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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Meldau,.H.: Die D-Korrektoren des: Kompasses an Bord eiserner Schiffe. 271 
sein; d.h; die Deviation muß als Funktion des Kompaßkurses rein 
quadrantal verlaufen!) ; . 
‘Um nun am Land die Werte des Faktors Mc, für die verschiedenen 
Einstellungen des Korrektors zu ermitteln, messen wir auf dem Kompaßkurse 
Z = 45° das ausgeübte Drehmoment durch die zugehörige Ablenkung, die mit 
60 bezeichnet werden soll. Aus (65) folgt für z = 45° ; 
(67) . ; . Hı sin da56 = Mc. 
Die Gleichsetzung dieses Wertes von Mc, mit dem nach (62) zur Kom- 
pensation erforderlichen ergibt | 
(68) Hl sin daso = — AH . 
d.h. ein durch Nadelinduktion wirkender D-Korrektor ist an Bord so 
einzustellen, daß x 
; . 4 
(69) . sin 045° = DE 
wo Öme die am Land im Felde H,; für den Kompaßkurs z == 45° gültige 
Ablenkung bedeutet. Wenn © nicht groß ist, so kann man statt dieser 
Formel den Näherungswert anwenden: 
(70) ösp AD, 
Hı 
Als Beispiel sei die in Fig, 7 dargestellte, mit einem D-Stab (s, unten unter 3a) am kleinen 
Schwimmkompaß :M. 15 der Marine erhaltene Beobachtungsreihe angeführt. Das links von der 
Achse aufgetragene am Land beobachtete dı verläuft so gut wie rein quadrantal, Rechts von der 
md ist das für AH = Hı an Bord von dem Stabe kompensierte dj auch als Funktion von z 
aufgetragen, 
13. Gestalt der durch Nadelinduktion wirkenden $-Korrektoren. 
_ Die Nadeln eines Rosensystems seien asextantal, d.h. so angeordnet, daß 
ein sextantales Glied im Drehmoment nicht auftritt, wenn feste Pole in die 
Nähe des Kompasses gebracht werden. Dann entsteht auch kein achtelkreisiges 
Glied, wenn flüchtige, auf Feldinduktion beruhende Pole in der Nähe des 
Kompasses vorhanden sind?). Bringt man jedoch .in die Nähe eines solchen 
Rosensystems Eisenmassen, die durch Nadelinduktion wirken, so fehlt zwar 
auch hier das Hauptglied oktantaler Störung, es bleibt aber ein unter Umständen 
nicht unbeträchtliches Restglied von der Form H sin 4z zurück, wobei H — So- 
weit meine Beobachtungen reichen — stets das negative Vorzeichen hat“°). Da- 
neben stellt sich oft auch ein zwölftelkreisiges Glied von der Form N sin 6z ein, 
wobei N stets das positive Vorzeichen zu haben scheint“*). 
Die Figur 8°) veranschaulicht die: Abweichung der am Land in einem 
solchen Falle beobachteten Ablenkungskurve von dem nach (66) erforderlichen 
Verlauf. Bei der großen Nähe, in welche hier die Eisenmassen des Korrektors 
von den Nadeln gebracht werden, sind diese Abweichungen gewiß nicht über- 
raschend, . es erhebt sich aber die Frage, welche Form des durch Nadel- 
induktion wirkenden Y-Korrektors sich einem asextantalen System 
gegenüber als die günstigste erweist®. Von diesem Gesichtspunkt aus kann 
man drei Formen dieser Korrektoren unterscheiden: 1. zwei getrennte Eisen- 
massen in der Ebene des Rosensystems selbst, also verhältnismäßig weit von 
der Rosenmitte, wie die Ringe beim Magnaghi-Kompaß”). 2. Zwei getrennte 
') Mit Einschluß der Größen dritter Ordnung ist 
dl = 573° (c-+3}3c03sin2z—57.3°. A e?sin6z 
Mc 
WO C = A 
3 Vgl. Ann, d. Hydr. usw. 1908, S, 266. 
“ Um dieses H aufzuheben, müßten die Nadeln näher zusammengerückt werden, 
Vgl. Ann, d. Hydr. usw. 1907, S. 24, . 
, Der Figur liegen die unten unter 1a angegebenen Beobachtungen zugrunde. . 
8) Wenn in diesen Annalen 1907, 5. 22, der Satz ausgesprochen ist, daß für ein solches System 
ein Oktantales Restglied unabhängig von der Gestalt des ©-Korrektors auftritt, so bezieht sich 
das nur auf Korrektoren der unten mit 1. bezeichneten Form, £ 
7) Ein geringer Betrag der Wirkung dieser Ringe kommt auf Rechnung der Feldinduktion.
	        
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