116 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai 1923.
Gang des Luftdruckes nach den Stunden der O,-Tide bei nach Süden und Norden
zunehmendem Druck.
Richtung
des zu-
nehmenden
Druckes
alı Talkas
1ia'eli.e!alel!alnlealgs
S+ 768 67 — 6.1) — 43 TM7M +04 E20 TE TA 7.014 7,6
N+ 1.3 41.9) 4 2.8| 3.4 44.11 + 4.61 43.21 41.2 40,6! +0.6/-0.61-H0.7! —1.7
14 | ı5 | 16 | 17 | 18 | 19 120
91 | %9 | 93
‚ Gradienten (mm auf 1°)
Mittlerer
Luftdruck
+08 +50 rn a ie — 34] — 866 —7218=0.814 0=0.1641 755.2
— 40 — 40 —411—1.71— 19 —2.11 2.81 —21—1.6 —03{N =0.719 0=0111| 757.1
Aus diesen Zahlen, sowie aus den entsprechenden Kurven (Nr. 1 und 2
auf Tafel 6) sind sofort zwei im voraus zu erwartende Erscheinungen leicht zu
ersehen: Der klare eintägige Gang des Luftdruckes (besonders in der S+-Kurve)
und die starke gegenseitige Phasenverschiebung. Die harmonische Analyse!) der
beiden Reihen ergibt:
Für S+ K = 174° H = 0.074 mm,
« N+ K = 74° H = 0.033 «
Die nach diesen Konstanten berechneten Kosinuswellen sind in Abb, 1
und 2 mit eingezeichnet?),
Die Kurven S+ und N+ sind, wie gesagt, jede als Kombination zweier
Schwingungen zu betrachten, von welchen die eine gemeinsam für beide ist, die
Phase der anderen sich um 180° unterscheidet. Die halbe Differenz der beiden
Reihen gibt somit die isobarische Verschiebungswelle, welche den mittleren Ver-
hältnissen der Gradienten entspricht. Wir haben also im. gegebenen Falle (bei
den Gradienten N = 0.766 mm, W = 0.026 mm) folgende isobarische Verschiebungs-
welle (Abb. 3, Tafel 6):
Isobarische Verschiebungswelle der O0,-Tide bei nach Norden zunehmendem Druck.
oo, 1 2 la |
soon!
ai Leo eoltaeltzzolteelerl 02) 16l— 24124) 2632| 46
4 | 2 | 161 | a8 139 20 12 ! 2 | 2
54) 451361401 +08] 404/416 +25) 434
Gradienten
—
[== mm W=0.026mm
Die harmonische Analyse ergibt für die Verschiebungswelle bei nach N
oder S gerichteten Gradienten 0.766 mm folgende Konstanten:
N K = 18° H = 0.042 mm,
S K = 198° H =— 0.042 «
Auch die Kurve der Abb. 3 zeigt eine äußerst deutliche eintägige Welle.
Wären die N- und S-Gradienten in den Reihen N+ und S+ gleich groß,
so würde die halbe Summe dieser Reihen die eigentliche barometrische Gezeiten-
welle darstellen. In unserem Falle sind sie nicht gleich, der Unterschied ist
jedoch gering. Da man annehmen muß, daß die Amplitude der isobarischen
1) Überall sind Kosinusfunktionen gewählt, K ist die Verzögerung des Luftdruckmaximums
gegen den Meridiandurchgang des fiktiven Gestirns („Kappazahl“ der Meeresgezeiten), H ist die halbe
Amplitude,
2) Die nach den harmonischen Konstanten berechneten Kosinuswellen sind hier und in den
weiterfolgenden Abbildungen durch eine gestrichelte Linie dargestellt.