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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Im mler, W.: Ein doppelazimutaler gnomonischer Kartenentwurf usw. 
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I. Aufbau des Kartenentwurfs. 
Als Grundlage unseres Entwurfs wählen wir die Verbindungsstrecke der 
beiden drahtlosen Stationen A und B, die wir in unserer Karte als gerade Linie 
zeichnen wollen. A habe die geographischen Koordinaten (Or — do), B ebenso 
(O,; + A), wobei die Winkelhalbierende ihres Längenunterschiedes die Grund- 
achse der Längenzählung sein soll. Aus dem sphärischen Dreieck dieser Punkte 
A und B und des Poles ergeben sich die Grundbeziehungen (Fig. 1): 
_ cotg ß, sec p, = — tg g, cotg 2 A, + tg p, cosec 2 2, } (U 
— cotg fa SEC Pa = — tg ga cotg 2 A, -+ tg p,cosee2 Ag ff NN NN 
worin 6, und ß, Winkel der Distanz mit den Meridianen der Punkte A und B 
sein sollen, Diese Winkel 6, und ß, sollen in unserer Karte erhalten bleiben; 
Fig. 1. Fig. 2. 
Y 
damit sind also die Richtungen der Meridiane von A. und B in der Karte ge- 
geben, das Grunddreieck ABF demnach in der Karte in das ebene Dreieck A’B'P” 
abgebildet (Fig. 2). 
Wählt man nun auf der Erdoberfläche einen beliebigen Punkt O mit den 
Koordinaten (g, A), so läßt sich wieder das, Azimut aus den Stationen nach ihm 
nach den Gleichungen bestimmen: 
cotg a, sec gg, = — Ig g, cotg (2 + 2,4) + tg g cosec (1 + Ay) } ; (2) 
Cotg x SEC Pa = — IE go COtg (A — Ag) + tg gp cosec (4 — Ay) ff} 5 
In unserer Karte sollen alle Winkel in A’und EB’ erhalten bleiben 
und die Orthodromen aus diesen Punkten in Gerade übergehen, Diesen 
beiden einzigen Bedingungen entsprechend müssen also auch die Winkel &«, und &, 
bestehen bleiben, somit auch ihre Differenzen gegen ß, und ß, ) 
n=Bz% 
BSR (3) 
und man erhält infolge der zweiten Bedingung den dem Oberflächenpunkt © 
entsprechenden Punkt 0’ als Schnittpunkt zweier. Strahlen aus A’ und B”, die 
unter den Winkeln v7, und 7%, gegen die Verbindungsgerade A’B’ geneigt sind. 
Will man in dieser Projektion rechtwinklige Koordinaten des Punktes U’, so kann 
man vom Mittelpunkt der Strecke A’B’= 2m auf der Verbindungsgeraden x ab- 
messen, senkrecht gegen den Pol zu y zählen und erhält 
cotg yı == z+m 
. y 
.;X—m 
cotz va = - - 
(4) 
F J 
Setzt man diese Werte in Gleichung (3) und dann die entsprechenden Werte 
aus (1) und (2) ein, so ergeben sich Beziehungen zwischen x und y einerseits 
und ©, 4 anderseits, Bei Elimination von g@ erhält man dann eine Gleichung des 
Meridians /%, bei der von 4 eine Gleichung des Breitenparallels o. 
Ehe dieser Weg eingeschlagen wird, mögen noch folgende Abkürzungen 
eingeführt werden: 
cotg 4, = Ay; cotg 8, = Bı; cotg yı — Su} 
cotg‘ da =— As; cotz 8, = Bo; cotg yo = © 
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