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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Kleinere Mitteilungen. — Neuere Veröffentlichungen. 125 
Setzt man bei den Friedmannschen Untersuchungen trockene Luft 
(nz = 2,5, A = 0.98° 05) voraus, so findet man, da bei Isopyknie n = 0 ist, 
labiles Gleichgewicht. 
Der durch Herrn Friedmann neuerlich behandelte und von ihm als 
theoretisch denkbar bezeichnete Fall der Überschichtung leichterer durch 
schwerere Luftmassen wird unter anderen auch von A. Sprung in seinem Lehr- 
buch der Meteorologie (Hamburg 1885), S. 171 mit Berücksichtigung der Art des 
Gleichgewichtes erwähnt. Eine in J. v. Hanns Lehrbuch der Meteorologie in 
der vorliegenden Frage eingeschlichene Ungenauigkeit (2. Aufl, S. 592; 3. Aufl, 
S. 792), die möglicherweise zu einem Mißverständnis betreffend die Bedeutung 
des Stabilitätsbegriffes führen kann, bespricht ausführlich V. Walfrid Ekman 
in einem „Über den Begriff der stabilen Schichtung“ betitelten Aufsatz in der 
Meteorol. Zeitschrift 1920, S. 22, 
Prag, 14. Februar 1923, 
L. W. Pollak. 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Rolle, zweitens kann sie bei dem geringen Format 
der Zeichnung gar nicht zum Ausdruck gebracht 
werden. Zeichnet man sie aber vergrößert aus 
Jidaktischen Gründen, so darf man. die Sonne 
nicht, wie es der Verfasser tut, in den Mittelpunkt 
setzen. — Einen ganz groben Fehler begeht der 
Verfasser bei der Berechnung der Kulminationszeit 
anes Sterns, indem er die Differenz zwischen den 
zeraden Aufsteigungen des Sterns und der mittleren 
Sonne, die unmittelbar gleich der mittleren Orts- 
zeit der Kulmination ist, für Sternzeit ausgibt und 
noch die Zeitverwandlung anbringt, um mittlere Orts- 
zeit zu erhalten, — Die Anwendung der Differential- 
rechnung in der Nautik, in der der Verfasser etwas 
Neues zu sehen glaubt, beschränkt sich bei ihm im 
wesentlichen auf die Ausrechnung des Schiffsortes 
zus dem kleinen Dreieck, das am gegißten Ort als 
nem Eckpunkt durch den Höhenunterschied, 
ainem Stück des Meridians bzw. des Breitenparallels 
and einem Stück der Standlinie als Seiten gebildet 
wird, Die Berechnungsart erhebt sich in keiner 
Weise über ähnliche Arten, wie sie in den be- 
rannten nautischen Lehrbüchern und zahlreichen 
Artikeln dieser Zeitschrift auseinandergesetzt sind, 
Der Abschnitt über die Merkatorkarte bietet 
nichts, was zum Verständnis dieser Kartenprojektion 
lienen könnte, bringt vielmehr in der Hauptsache 
aur eine Ableitung der Formeln für das Segeln 
im größten Kreise und nebenbei Skizzen von 
Merkatorkarten mit eingezeichneten Kugelkreisen, 
die weder das Verständnis fördern, noch irgend- 
welchen praktischen Wert haben, 
Dr. J. Möller, Elsfleth, 
Thurn, H.: Der funkentelegraphische Wetter- 
und Zeitzeichendienst. 82 S., 15 Fig. Berlin 
1923. M. Krayn. 
Die Schrift ist als eine glückliche Zusammen- 
lassung der bisher über das Thema erschienenen 
Veröffentlichungen anzusehen. Neben der geschicht- 
jchen Entwickelung dieser Anwendungszweige der 
IArahtlosen Telegraphie ist besonders auf eine Dar- 
stellung des heutigen Standes des drahtlosen 
Wetter- und Zeitzeichendienstes, wie der hierbei 
zur Anwendung kommenden technischen Methoden 
Wert gelegt worden. In dem Kapitel „Funken- 
telegraphie und Wetterdienst“ ist vor allem die 
Willis, E. J.: Die Mathematik in der Navigation. 
Übersetzt von H. Kuhl. Seemännische Bücherei, 
Bd. 32. 8% 58. Hamburg. 1922, Eckardt 
& Messtorff. 
Der Verfasser sieht einerseits das Verständnis 
der astronomischen Grundbegriffe für den Nautiker 
als wichtig an, hält aber anderseits sphärische 
Geometrie und sphärische Trigonometrie für über- 
Aüssig, obwohl gerade diese Disziplinen zur Aus- 
bildung der räumlichen Anschauung hervorragend 
zeeignet sind. Statt dessen empfiehlt er ebene 
Trigonometrie und Differentialrechnung und statt 
der logarithmischen Rechnung die Benutzung der 
Orelleschen Multiplikationstafeln. Von allem 
anderen zunächst abgesehen glaube ich nicht, daß 
ihm der praktische Nautiker hierin’ beistimmen 
and das Riesenformat der Crelleschen Tafeln den 
gebräuchlichen nautischen Tafeln vorziehen wird. 
Ich kann den Verdacht nicht unterdrücken, daß 
der Verfasser praktische Navigation an Bord in 
größerem Umfange selbst noch nicht getrieben hat. 
Verfasser begründet seine Abneigung gegen die 
Logarithmen damit, daß sie dem „Lernenden die 
Zahlenwerte aller Größen und besonders der 
irigonometrischen Funktionen verhüllen‘“. 
Ja, ist dies „Verhüllen“ nicht das Los jeder 
höheren Rechnungsart, die sich über die nächst 
niedere erhebt und diese vereinfacht? ‚Verhüllt“ 
nicht schon das Multiplizieren die Tätigkeiten des 
Addierens und Abzählens, und sind die trigono- 
metrischen Formeln und die Differentiale, die Ver- 
fasser doch selbst verwendet, ihm in ihrer vollen 
Bedeutung beim Rechnen selbst immer anschaulich 
klar, klarer als die Logarithmen? 
Recht unglücklich erscheint mir der Versuch 
des Verfassers, die gerade Aufsteigung, deren 
Etymologie er, wie aus seinem Angriff gegen das 
Wort hervorgeht, nicht kennt, losgelöst von dem 
Zusammenhang mit übrigen Begriffen der mathe- 
matischen Geographie auf seine Weise erklären zu 
wollen. — Besonders unverständlich ist seine An- 
weisung, wonach bei der graphischen Auflösung 
der Aufgabe der Zeitbestimmung durch den 
Meridiandurchgang eines Sterns die Ellipse der 
Erdbahn projiziert auf die Aquatorebene gezeichnet 
werden soll. Erstens spielt die Exzentrizität der 
Erdbahn bei dieser Lösung nicht die geringete
	        
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