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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

Wiese, W.: Studien über atmosphärische Gezeiten. 
‚17 
Verschiebungswelle in direktem Verhältnis zu der Größe der Gradienten steht, 
so hätten wir für den Gradienten S =— 0.814 mm die halbe Amplitude 0.045 mm, 
für den Gradienten N = 0.719 mm die halbe Amplitude 0.039 mm. Mit diesen 
Amplituden und den oben angeführten Kappazahlen sind folgende isobarische 
Verschiebungswellen berechnet worden, welche also, um die eigentliche Gezeiten- 
welle zu bekommen, von den Reihen S+ und N+ subtrahiert werden müssen: 
ı Amplitadet 0 | ı ll 13 1]4 15) 6 
7 
8a 19 10 an 
S [00 mm) —43|—45 7760 —33 DM 08 +08 +20/ E30 +38 
N | 0.039 — 4+3.9|/438|4+35|+29|-+2.1|-4121+02|—0.8|—1.8 _26l—32 
Amplitude] 12 | 13 | 14 | 15 | 16 | ı7 | 18 | 19 | 20 | 21 | 22 | 28 
s Em] SASHA ARE RE OO Sn 
N | 0.039 mm | — 3.71 — 3.91 —3.8/—35|—29]—2.11--1.21—0.2|40.,8|-+1.81+4+2.6|4+3.3 
Nach der Subtraktion bekommt man folgende Reihen, welche eigentlich 
identisch sein müßten, und deren Unterschied!) wohl durch eine nicht genügende 
Zahl der Summanden zu erklären ist: 
Die eigentliche barometrische Gezeitenwelle der O,- Tide. 
alı las | 
28/22 | ur] 08 rO08l +18 +18 E32 r30| +34 E57 E20 
re 21 —20-—07 -+10|+26/+43 +58 +53 +41 | +41 | 1 44445 
Mittel |— 22-21 —1211041416[4+28|438[+42|[+3.8|+4+38|+3.4|+3.2 
71 8 | 9 101m 
2 | 13 | 14 | 15 | 36 | 17 | 38 | 19 | 20 ! zu | 2 | 23 
s [42 [244207 m 02] — 14m 32 — 39 28/88/3870 
N +44|41.6|— 1.41 —2.2 _ 33/19 —3.1|—4.2 —5.71—5.6 —5.4|—42 
Mittel |+36|+24!+F05|-—0.61—171—1.61—8.11—401—4.2|—3.9|—45|—3,8 
Das Mittel beider Reihen, aus welchen die harmonischen Konstanten 
K = 131° H = 0.043 mm 
berechnet worden sind, ist somit die eigentliche barometrische Gezeitenwelle der 
O,-Tide (Abb. 4, Tafel 6). Die Kurve zeigt den zu erwartenden eintägigen 
Charakter klar auf. Es ist wohl anzunehmen, daß die Zahl der zugrunde ge- 
legten Perioden (877) zu gering ist, um die Konstanten dieser Luftdruckwelle 
genau zu bestimmen, und sind die oben angeführten Konstanten nur als erste 
Annäherung zu betrachten. Es möge aber einerseits auf den schon recht regel- 
mäßigen Verlauf der Kurve hingewiesen werden, andererseits auf den Umstand, 
daß in Batavia ein Jahr (etwa 345 Mondtage) schon genügt, um die Phase der 
halbtägigen atmosphärischen Mondtide bis auf 10°—15° genau zu bestimmen; 
freilich ist die Amplitude dieser Tide in Batavia größer (H = 0.062 mm) als die 
der O,-Tide in Pawlowsk (H = 0.043 mm), und der störende Einfluß unperiodischer 
Schwankungen ist in den Tropen gering; aber dafür ist auch die Anzahl der 
Summanden in Pawlowsk mehr als doppelt so groß als diejenige einer einjährigen 
Reihe in Batavia, und die durchgeführte Methode zweimaliger Ausschließung des 
unperiodischen Teiles könnte wohl dem gleichwertig sein, als wenn wir die 
doppelte Anzahl von Perioden zugrunde gelegt hätten. 
Bemerkenswert ist die sehr große Verzögerung des Luftdruckmaximums 
gegen den Meridiandurchgang des fiktiven fluterzeugenden Gestirnes; wir haben 
es hier mit einer fast umgekehrten Tide und einem Voreilen der Phase zu tun, 
Eine bestimmte Erklärung dafür ist zur Zeit noch nicht zu geben. In den 
1) Die erste (S) Reihe ergibt: K = 148°, H = 0.035 mm 
+ zweite(N) x« « : K= 123°, H = 0.052
	        
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