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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

84 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, März/April 1919, 
der Abstand der Mondnähe von der Sonne sich verhältnismäßig wenig ändern, 
in den Zwischenvierteln dagegen wechselt er ziemlich rasch, so daß die zeitliche 
Verschiebung nicht mehr in der geraden Linie verlaufen kann. Unter Einrech- 
Fig, 3. mung der Drehung der gestrichelt gezeichneten Apsidenlinie wird die 
"% Verschiebung schematisch wie in Figur 3 dargestellt verlaufen. 
Die Untersuchung hat nun damit zu rechnen, daß bei Mittel- 
bildung aus einer Anzahl von Monaten die Phasen und Phasenpunkte 
Mittel aus einer gebogenen Linie sind, mithin nur bedingt brauchbar, 
Den Hauptwert wird man in diesen Fällen auf die Deutlichkeit der 
Wellenzüge zu legen haben. 
Nur in der Aufeinanderfolge der Monate erhält man die zeit- 
liche Verschiebung unmittelbar, aber die Wellenzüge werden durch 
Hinzutreten von Wellen aus anderen Perioden an Klarheit verlieren. 
Ein Beispiel möge auch hier gegeben sein, 
Die Tagesmittel des Luftdruckes zu Karlsruhe von 42 anomalistischen 
Monaten, vom Dezember 1904 ab, wurden in sieben Mittel zu je sechs Monaten 
geordnet. Zur Erzielung eines glatteren Kurvenverlaufes sind die erhaltenen 
Zahlenwerte mit je dem vorhergehenden und nachfolgenden Wert nochmals ge- 
mittelt. Sie sind so in nachstehender Tabelle enthalten: 
FF 
N 
Vom 15. XII. 04 158,8 |52.4 151.1 | 52.6 [52.2 | 53.1 '52.6 58,6 '52,8 51.8 '51.252.0 54.8 545 
30. V.05 50.6 50.8 | 49.9 [48.6 ee ie 50.2149.3! 49.3 50.1131.0 52.4 |532.1151.0 
11. XI. 05 152,8 51.6 158.4 "58.7 52,8 | 52.8 | 58.8 154.0 | 54.0 525/511 (295511 150.5 
26. Tv. 00löL6 50.8515 51.1 51.9 52.0 53.2 153.6 | 58.1’ 52.6 51.0|409 50.2 |508 
8. X. 06149.4 | 49.0 | 50.5 | 51.0 | 54.6 | 58.4 | 58.1 | 54.2 504 107.0 859320 498490 
29, 11T. 07'520 641158. 151.6 50.1489 48.7147.0| 48.6|40.1 500 404 200 [204 
8. 1X. 07 ı 52.8 152.7 153.1 151.6 150.8 150.8 | 51.2 150.6 151.3 1 54.0 156.3! 56,7 | 54.6 52.0 
Mittel: (516 151.6'51.0 15151516 151,5 151.8 151.9 | 52.1 151.0 | 52,5 [50.4 [51.6 [51.1 | 
| 
In dem zugehörigen Kurvenblatt, Figur 4, zeigen die meisten 
Druckwellen den einphasigen Verlauf so an, daß sich die zeitliche 
Verschiebung der Wellenzüge unschwer feststellen läßt. Bei dem 
zeitlichen Abstand der Mittel von sechs Monaten ist die durch 
die Kreismarken angezeigte Verschiebung eine unregelmäßige, 
die aber doch im Sinne der in Figur 3 gegebenen schematischen 
Darstellung verläuft. 
Das direkte Hauptmittel a unter den Monatsmitteln zeigt 
wieder den schon bekannten geringwertigen und nichtssagenden 
Verlauf, während durch die Aufhebung der Verschiebung in dem 
Mittel b, wie in allen vorhergehenden Fällen, eine gute einphasige 
Welle mit 4 mm Wellenspannung gewonnen wurde, Mit unaus- 
geglichenen Werten ergab sich bei ganz demselben Verfahren 
eine Amplitüde von 5.5 mm. 
In der Tabelle oben sind die Anfänge der zur Rück- 
schiebung neu zu bildenden Zahlenglieder durch Verstärkungs- 
striche kenntlich gemacht. 
Die Figurentafel 5 enthält schließlich noch die in den 
Jahren 1905, 1906 und 1907 der Reihe nach einsetzenden 
40 anomalistischen Luftdruckverläufe, 
Bei deren Betrachtung überrascht zunächst, daß die Hälfte derselben, die 
doch von Wellen aus den synodischen und dem tropisch-drakonitischen Monat 
durchsetzt sind, ohne weiteres als einphasig angesprochen werden dürfen. Die 
übrigen Verläufe sind entweder reine Doppelwellen mit einem Hauptmaximum 
und einem Hauptminimum, die zumeist um eine halbe Wellenlänge auseinander-
	        
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