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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

. Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1923. 
Tropen zeigt die Phase der halbtägigen atmosphärischen Mondtide im Mittel 
eine Verzögerung um 26° (Maximum in Samoa 57°), in Greenwich ist jedoch ein 
Voreilen um 24° zu beobachten, ; 
Um die isobarische Verschiebungswelle bei nach Osten und Westen ge- 
richteten Gradienten zu erhalten, wurden alle O,-Perioden des Dezenniums 
1901/02—1910/11 in bezug auf die Gradientrichtung in zwei Gruppen geteilt; 
es kamen dabei in die Gruppe O+ 416 O,-Perioden, in die Gruppe W+ 344. Die 
Mittelwerte für die einzelnen Stunden der O,-Periode wurden nach demselben 
Verfahren berechnet wie bei der Auswertung der N+- und S+-Wellen. Es er- 
gaben sich folgende zwei Reihen: 
Gang des Luftdruckes nach den Stunden der O,-Tide bei nach Osten und Westen 
zunehmendem Druck. 
Richtung des zu- 
nehmenden Druckes 
olıalaı 3141516 
=» 
3 129g | 
un 2 
9+ 4 A 8 708 +02 +20 He +27 Hm +2.0| Pe 
W+ | 4.8 2.3! —1.0' 40,7 41,6! -H2.4| 42.7! +3,7| +50 5.5) „6.2/47.1 
13114135 167 taste 120 1a lee 
923 
Gradienten 
Mittlerer 
Luftdruck 
HH R —23| 7 00/09 5 —1.6| 0=0881, 8 =0.329 | 755,9 
7.0 145/421 0.5 40.3 —2.4! —4.4 —5.7| —7.0) —8,5] —8.4| W = 0.733, S=0.336 | 754.9 
Wie zu ersehen ist, unterscheiden sich die Phasen dieser beiden Wellen 
nur wenig (für O+ ist K = 144°, für W+ 157°), jedoch besteht ein großer Unter- 
schied in der Amplitude (für O+. ist H = 0.024 mm, für W+ 0.066 mm). In 
beiden Reihen haben wir je zwei Wellen, welche identisch in beiden Reihen sind: 
die eigentliche Gezeitenwelle und die isobarische Verschiebungswelle in‘ der 
Richtung S—N (letztere kann als gleich betrachtet werden, da der Gradient Ss 
für beide Reihen beinahe derselbe ist). Die halbe Differenz beider Reihen gibt 
demnach die isobarische Verschiebungswelle in der Richtung 0—W (Abb, 5, Tafel 6). 
Isobarische Verschiebungswelle der O,-Tide bei nach Osten zunehmendem Druck. 
oo) 12 a4 55|6|78 9 un 2 
+22 +16 02 —04|-—05/—04/—02|+08 | 05 —12|-—18|—24 —24 —26 
u | 15 | 16 | 17 )38 | 9 2% |2ı | 2 | % |] Gradienten 
171006 — 10) 00/-+08|+24 +30 +85|434| 0 = 0,807, N = 0.004 
Die harmonische Analyse dieser Reihe ergibt folgende Konstanten: 
x K = 344° H = 0.022 mm. ; 
Die Kurve ist der kleinen Amplitude wegen nicht so regelmäßig wie bei der 
Verschiebungswelle N-—8, doch ist der eintägige Charakter derselben nicht zu 
verkennen. 
Wenn wir nun die Phasen aller verschiedenen Wellen zusammenstellen, so 
erhalten wir: 
Phase . 2. 18° 131° 164° 198° 311° ‚344° 
Luftdruck (Gezeitenwelle) . . . .. .. Maximum Minimum 
Größte Verschiebung der Luft (von) . . W Ss 0 
Bei Abwesenheit von Reibung müßte die Phase größter Verschiebung gleich 
sein 131° + 90° = 221° oder 41°; die Reibung verursacht jedoch ein Voreilen der 
Phase, was auch in der Tat besteht. Der atmosphärische Flutstrom der O,-Tide 
kommt somit aus dem SW-Quadranten, der Ebbstrom aus dem NO-Quadranten. 
Die Änderungen des Luftdruckes von Stunde zu Stunde in den Reihen der 
Verschiebungswellen N und O entsprechen der Entfernung, auf welche die Atmo-
	        
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