Schuster, F.: Die Luftdruckänderung im anomalistischen Monat.‘ 85
s Fig: 5:
Die Änderung des Luftdrucks im ’anomalistischen Monat,
Jahr 1905. Jahr 1906. » Jahr 1907,
700 .
liegen, oder sie zeigen nur
einen Einschlag aus dem
doppelphasigen synodischen
Verlauf, So wird es mög-
lich, ‚alle Wellen ohne
Schwierigkeit von der ein-
gezeichneten Kreismarke aus
gewissermaßen als einpha-
sige anzusehen und danach
die. zeitliche Verschiebung
derselben gegeneinander
festzustellen.
Um jede Willkür über
den Sinn der Verschiebung
auszuschalten, ist von der
Annahme ausgegangen, daß
die Verschiebung von Monat
zu Monat höchstens eine
halbe Wellenlänge beträgt;
es’ wurde also von‘ einer
Kreismarke zur andern stets
die kürzeste Verbindung
gezogen.
Die zeitliche Ver-
schiebung innerhalb der
Jahre ist, wie bereits be-
merkt wurde, ein Interferenz-
gebilde aus der Einwirkung
zweier elliptischer Bahnen.
Die eine, allein durch die
Anziehung - der Sonne be-
dingt, kann in Beziehung
zur Sonne als Fir. 6
feststehend Br 9.
bezeichnet
werden, da
die Syzygien
und die Qua-
draturen stets
die Achsenpunkte bilden, dagegen befindet sich die andere, die
elliptische Bahn des Mondes, wegen. der Drehung der Apsidenlinie
um rund 40 Grad jährlich in ständiger Bewegung. Eine Folge
davon ist, daß die Verschiebung innerhalb der Jahre, ja selbst
schon innerhalb der halben Jahre, verschieden ausfällt, unbeschadet
einer allgemeinen Übereinstimmung mit dem in Figur 3 gegebenen
schematischen Verlauf. ;
Heben wir jetzt die zeitliche Verschiebung auf, indem wir die
Verbindungslinien der Kreismarken senkrecht gestellt denken, .so
ergibt sich als Mittel aus den Werten der so geschobenen Kurven
die unter einer jeden der drei Jahresreihen der Figur 5. ein-
gezeichnete einphasige Luftdruckwelle. Die. Regelmäßigkeit
und Ähnlichkeit dieser Mittel, deren Amplitüden zwischen 8.1 und
3.3 mm schwanken, spricht. deutlich für..das Vorherrschen der
einphasigen Welle im anomalistischen Monat. ©
Bei Ausdehnung der Untersuchung auf die neun Jahre von
1901 bis 1909, der Dauer einer Umdrehung der Apsidenlinie ent-
sprechend, erhielt ich für diese aus der Schiebung‘ die in Figur 6
dargestellten Mittel, lauter klare, einphasige Wellen, deren darunter
.