Schuster; F.: ‘Die Luftdruckänderung im ärnomalistischen Monat.
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lichen "sechs Luftdruckkurven mit der eingetragenen‘ zeitlichen Verschiebung.
Auch hier nimmt das unter dieser Reihe stehende Hauptmittel einen unklaren,
bedeutungslosen Verlauf, während sich nach Aufhebung der Verschiebung wieder
die zu unterst eingezeichnete einphasige Welle mit 2.3 mm Amplitüde einstellte.
Daß die zeitliche Verschiebung hier. in etwas rascherem Tempo erfolgt, als in
dem der Drehung der Apsidenlinie, mag daher kommen, daß Wagner anstatt der
Tagesmittel ohne weiteres die Mittel der Tage nahm, in welche die Stunde der
oberen Kulmination des Mondes fiel,
Weitere Beispiele könnten noch angeführt werden, doch dürften die hier
gegebenen zum Beweis dafür genügen, daß im anomalistischen Monat aus direkter
Mittelbildung ein Ergebnis nicht zu erwarten ist, weil eine zeitliche Verschiebung
der Wellen stattfindet, so daß erst nach Aufhebung dieser Verschiebung sich der
gesuchte Verlauf einstellt. Dies ist ein Beweis dafür, daß dieser Verlauf auch
in den Untermitteln in der Regel vorhanden sein muß, nur ist er‘ dort öfters
durch Interferenz mit - anderen charaktervolleren Wellen so verdeckt, daß er
nicht auffällt.
Daß die durch Rückschiebung gewonnene Welle mit ihren Phasen nun
nicht mehr an die Stellung der Apsiden gebunden, sondern frei im Raume zuü
denken ist, daran muß man sich: gewöhnen, Wi .
Wenn im Gegensatz hierzu beim synodischen Monat direkte Mittelbildung
zum Ziel führt, so hat dies seinen Grund in der ewig gleichen Stellung des
Voll- und Neumondes zur Sonne. Im anomalistischen Monat findet dagegen im
Lauf von 8°/ Jahren eine ständige periodische Veränderung der Mondnähe und
Mondferne in der Lage zur Sonne statt.
Es bewährt sich eben auch hier der Erfahrungssatz: Sonne und Mond
beeinflussen die Vorgänge in unserer Lufthülle gemeinsam,
Mit Bezug auf die Sonnenwirkung sagt uns nun der Astronom!) folgendes:
Die Bewegung des Mondes um die Erde erleidet nämlich vorzüglich durch die
Sonne sehr‘ bedeutende sogenannte Störungen, welche sich darin äußern, daß
nicht allein jene Bewegung mit einer viel ungleichförmigeren Geschwindigkeit
erfolgt, als durch die elliptische Form der Mondbahn bedingt wird, sondern daß
auch diese Bahn selbst ihrer Form und ihrer Lage nach beständigen Anderungen
unterworfen ist.
Die Bewegung des Mondes ist das Ergebnis des Unterschiedes der An-
ziehungen, welche Erde und Sonne auf den Mond ausüben. - Die Anziehung der
Sonne bleibt daneben bestehen. Befindet der Mond sich also bei seinem Umlauf
um die Erde zwischen Erde und Sonne oder in Konjunktion, so wird seinerseits
der Mond, befindet er sich von der Sonne aus gesehen jenseits der Erde oder
in Opposition, so wird die Erde von der Sonne stärker angezogen. In beiden
Fällen, d. h. in den Syzygien, wirkt also die Sonne dahin, die Entfernung zwischen
Erde und Mond zu vergrößern, dagegen zeigt sich in den Quadraturen das Be-
streben nach einer Annäherung zwischen Mond und Erde, weil dann beide in
einem, wenn auch äußerst kleinen spitzen Winkel nach der Sonne zu angezogen
werden, Weiterhin wird dann allerdings ausgeführt, daß das Endergebnis dieser
Störungswirkungen ein durchaus anderes sei, als man nach der ersten flüchtigen
Anschauung erwarten sollte, denn der Mond würde sich, soweit nur diese. Stö-
rungen in Betracht kämen, um die Erde als Mittelpunkt in einer Ellipse be-
wegen, deren kleine Achse durch die Syzygien und deren große Achse durch
die Quadraturen geht...
Sei dem wie ihm wolle, die Phasenstellungen unserer freien Welle sind
danach nicht allein bedingt durch die Mondnähe und Mondferne, sondern auch
durch deren stets veränderliche Stellung zur Sonne. .
Komplizierter wird der Fall noch. beim Mondumlauf innerhalb des Jahres.
Stand z. B. die Mondnähe zu Anfang des Jahres in Opposition zur Sonne, so
befindet sie sich in .der Jahresmitte infolge der verhältnismäßig langsamen
Drehung‘ der Apsidenlinie in Konjunktiorn, In zwei Vierteln der Mondbahn wird
„ 1) Vgl. z. B. Lehmann, Astronom der Kgl, Sternwarte zu Berlin: Die Erde und der Mond.
Leipzig 1884, S. 2106. 211.