Meldau, H.: Die ®-Korrektoren des Kompasses an Bord eiserner Schiffe. 277
daß man. das in seinem Innern von der Rose erzeugte Feld als. homogen betrachten
und für den Kugelmittelpunkt berechnen darf.
Nach (835), (36) hat es die Komponenten. .
(84) MC (nach achtern); MER (nach Backbord),
Durch diese Felder magnetisiert, erwirbt der Korrektor gemäß (34) die
Momente ;
3 6 i
(85) ger Ta een (längsschiffs); Ka= Ai (querschiffs)
mit der in der Figur angedeuteten Polverteilung. ;
Vermöge dieser Magnetisieruug wirkt er zurück und erzeugt. in der
Kompaßmitte gemäß (37), (38) die Felder
. 3 ; ; Me ;
(86) An (nach vorn); An (nach Backbord)
s | A
oder, indem IM _x gesetzt wird?),
(87) Kcosz (nach vorn); —4 Ksin z (nach Steuerbord).
Für zwei Korrektoren erhalten wir hieraus senkrecht zur Nadelrichtung
die kompensierenden Komponenten
(88) (-+K sin 2z)-+(—4Ksin2z).
Ihr erster Bestandteil, herrührend von der Induktion des Korrektors in der
Längsschiffsrichtung, hebt den zweiten Bestandteil, der von der Induktion in
der Querschiffsrichtung herrührt, zum Teil: auf. Die zweite der erwähnten
Methoden verfolgt nun den Gedanken, den ersten Bestandteil so zu erhöhen,
daß er dem zweiten gleich wird, und zwar dadurch, daß man den
Korrektoren eine in der Längsschiffsrichtung verlängerte Gestalt gibt,
Von ihrem Urheber selbst wird gegen diese Methode die Schwächung der Richtkraft durch
die Verlängerung der Korrektoren als Unbequemlichkeit angeführt. In der Tat ist sie nicht unbedenklich,
zumal es sich bei der zu lösenden Aufgabe vor allem um Kompaßplätze handelt, an denen
D groß und A klein ist, Es muß auch in Frage gestellt werden, ob der für kleine Korrektoren zutreffende
Grundgedanke sich auf Korrektoren von einer solchen Größe übertragen läßt, wie sie für
die zu ‚kompensierenden ©-Werte gewählt werden müßten, ob vor allen Dingen das Magnetfeld der
Kompaßrose bei Korrektoren von den nötigen Abmessungen auch nur annähernd den gemachten
Voraussetzungen betreffs Homogenität und der Zulässigkeit der Berechnung seiner Komponenten entsprechen
würde.
17. Wahl unter den S-Korrektoren, ;
Zum Schluß seien die hauptsächlichsten für die Wahl eines ®-Korrektors
in Frage kommenden Gesichtspunkte kurz zusammengestellt.
Der ideale D-Korrektor ist der rein durch Feldinduktion wirkende, Er
entspricht dem allgemeinen Grundsatz der Kompensation, daß jede magnetische
Kraft durch eine ihr wesensgleiche von entgegengesetztem Vorzeichen aufzuheben
ist. Die durch einen solchen Korrektor bewirkte Kompensation ist breitenbeständig.
Durch ihn wird: die. Richtkraft an Bord — sofern sie -durch die aund
e-Eisenmassen des Schiffes gestört war — nicht nur auf allen Kursen gleichgemacht,
sondern meist auch im Mittel erhöht, in erheblicherem Maße allerdings
nur durch Korrektoren von einigermaßen reinen -+ e-Typ. Durch solche
Korrektoren wird auch der Krängungsfehler günstig beeinflußt.
Zu diesen Vorteilen kommen noch solche bei der Ausführung der Kompensation
und der Koeffizientenbestimmung. Wenn nämlich © rein durch Feldinduktion
kompensiert wird, so gilt der Satz, daß die Deviation verschwindet
oder sich doch auf einen konstanten Wert beschränkt, wenn durch die Kompensationsmittel
die Richtkräfte auf vier Kursen z. B. den Hauptstrichen einander
gleichgemacht werden, Eine Kompaßregulierung ohne Peilungen, lediglich
durch Richtkraftmessungen, ist daher in diesem Falle voll durchführbar.
Im Gegensatz dazu vermögen die durch Nadelinduktion wirkenden Korrektoren
nur der Hauptaufgabe des ®-Korrektors gerecht zu werden, und zwar
1) Man vergleiche diese Formel mit (38) und Fig. 10 mit Fig. 5.