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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 51 (1923)

100 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1923, 
hydrographische Büro im Pyhäjärvi, einem See südwestlich von Tammerfors, in 
den Sommern 1912 und 1913 Versuche angestellt!), Als „Basisinstrument“ zur 
Verdunstungsmessung diente eine leicht überdachte Wildsche Wage. Dazu kamen 
ein eingegrabenes Verdunstungsgefäß am Ufer und an zwei verschiedenen Stellen 
im See je ein gewöhnliches Verdunstungsgefäß für tägliche Ablesung und je eines 
mit Registriervorrichtung. Diese vier Geräte waren dem Ufer sehr nahe, Nur 
kurze Zeit wurde an einem Floßgefäß im offenen See beobachtet. An 13 von 
den 21 Vergleichstagen war die Verdunstung auf dem offenen See größer als 
nahe dem Ufer, doch sind die absoluten Differenzen von völlig gleicher Größen- 
ordnung. 
Die Ergebnisse an den fünf Verdunstungsgefäßen werden auf die Angaben 
der Wildschen Schale bezogen. Für Verdunstungsberechnungen praktisch ver- 
wendbar ist die Darstellung der Angaben eines jeden Gefäßes als lineare Funktion 
der Ablesungen an der Wildschen Wage. Der wahrscheinliche Fehler eines so 
errechneten Einzelwertes schwankt zwischen -+{- 0.15 und + 0.71 mr (kann also 
leicht 30%, des Wertes betragen). 
Versuche, die Verdunstung als Funktion‘ der übrigen meteorologischen 
Elemente darzustellen, führten hinsichtlich des Windes und des Luftdrucks zu 
keinem befriedigenden Ergebnis. Die Luftfeuchtigkeit wird wohl am zweck- 
mäßigsten durch die Differenz e’— e” eingeführt, in der e” der Dampfdruck im 
Augenblick der Beobachtung und e’ derjenige Dampfdruck ist, bei dem Luft von 
der Temperatur des „feuchten“ Thermometers (im Psychrometer) gesättigt sein 
würde. Alsdann lassen sich die Angaben der verschiedenen Instrumente als 
lineare Funktion von e’— e” befriedigend darstellen. Für mehrere Instrumente, 
namentlich für die Wildsche Schale, ist dabei das konstante Glied sehr klein, 
die Verdunstung also einfach proportional dem Wert e’— e”. Darauf gründet 
sich ein Vorschlag Blomqvists zur summarischen Berechnung des jährlichen 
Ganges der Verdunstung über einem Flußgebiet: Sind- die jährliche Nieder- 
schlags- und Abflußmenge bekannt, so wird die Differenz beider Werte als 
Jahresbetrag der Verdunstung eingesetzt. Auf Grund der eben erwähnten 
Proportionalität werden dann die Monatswerte der Verdunstung gefunden 
— unter stillschweigender Voraussetzung, daß diese Proportionalität über dem 
ganzen Einzugsgebiet, nicht nur über und nahe den Wasserflächen gilt. (Die 
Berechnung der Werte für e’— e” würde natürlich ziemlich langwierig sein, auch 
dürfte der Verzug im Wiederabfluß der Niederschläge nicht außer acht gelassen 
werden.) 
Zu klimatologischen Vergleichen mit den Ergebnissen vom Grimnitzsee 
reichen die finnischen Beobachtungen, schon wegen der Kürze der Beobachtungs- 
zeit, nicht aus. A. Schumacher, 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Nautischer Funkdienst. Zusammenstellung aller Küstenfunkstellen, gesetzliche Bestimmungen. Eine 
für den Nautiker wichtigen Angaben über das Namenliste bildet den Schluß. Manche Einzel- 
Funkwesen, zum Handgebrauch auf der Brücke, heiten, die aus dem Jahrgang 1922 mechanisch 
Herausgegeben von der Marineleitung. Berlin äbernommen worden sind, hätte man diesmal aller- 
1923, In Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn. dJings wohl fortlassen können, z. B. (S. 64f.) die 
Durch die Herausgabe dieses Werkes, das zum Dereits im Jahre 1919 entstandenen, in dieser Form 
ersten Male Anfang 1922 erschien und nun in der is heute nicht verwirklichten Pläne der britischen 
für 1923 gültigen Bearbeitung vorliegt, hat die Admiralität über die Lieferung von meteorologischen 
deutsche Marineleitung eine Tat vollbracht, die den Beobachtungen durch Schiffe auf See, 
Dank und die Anerkennung aller nautischen Kreise Die den verschiedenen Anwendungsgebieten 
beanspruchen darf, der Funktelegraphie gewidmeten Abschnitte bringen 
‚Der Inhalt ist in 9 Abschnitte gegliedert: Funk- vorweg erläuternde Bemerkungen und enthalten 
DEE Funknebelsignale, Zeitsignale, Wetter- dann die nötigen Angaben über alle jeweils in 
erichte und Sturmwarnungen, Eismeldungen, Frage kommenden Funkstellen (geographische Lage, 
nautische Warnnachrichten. Erdbebenmeldungen, Rufzeichen, Reichweite, Wellenlängen, Sendersystem, 
1) E, Blomqvist. Mesures de P6vaporation ..... en 1912 et 1913. Mittlg. d. Hydrogr. 
Büros der Wege- u. Wasserbauten in Finnland. Nr. 3. Helsingfors 1917,
	        
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