- 
meer und zeigt ebenso exakt wie interessant durch Windbeobachtungen auf der 
einen, durch Ortsbestimmungen und Strommessungen auf der anderen Seite, daß 
die Geschwindigkeit der Trift proportional der Windgeschwindigkeit ist und daß die 
letztere auch den Winkel zwischen Wind- und Triftrichtung bestimmt. Hierbei 
haben die Messungen mit dem Ekmanschen Strommesser, wie schon vorher vom 
verankerten Boot aus an zwei Stellen des Atlantischen Ozeans, wichtige Resultate 
ergeben, welche hoffentlich zu weiterem Gebrauch desselben anregen werden. 
Zu Brenneckes in diesem Kapitel mitgeteilten. Angaben über das Eis muß ich 
bemerken, daß Pfannkucheneis doch nicht das erste Stadium der Eisbildung ist, 
sondern durch Drehung vorher gebildeter Schollen großen bis kleinsten Umfangs 
entsteht. Auch dürften die von ihm gesehenen Aufwölbungen des Eises nicht 
durch die Ausdehnung bei Temperaturänderungen entstanden sein, die gering 
ist, sondern durch verschiedenartige Bewegungen innerhalb des Feldes, wie sie 
bei dem verschieden tiefen Eintauchen seiner Teile überall vorkommen, 
Ich habe im Rahmen dieses Referates aus dem reichen Inhalt des Werkes 
nicht alles, was neu und wichtig ist, hervorheben können. Besonderes Interesse 
haben z. B. die Sauerstoffbestimmungen, welche wohl noch niemals so zahlreich 
und exakt durchgeführt sind wie hier; sie ergänzen die aus Temperatur- und 
Salzmessungen gewonnenen Ergebnisse und tragen zur Erkenntnis der Strömungs- 
vorgänge wesentlich bei, Wie alle Beobachtungen selbst, so ist auch die Aus- 
wertung aller vollständig und genau, so daß die geleistete Arbeit als vorbildlich 
und die in Brenneckes Werk mitgeteilten Ergebnisse als grundlegend bezeichnet 
werden dürfen. 
Beobachtungen über die Deviation der Kompaßnadel 
im Ekman-Strommesser. 
In amtlichem Auftrage bearbeitet von A. Schumacher, Hamburg, Deutsche Seewarte, 
(Hierzu "Tafel 8.) 
Bei dem Strommesser von Ekman‘), der bislang wohl zu den am meisten 
benutzten Strommessern zählt, dient bekanntlich eine einfache Magnetnadel zur 
Anzeige der Stromrichtung. Wird der Strommesser von einem eisernen oder 
größere Eisenmassen enthaltenden Schiff aus benutzt, so muß natürlich der 
') Vgl. V. W. Ekman, Kurze Beschreibung eines Propell-Strommessers, Publ. de Cire. Nr. 24, 
Kopenhagen 1905. Über die Vervollkommnung des Apparates durch A. Merz siehe A, Merz, Stark- 
and Schwachstrommesser. Veröff. Inst. f. Meereskunde, Neue Folge A, Heft 7, Berlin 1921, S. 114£.
	        
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