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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Schuster; F.: ‘Die Luftdruckänderung im ärnomalistischen Monat. 
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lichen "sechs Luftdruckkurven mit der eingetragenen‘ zeitlichen Verschiebung. 
Auch hier nimmt das unter dieser Reihe stehende Hauptmittel einen unklaren, 
bedeutungslosen Verlauf, während sich nach Aufhebung der Verschiebung wieder 
die zu unterst eingezeichnete einphasige Welle mit 2.3 mm Amplitüde einstellte. 
Daß die zeitliche Verschiebung hier. in etwas rascherem Tempo erfolgt, als in 
dem der Drehung der Apsidenlinie, mag daher kommen, daß Wagner anstatt der 
Tagesmittel ohne weiteres die Mittel der Tage nahm, in welche die Stunde der 
oberen Kulmination des Mondes fiel, 
Weitere Beispiele könnten noch angeführt werden, doch dürften die hier 
gegebenen zum Beweis dafür genügen, daß im anomalistischen Monat aus direkter 
Mittelbildung ein Ergebnis nicht zu erwarten ist, weil eine zeitliche Verschiebung 
der Wellen stattfindet, so daß erst nach Aufhebung dieser Verschiebung sich der 
gesuchte Verlauf einstellt. Dies ist ein Beweis dafür, daß dieser Verlauf auch 
in den Untermitteln in der Regel vorhanden sein muß, nur ist er‘ dort öfters 
durch Interferenz mit - anderen charaktervolleren Wellen so verdeckt, daß er 
nicht auffällt. 
Daß die durch Rückschiebung gewonnene Welle mit ihren Phasen nun 
nicht mehr an die Stellung der Apsiden gebunden, sondern frei im Raume zuü 
denken ist, daran muß man sich: gewöhnen, Wi . 
Wenn im Gegensatz hierzu beim synodischen Monat direkte Mittelbildung 
zum Ziel führt, so hat dies seinen Grund in der ewig gleichen Stellung des 
Voll- und Neumondes zur Sonne. Im anomalistischen Monat findet dagegen im 
Lauf von 8°/ Jahren eine ständige periodische Veränderung der Mondnähe und 
Mondferne in der Lage zur Sonne statt. 
Es bewährt sich eben auch hier der Erfahrungssatz: Sonne und Mond 
beeinflussen die Vorgänge in unserer Lufthülle gemeinsam, 
Mit Bezug auf die Sonnenwirkung sagt uns nun der Astronom!) folgendes: 
Die Bewegung des Mondes um die Erde erleidet nämlich vorzüglich durch die 
Sonne sehr‘ bedeutende sogenannte Störungen, welche sich darin äußern, daß 
nicht allein jene Bewegung mit einer viel ungleichförmigeren Geschwindigkeit 
erfolgt, als durch die elliptische Form der Mondbahn bedingt wird, sondern daß 
auch diese Bahn selbst ihrer Form und ihrer Lage nach beständigen Anderungen 
unterworfen ist. 
Die Bewegung des Mondes ist das Ergebnis des Unterschiedes der An- 
ziehungen, welche Erde und Sonne auf den Mond ausüben. - Die Anziehung der 
Sonne bleibt daneben bestehen. Befindet der Mond sich also bei seinem Umlauf 
um die Erde zwischen Erde und Sonne oder in Konjunktion, so wird seinerseits 
der Mond, befindet er sich von der Sonne aus gesehen jenseits der Erde oder 
in Opposition, so wird die Erde von der Sonne stärker angezogen. In beiden 
Fällen, d. h. in den Syzygien, wirkt also die Sonne dahin, die Entfernung zwischen 
Erde und Mond zu vergrößern, dagegen zeigt sich in den Quadraturen das Be- 
streben nach einer Annäherung zwischen Mond und Erde, weil dann beide in 
einem, wenn auch äußerst kleinen spitzen Winkel nach der Sonne zu angezogen 
werden, Weiterhin wird dann allerdings ausgeführt, daß das Endergebnis dieser 
Störungswirkungen ein durchaus anderes sei, als man nach der ersten flüchtigen 
Anschauung erwarten sollte, denn der Mond würde sich, soweit nur diese. Stö- 
rungen in Betracht kämen, um die Erde als Mittelpunkt in einer Ellipse be- 
wegen, deren kleine Achse durch die Syzygien und deren große Achse durch 
die Quadraturen geht... 
Sei dem wie ihm wolle, die Phasenstellungen unserer freien Welle sind 
danach nicht allein bedingt durch die Mondnähe und Mondferne, sondern auch 
durch deren stets veränderliche Stellung zur Sonne. . 
Komplizierter wird der Fall noch. beim Mondumlauf innerhalb des Jahres. 
Stand z. B. die Mondnähe zu Anfang des Jahres in Opposition zur Sonne, so 
befindet sie sich in .der Jahresmitte infolge der verhältnismäßig langsamen 
Drehung‘ der Apsidenlinie in Konjunktiorn, In zwei Vierteln der Mondbahn wird 
„ 1) Vgl. z. B. Lehmann, Astronom der Kgl, Sternwarte zu Berlin: Die Erde und der Mond. 
Leipzig 1884, S. 2106. 211.
	        
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