Maurer, H.: Loxodromische Entfernungen.
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Im folgenden soll versucht werden, diese Unstimmigkeiten aufzuklären.
Als Längenunterschied 4 zwischen einem Grundpunkt A und ‚einem Punkt: B
kann man unendlich viele Werte von. der. Form (2, + n-360°) annehmen, wo
Ay <= 180° ist. Jedem dieser unendlich vielen Längenunterschiede entspricht ein
anderer A und B verbindender Loxodromenbogen. . Unter diesen allen ist der
dem Längenunterschied 4, entsprechende der kleinste, und er. ist es, den ich
als loxodromische ‚Entfernung e der Punkte‘ A und’ B auffasse, Herr
Immler wird durch seine Kurven gleicher loxodromischer Distanz d auch auf
A-Unterschiede von mehr als 180° zwischen A und B geführt; vielleicht spricht
er von unendlich vielen Maxima der loxodromischen Distanz zwischen A und
den Punkten B desselben Meridians, weil er als Längenunterschiede alle diese
Werte (4 + n- 360) berücksichtigt; freilich müßten auch bei dieser Auffassung
mit den unendlich vielen Maxima auch unendlich viele Minima der loxodromischen
Distanz gezählt werden.
Ein Teil der ‚Widersprüche zwischen meinen und Herrn Immlers Ergeb-
nissen könnte sich vielleicht dadurch erklären, daß ich, wie auf S. 241 in meiner
Arbeit ausdrücklich angegeben, vom Verlauf der loxodromischen Entfernung
zwischen dem Grundpunkt A und allen Punkten B eines Vollmeridians, d. h.
eines ganzen Großkreises durch beide Pole, spreche. Die von mir gezählten
Minima und Maxima sind relative und entsprechen solchen Lagen B, des
Punktes B, daß sich die loxodromische Entfernung AB in gleichem Sinn
ändert, einerlei nach welcher Seite sich B von B, aus auf dem Vollmeridian bewegt.
Vielleicht denkt Herr Immler nur an Teile eines Vollmeridians und nur an
absolute Maxima und Minima; allerdings werden die von ihm erwähnten unendlich
vielen Maxima wohl sicher nicht alle einander gleich sein. Dagegen sind in
meinem Beispiel mit 4 Minima die 4 Minima einander gleich und die 4 Maxima
einander gleich, so daß in diesem Fall meine Angabe auch für absolute Minima
und Maxima gültig bleibt. Es ist der Fall, wo der Grundpunkt (g = 0, 4 = 90)
ist, und der Vollmeridian sich aus 4= 0 und 4 == 180 zusammensetzt. In diesem
Fall ist offenbar die loxodromische Entfernung ein Minimum, nämlich 5400’ von
den 4 Punkten B (g = 0°, 1= 0°), (p = 0°, 41=180°), (g = + 90°), (p =-— 90°).
Von allen diesen 4 Punkten ausgehend, wächst sie, wenn man nach beiden Seiten
auf dem Vollmeridian vorwärts geht. In jedem Quadranten des Vollmeridians
liegt wenigstens ein Maximum, da die loxodromische Entfernung von jedem
Punkt‘ (außer jenen 4 Punkten) >> 5400’ sein muß, weil die Loxodrome zwischen
2 Punkten größer als der Großkreisbogen sein muß, der hier immer 5400’ lang ist.
Beispiel mit 4 Minima der loxodromischen Entfernung,
- (Kurve IV im Schaubild.)
Tabelle 1. ;
Loxodromische Entfernungen e in Bogenminuten auf der Kugel zwischen dem Grundpunkt A
(4 =89°;5 g=1°) und Orten B des Vollmeridians (1=0° und A= 180°).
D — Distanz des Punktes B von (gg = 0°, 4=0)
Nr. | Ort auf dem Vollmeridian |
D
Do
0°
09
4 30
Fz00
ti |
£ 709
Be
0°
A* 3°
+ Do
900
al S
1750
_ 1109
— 909
20°
180°
1809 ;
180°
m
T
3
A
Do
Entfernung €
Änderung
Wert
5340,0 :
5337,0
5581,4
53400 .
5638,1
5456,7
57486
5460,0 >
36921
x
x
+
A
Um zu zeigen, daß der hier vorliegende -mindestens viermalige Wechsel
im Abnehmen und Zunehmen der loxodromischen Entfernung vom Grundpunkt
beim Durchlaufen des Vollmeridians sich nicht auf den vorstehenden Sonderfall