Meldau, H.: Die ©-Korrektoren des Kompasses an Bord eiserner Schiffe,
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3. Arten der D-Korrektoren. Geschichtliches,
Der nächstliegende Gedanke zur Kompensation des Koeffizienten © ist,
durch Hinzufügung von horizontalen Eisenmassen zu denen des Schiffes die
Größen a und e so zu beeinflussen, daß a = e und damit D=0 wird.
Mit Rücksicht auf die Nebenaufgaben empfiehlt es sich nicht, den (negativen)
Wert von a durch Eisen, das unter dem Kompaß durchgeht, noch mehr negativ
zu machen derart, daß a == e wird!). Solches Eisen würde einerseits den Wert.
von ÄH noch mehr herabsetzen, es würde anderseits auf den Teil — Ztang J des.
Krängungskoeffizienten ohne Einfluß sein.
Man hat vielmehr dem negativen e des Schiffes durch Querschiffseisen,
das beim Kompaß unterbrochen ist, ein positives e hinzuzufügen, so daß
das gesamte e dem negativen a gleich wird. Dadurch wird gleichzeitig 2 erhöht
und das Glied — 5 tang J des Krängungsfehlers auf den Wert — 2 tang J
verringert.
Ein solcher Korrektor, im wesentlichen bestehend aus einer oder zwei
+ e-Stangen ist der älteste und meist benutzte. Schon in seinem ersten Bericht.
über magnetische Untersuchungen auf eisernen Schiffen?) empfiehlt G. B. Airy
zur Kompensation der Deviation außer Magneten „eine Eisenmasse in der Höhe
der Kompaßnadeln an Steuerbord oder an Backbord so anzubringen, daß — nach
Kompensation der halbkreisigen Ablenkung — der Kompaß auch auf den Haupt-
zwischenstrichen richtig zeigt“. Airy nahm als solche Eisenmassen lange, mit.
Eisenkette gefüllte Kästchen, da „sich das Eisen in dieser Form wahrscheinlich
am leichtesten frei von festem Magnetismus halten lasse“. Heute benutzt man
bekanntlich meist gußeiserne Zylinder oder Kugeln, und zwar je einen Korrektor
an Steuerbord und Backbord®), ;
Diese Y-Korrektoren werden häufig als „durch erdmagnetische Induktion
wirkend“ bezeichnet. Tatsächlich befinden sie sich an Bord in dem vereinigten
Feld des Erd- und des Schiffsmagnetismus, weshalb der Ausdruck „durch Feld-
induktion wirkende Korrektoren“ zutreffender ist*).
Da die Eisenkörper eines solchen Korrektors auch eine gewisse Ausdehnung
in der Längsschiffsrichtung und in der Richtung senkrecht zum Deck besitzen,
so wirken sie auf den Kompaß außer: als + e-Stangen auch mehr oder weniger
als — a-Stangen und als — k-Stangen. Insbesondere gilt das für kugelförmige
Korrektoren. Deren Theorie ist im 9. Abschnitt ausgeführt.
Der praktischen Durchführung einer Kompensation des © durch Korrek-
toren, die rein durch Feldinduktion wirken, standen früher und stehen in vielen
Fällen noch heute Hindernisse im Wege. Schon 1861 sagen A. Smith und
J. Evans darüber5): »Die Kompensation der viertelkreisigen Deviation durch
weiches Eisen erfordert wegen des verhältnismäßig geringen Betrages des in-
duzierten Magnetismus die Anwendung großer Eisenmassen, die dem Kompaß so
1) Ein solcher Korrektor wird in den Trans. Naval Arch. 1862 von A. Smith, allerdings mehr
als Kuriosität, vorgeschlagen, und zwar in Gestalt eines weicheisernen Ringes, ‘der in einer vertikalen
Längsschiffsebene konzentrisch mit dem Kompaß angeordnet werden soll. Smith verspricht sich von
diesem Ring als einer — k-Eisenmasse eine gute Wirkung auf den Krängungsfehler als Gegen-
gewicht gegen die -|- k-Eisenmassen des Schiffes. Kürzlich teilte mir Herr Prof. Dr. Schulze aus
Lübeck mit, daß er mehrfach an russischen Kompassen D-Korrektoren in Form von — a- Stangen.
gefunden habe.
2) Phil. Trans, Roy. Soc. 1839.
3) Gelegentlich sind Eisenmassen vom e-Typus von solcher Größe angebracht, daß sie füglich
dem Verbande des Schiffseisens zugerechnet werden, So waren auf dem Norddeutschen Lioyd-Dampfer
„York“. unter Kapt. Randermann als ©-Korrektoren für den Regelkompaß zwei Bündel von etwa
2 m langen Eisenstangen, in 15 cm weiten Röhren untergebracht, unter der Decke des Ruderhauses
aufgehängt. . Der Kompaß war ein Florian-Schwimmkompaß. Man hatte diese Art der D-Kompensation
gewählt, um beim Gebrauch des Deflektors den ©-Korrektor nicht entfernen zu müssen, Dieser
Korrektor kompensierte nicht nur © für. alle Breiten, sondern beseitigte gleichzeitig teılweise den
Einfluß des halbfesten Magnetismus der Querschiffseisenmassen,
4) Vgl. Ann. d. Hydr, usw. 1908, S, 130. 5
5) Phil, Trans. Roy. Soc. 1861. On the effect produced ... by the length and arrangement
of the compass-needles, and on a new mode of correcting the quadrantal deviation,