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Full text: 9, 1886

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Südspitze der genannten Insel bis 26° N-Br. und 128° O-Lg. hatte das Schiff in 4 Tagen eine durchschnittliche 
tägliche Stromversetzung von 38 Sin. nach Nordnordost; der Wind war N bis NE 4—5. An den folgenden 
Tagen herrschte steifer, zeitweilig als schwerer Sturm auftretender Wind aus NE bis ENE mit Kegen, wobei 
keine astronomischen Beobachtungen möglich waren. Am Ende dieser Zeit, am 5. Oktober, als das Schiff 
sich in 26° 25' N-Br. und 123° 41' O-Lg. befand, bemerkt Kapitän Walter: „Das Schiff war während des 
Sturmes der letzten Tage aus dem Nordoststrome herausgerathen, und hätte ich, um mehr in der günstigen 
Strömung zu bleiben, besser gethan, mehr nach Ostnordost, zwischen der Meiaco Sima-Gruppe und der 
Pinnacle-Insel hindurch zu gehen. Ich that dies hauptsächlich aus dem Grunde nicht, weil ich mir in 
gegenwärtiger Teifunzeit mehr Seeraum sichern wollte. Uebrigens ist in dieser Jahreszeit der Temperatur 
unterschied des Wassers im Kuro Siwo und ausserhalb desselben so gering, dass die Grenze kaum zu er 
kennen ist.“ 
„Japan“ kreuzte weiter nordostwärts bis 30° N-Br. und 127° O-Lg 1 ., wieder begünstigt von einem Nord 
oststrom von etwa 30 Sm. im Etmal, und hielt dann der Küste zu. Auf dem weiteren Wege war der Wind 
veränderlich, vorwiegend nördlich. 
Im Oktober 1877 machte Kapitän Walter als Führer des Schiffes „Friedrich Perthes“ eine 
Reise von Yokohama nach Tsehifu. In Betreff derselben findet sieh im Journal bemerkt: „Ich hatte 
die Absicht, nahe unter der Südküste von Japan westwärts bis zur Van Diemen-Strasse zu gehen, doch blieb 
mein mehrmaliger Versuch, Kap Suwo zu umkreuzen wegen des starken Oststromes stets ohne Erfolg. 
Da keine Anzeichen für eine Aenderung des herrschenden westlichen Windes vorhanden waren, entschloss ich 
mich am 24. Oktober nach Südsüdwest abzuhalten, um südlich vom Kuro Siwo West gutzumachen. Es 
würde am besten gewesen sein, dass ich schon am 21., bei der ersten Windänderung von Süd nach West, 
direkt südwärts gehalten hätte.“ 
Aus dem Reisebericht des Kapitän W. Rabbe vom Schiffe „Joseph Haydn“: (von Manila nach 
San Francisco, 22. Oktober 1880 bis 1. Januar 1881). 
Das Einsetzen des Noi’dost-Monsuns findet gewöhnlich mit stürmischem und unbeständigem Wetter statt, 
und Teifune sind zwischen 15° und 23° N-Br. um diese Zeit nicht selten. Unter der Küste von Luzon findet 
man flaue, veränderliche Winde, von Gewitter und Regenböen unterbrochen; nur eine kurze See kündet den 
nahen Nordost-Monsun au. Dieser wird erst in voller Kraft verspürt, wenn man heim Kap Bojeador an 
kommt. Hier macht sich auch schon westlicher Strom bemerkbar, welcher zunimmt, sobald der Bashee- 
Kanal offen ist. 
Im Bashee-Kanal wehte es hart und lief eine solch unregelmässige See, dass das Schiff schwer arbeitete 
und von allen Seiten, selbst über Heck und Bug, die See herüberbrach. Ich würde daher rathen, so lange 
man den westlichen Strom in dem Bashee-Kanal spürt, möglichst nördlich wegzuarbeiten, bis zur Breite der 
Südspitze von Formosa, und dann erst zu versuchen, Ost zu gewinnen. Darauf dicht um Formosa herum; 
wenn Wind und Wetter es gestatten, zwischen dieser Insel und Botel Tobago und Samasana hindurch, 
immer nahe an der Küste hinauf, bis man nördlich von 23° N-Br. ist, und dann erst östlicher weghalten, 
um später mit den westlichen Winden, welche man in etwa 27° N-Br. zu erwarten hat, zwischen 32°—33° 
N-Br. den Meridian von 140° Ost und somit den offenen Ozean zu erreichen. Auf meiner Route, welche 
ausserhalb Botel Tobago und Samasana führte, habe ich vom Kurosiwo südlich von Samasana keine Spur 
und nördlich von dieser Insel nur sehr wenig verspürt, obgleich ich die Meiaco Sima-Inseln sichtete und 
mich hier an einem Orte befand, wo der stärkste Strom sein soll. Diese Verhältnisse mögen sich übrigens 
zu anderen Zeiten günstiger gestalten. 
Von 27° N-Br. und 131° O-Lg. an fand ich westliche Winde vor, welche bis 180° Länge mehr aus nörd 
licher, von dort bis zur amerikanischen Küste aber viel häufiger aus südwestlicher Richtung wehten und 
nicht selten bis SE holten. Nach dieser Erfahrung halte ich es für rathsam, im Winter den Meridian von 
180° nicht nördlich von der Breite des Bestimmungsortes zu schneiden. Man wird hier stetigeres Wetter, 
als weiter nördlich antreffen und befindet sich, in die Nähe der Küste gelangt, den daselbst anhaltend hoch 
südlich wehenden Winden gegenüber in einer besseren Stellung, um den Bestimmungshafen erreichen zu 
können. Südliche Strömung habe ich im Dezember 1880 an der kalifornischen Küste nicht vorgefunden.
	        
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