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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1919. 
In diesem Falle wird F als Richtkraft bezeichnet. Will man diesen 
Begriff verallgemeinern, so hat das demnach so zu geschehen: 
Als «Richtkraft» im verallgemeinerten Sinne hat der negativ ge- 
nommene Mt Teil des Differentialquotienten A zu gelten. 
Die Anwendung dieser Betrachtung auf das Verhalten der Rose an Bord 
ergibt folgendes, Wir denken uns die Rose, wie erwähnt, in einem beliebigen 
Winkel@ gegen den Meridian festgehalten. Das vereinigte erd- und schiffs- 
magnetische Feld am Kompaßort wird nach (8) dargestellt durch die Komponenten 
AH nach Nord, also im Winkel — « gegen die Rose 
AH im Winkel 25 gegen Nord, also (2 7 — «) gegen die Rose; 
Das Drehmoment des Korrektors, das frei von oktantalen und anderen 
Störungen sein soll, ist nach (61) gleich M?e, sin 2 v. Hierin ist v als Winkel 
zwischen Längsschiffslinie und Rosenachse gleich (£— «) zu setzen, während für 
Mc, nach ausgeführter Kompensation der Wert (62), nämlich Mc, = — 19H 
gilt. Es ist demnach 
4A=—M- 41H sin«--M. 49H sin £ £ — a) — M- 49H sin (2 £ — 2) 
oder 
(71) 4=—M-/iHsin«a -+M-2® H [sin (2 5 — a) — sin (2 £ — 2 «)}. 
Für a=0 wird 4=0, d. h. der Meridian ist in der Tat Gleichgewichtslage 
für die Rose. Der Differentialquotient 
(2) SA =—M-AHcosa—-M-4DH [cos(2£— 0) —2 cos @£—20)] 
nimmt für «= 0 den Wert an 
73) (44) = _M-.4H[1-—cos27£]. 
da a=0 
Danach ist die »Richtkraft« eines Kompasses, dessen D rein durch 
Nadelinduktion kompensiert ist, gegeben durch 
(74) (H')== 21H [1 — D cos 2 £] 
Sie ist nicht auf allen Kursen dieselbe, wie es der Fall ist nach Kompen- 
sation durch einen D-Korrektor, der rein durch Feldinduktion wirkt. Auf 
den Hauptstrichen hat man die Werte 
(H'n)=(H's)=2H[1—®9])=(1+9H 
(Ho) = (H'/w) = 21H [1 + ®]=(1+a)H 
Vor der Kompensation war dagegen 
Ha= Hs =(1+a)H 
Ho =Hw=(1+e)H 
d,h. durch die Kompensation vermittels eines durch Nadelinduktion 
wirkenden YD-Korrektors werden die »Richtkräfte« auf den Kursen N 
und S gegen die auf den Kursen O0 und W ausgetauscht, so daß nach 
der Kompensation die (geringere) Richtkraft (1 + e) H auf den Kursen 
N und S herrscht, die vor der Kompensation auf O- und W-Kurs vor- 
handen war und umgekehrt. , 
Das Mittel der Richtkräfte wird daher durch die Kompensation mittels 
eines solchen Korrektors nicht geändert, was ja auch nach Lage der Sache aus- 
geschlossen ist, wie schon oben (Abschnitt 3, am Schluß) betont wurde. 
15. Die teils durch Feld-, teils durch Nadelinduktion wirkenden 
D-Korrektoren, 
Auch bei diesen Korrektoren erfolgt die Untersuchung auf eine geeignete 
Beschaffenheit der Kombination Rose — Korrektor am einfachsten durch den Vier- 
korrektorversuch. Die Untersuchung durch Analyse des Deviationsverlaufes ist 
zwar nicht ausgeschlossen, sie ist aber recht weitläufig und erfordert zuvor eine 
Trennung des auf Feld- und des auf Nadelinduktion entfallenden Bestandteiles 
der Kompensationswirkung. Je nachdem jene oder diese überwiegt, muß sich
	        
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