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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Kleinere Mitteilungen. 
Alle Instrumente besaßen Nickelstahlunruhe, Stahlspirale und Federhemmung. 
Die Zugfeder- und die Neigungsprüfung wurden in der gleichen Form wie 
in den früheren Jahren durchgeführt. Die betreffs der Neigungsprüfung zu 
stellenden Anforderungen hatten gegenüber den früheren Prüfungen jedoch in- 
sofern eine Verschärfung erfahren, als im vorigen Jahre festgesetzt worden war, 
daß der Unterschied zwischen dem Flachgang und dem Gang bei geneigtem 
Chronometergehäuse sowie zwischen den Gängen bei entgegengesetzt geneigten 
Stellungen des Zifferblattes nicht größer als 6.00 Sekunden (früher 8.00 Sekunden) 
sein darf, 
Eine wesentliche Veränderung erfuhr das Verfahren für die Untersuchung 
der Abhängigkeit des Ganges der Chronometer von der Temperatur. Während 
bisher der Temperaturunterschied bei je zwei aufeinander folgenden Prüfungs- 
abschnitten jeweils nur 5°C betragen hatte, wurde vor der 46. Prüfung be- 
schlossen, von jetzt ab Temperaturstürze von 12 bis 13°C zugrunde zu legen 
und die Chronometer nur noch bei drei verschiedenen Temperaturen (Wärme, 
Zimmertemperatur und Kälte) zu untersuchen. Gleichzeitig wurde die Dauer 
jedes einzelnen Prüfungsabschnittes von 8 Tagen auf 6 Tage herabgesetzt. 
Mit dem so abgeänderten Verfahren wurden in der 46. Wettbewerbprüfung 
und bei einer im vergangenen Jahre durchgeführten Probeprüfung gute Er- 
fahrungen gemacht, Die gesamte Temperaturprüfung umfaßte zwei Abschnitte 
bei Wärme (etwa 31°), zwei Abschnitte bei Kälte (etwa 6°) und fünf Abschnitte 
bei Zimmertemperatur (rund 19°) in der Reihenfolge: Zimmertemperatur— 
Wärme—Zimmertemperatur—Kälte—Zimmertemperatur— Wärme— Zimmertempe- 
ratur—Kälte— Zimmertemperatur, Auf jeden der sechstägigen Prüfungsabschnitte 
folgte ein „Ruhetag“, der zur Erhöhung bzw. Erniedrigung der Temperatur be- 
nutzt wurde, 
Die in den Veröffentlichungen über die Ergebnisse der früheren Prüfungen 
definierten charakteristischen Größen A und B!) wurden in der gleichen Weise 
wie früher abgeleitet. Die Größe C wurde jetzt jedoch anders definiert: C ist 
der Unterschied zwischen dem größten und dem kleinsten aller bei Zimmer- 
temperatur (abgesehen von der Zugfeder- und der Neigungsprüfung) beobachteten 
mittleren täglichen Gänge. Als Gütezahl, die für die Einordnung der Chrono- 
meter maßgebend ist, wurde die bisher verwandte Summe A + 2B + C auch für 
die 46. Prüfung beibehalten. 
Während alle eingelieferten Chronometer den für die Zugfederprüfung 
festgesetzten Bedingungen genügten, mußte auf Grund des Ergebnisses der 
Neigungsprüfung ein Instrument vom Wettbewerb ausgeschlossen werden, Die 
übrigen 34 Chronometer genügten in der Hauptprüfung (Temperaturuntersuchung) 
sämtlich den für die Ausstellung eines Zeugnisses vorgeschriebenen Anforderungen, 
Von den ausgesetzten sechs Preisen ‚wurde der 1., 2., 4, 5, und 6. Preis 
den Chronometer-Werken, Hamburg, der 3. Preis Herrn Chronometermacher 
Johs, Raabe, Glashütte i. Sa., zuerkannt, 
Eine Gangtabelle, die Zugfeder-, die Neigungs- und die Temperaturprüfung 
umfassend, wurde nebst einer graphischen Darstellung der in der Temperatur- 
prüfung ermittelten Gänge in Steindruck hergestellt und den Interessenten zu- 
gesandt. 
9° 
3. Die Benutzung der loxodromischen Peilbeschickung zur Darstellung 
des Großkreis-Woges in der Seekarte. In Heft IV der Ann. d. Hydr. von 1921 
hat Herr Dr. Maurer eine Meßkarte (Diagramm) gegeben, aus der die sogenannte 
Peilbeschickung zu entnehmen ist, mit deren Hilfe eine (orthodromische) Fern- 
peilung loxodromisch gemacht und somit in die Merkatorkarte als gerade Linie 
eingetragen werden kann. Die darin gelieferten Zahlen (Tafelwert k mal Lg. U.) 
stellen die Winkel dar, unter denen Loxodromen zwischen gegebenen Orten die 
Großkreisbogen zwischen diesen Orten in den Ausgangspunkten schneiden, Über 
diesen ihren Hauptzweck, die Bestimmung des Schiffsortes durch F. T.-Peilungen, 
hinaus hat die Meßkarte eine weitere Bedeutung, die einer anderen Seite des 
1) A gibt ein Maß für den Temperaturfehler des Chronometers; B bezeichnet den „zufälligen“ 
Sprung des mittleren täglichen Ganges,
	        
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