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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

272 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1919, 
Eisenmassen, von mehr oder minder großer Vertikalausdehnung, 
unterhalb oder oberhalb der Rosenebene angebracht, wie 
die Säulen oder Bleche bei den Marinekompassen. 3. Ein 
horizontal querschiffs unter der Kompaßmitte angebrachter 
DVD-Stab wie beim Florian-Kompaß, 
Die experimentelle Untersuchung dieser Typen 
ergab, daß die Form 1 zu recht bedenklichen Werten 
von H und N Veranlassung gibt. Günstigere Ergeb- 
nisse erzielt man mit den Formen 2 und 3, sofern man 
die Eisenmassen nicht zu weit von der Kompaßachse, 
d. h. der durch die Rosenmitte gelegten Vertikalen 
entfernt anordnet. 
Als Beleg seien folgende mit einem Viernadelsystem erhaltenen Beob- 
achtungen angeführt. Die Konstanten des Rosensystems waren: Moment 
35 Mill. G. E. 2 Nadeln von 150 mm in 22,2 mm von der Mittellinie. Als 
den beiden anderen Nadeln ein Abstand von 48.0 mm von der Mittellinie 
erteilt war, erwies sich das System als asextantall), Tunlichst wurden die 
Korrektoren so eingestellt, daß sie ein D von ungefähr 15° erzeugten, Nur bei 
der ersten Form hätte das eine zu große Nähe bedingt, hier ist D kleiner, um 
so höher sind die Störungsglieder zu bewerten. 
Es wurden folgende Korrek- 
toren — immer in symmetrischer An- 
ordnung rechts und links von der 
Kompaßachse — benutzt. Die Kor- 
'ektoren der Formen 2 und 3 waren 
J0 bis 110 mm unter der Rosenebene 
angeordnet. 
1a. Zwei flache Eisenringe (äußerer 
Durchmesser D = 65 mm, innerer 
d = 21 mm, Dicke = 21 mm) in 
der Ebene des Rosensysterhs liegend , Innenränder 290mm 
voneinander 2), 
Zwei kleinere Ringe (D = 41 mm, d = 17 mm, Dicke 
= 20 mm), Innenränder 275 mm voneinander. 
Zwei rechteckige Bleche (52 mm, 24 mm, etwa 0,5 mm 
dick), Rechtecke aufrecht, 130 mm voneinander, tangen- 
tial zu einem mit der Kompaßachse konzentrischen Kreise, 
Dieselben Bleche radial angeordnet, Rechtecke aufrecht, äußere Kanten 132 mm, innere 84 mm 
voneinander, 
Zwei Paar ebensolche Bleche, in zwei 32 mm voneinander entfernten Parallelebenen, Rechtecke- 
aufrecht, äußere Kanten 88 mm, innere 40 mm voneinander, 
Dieselben zwei Paar Bleche, in denselben Ebenen, Rechtecke liegend, Innenkanten zusammen-- 
stoßend, äußere Kanten 104 mm voneinander. 
2e. Ebenso, aber Abstand der Parallelebenen gleich Null, 
3a, D-Stab 119 mm lang, 9.5 mm dick. 
3b. D-Stab 85 mm lang, 10,5 mm dick. 
Auffallend ist die Verkleinerung der Kun alieder, vor allen das Verschwinden des N, 
von der Form 2c an. Von hier ab ist der Abstand der äußeren Kanten der KEisenmassen von- 
einander erheblich geringer als vorher (100mm und weniger, gegen 130mm vorher). 
Wenn auch die mitgeteilten Zahlen ihrem speziellen Werte nach nur für das bestimmte Rosen- 
system gelten, mit dem sie gefunden wurden, so dürfen sie doch ihrem allgemeinen Charakter nach 
allgemeine Gültigkeit beanspruchen. An dem kleinen Schwimmkompaß der Marine, um nur ein Bei- 
spiel auzuführen, fand ich mit zwei D-Streifen Nr. 3 (35mm -24mm) bei tangential, entsprechend 
2a gestellten Blechen (das ist die am Kompaß vorgesehene Stellung) neben D = — 126° ein H = — 0,59 
und N=-+0.5°; bei radial entsprechend 2y gestellten Blechen war D = -— 15.4, H=0, N = +0.8°. 
Diese Werte haben den Charakter der oben mitgeteilten, wenn sie auch entsprechend den geringeren 
Dimensionen des Rosensystems numerisch geringer sind. 
Fig. 8. 
38 
5 
=“ 
14. Einstellungsvermögen der Rose bei vorhandener Nadelinduktion. 
Das Einstellungsbestreben der Rose wird von den durch Nadelinduktion 
wirkenden D-Korrektoren in eigenartiger Weise beeinflußt. In dem früher be- 
handelten, Falle, daß nur homogene Felder auf die Rose wirken, ist das Ein- 
stellungsbestreben bekanntlich proportional der Richtkraft, d. h. der von außen. 
') Vgl. Ann. d. Hydr. usw. 1907, S. 20, 
2? Diesem Korrektor entspricht der in Fig. 8 dargestellte Deviationsverlauf.
	        
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