254 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1919.
zurückzugehen, die das Schiff und der Korrektor auf die Rose ausüben. Man
denke sich etwa die Rose, deren magnetisches Moment M sei, künstlich im
Meridian festgehalten. Dann erfährt sie durch die nach Ost gerichtete Kom-
ponente (5) des Schiffes ein Drehmoment von der Größe!)
(13) 4 = MA Hein2£.
Aufgabe des D-Korrektors ist es, ein Drehmoment 4x einzu-
führen, das diesem Drehmoment des Schiffes auf die im Meridian
liegende Rose für alle Werte von & entgegengesetzt gleich ist. Nach
Einführung eines solchen Drehmomentes verharrt die Rose, von ihrem
Zwange befreit, im magnetischen Meridian.
Diese allgemeinste Fassung der Bedingung, der ein D-Korrektor zur Er-
füllung seiner Hauptaufgabe zu entsprechen hat, enthält die obige in sich. Nach
Bedarf wird man jene einfachere oder diese allgemeinere zur Beurteilung der
Wirkung des Korrektors heranziehen.
Für die Wertschätzung eines Korrektors ist es bedeutungsvoll, ob die für
eine Breite ausgeführte Kompensation auch für alle anderen Breiten gültig bleibt.
Ist das der Fall, so soll die Kompensation als breitenbeständig bezeichnet
werden.
Bei unsymmetrischer Verteilung des horizontalen Eisens ruft die Längsschiffskomponente des
Erdmagnetismus auch eine Querschiffskomponente des Schiffsfeldes und ebenso die Querschiffs-
komponente auch eine Längsschiffskomponente des Schiffsfeldes hervor und wir erhalten außer © noch
einen Koeffizienten ©, Dieser kann bekanntlich gleichzeitig mit D durch den D-Korrektor beseitigt
werden, indem man diesen statt gegen die Längsschiffsebene gegen die „Symmetrieebene der horizontalen
Eisenmassen‘“ orientiert und auf einen Betrag VD? -+@® einstellt. Für die gegenwärtigen Unter-
suchungen würde durch eine Verallgemeinerung der Formeln in dieser Hinsicht sachlich nichts ge-
wonnen, diese und die Ausdrucksweise würden nur schwerfälliger, deshalb soll € = 0 vorausgesetzt
werden, Ebenso dürfen schiffsmagnetische Kräfte, die vom Kurse unabhängig sind, hier außer Ansatz
bleiben, da sie nur eine mit dem Kurse unveränderliche Magnetisierung des Korrektors zur Folge haben.
2. Nebenaufgaben für D-Korrektoren.
Es ist zu erstreben, daß ein D-Korrektor außer seiner Hauptaufgabe noch
gewissen Nebenaufgaben entspricht.
Als solche bietet sich zunächst eine günstige Beeinflussung der „Richtkraft
nach magnetisch Nord“, und zwar einmal dadurch, daß der Korrektor die durch
das Glied AH cos 25 dargestellten Schwankungen der Richtkraft ausgleicht, so
daß diese nach der Kompensation auf allen Kursen denselben Wert hat, anderseits
dadurch, daß er den Mittelwert AH der Richtkraft erhöht.
# Eine zweite Aufgabe, zu der ein D-Korrektor außer seinem Hauptzweck
herangezogen werden kann, ist die Kompensation von Teilen des Krängungs-
koeffizienten. .
Indem bei der Krängung das Querschiffseisen vom e-Typus der Induktion
durch die erdmagnetische Vertikalkraft V ausgesetzt wird, entsteht eine Quer-
schiffskraft eV, die ein mit der Breite veränderliches Glied —-StangJ des Krängungs-
koeffizienten zur Folge hat. Eine Aufhebung oder Verringerung dieses Gliedes
gleichzeitig mit der D-Kompensation ist erstrebenswert.
Ein anderes, auch mit der Breite veränderliches Glied des Krängungs-
koeffizienten 3 tang 3) wird dadurch hervorgerufen, daß die Vertikalkraft die
aufrechten Eisenmassen des Schiffes vom k-Typus magnetisiert. So entsteht eine
senkrecht zum Deck gerichtete Kraft, die bei der Krängung eine horizontale
Komponente gibt. Auch für diesen Teil des Krängungsfehlers kann eine Herab-
minderung gleichzeitig mit der D-Kompensation erzielt werden.
?) Eine Rose vom Moment M, die unter einem Winkel « gegen die Kraftlinien eines homogenen
Feldes von der Stärke F liegt, erfährt von diesem bekanntlich ein Drehmoment
A = M-.Fsina.
Das Drehmoment wird also durch Multiplikation von M mit der senkrecht zur Rosenachse
stehenden Komponente des Feldes erhalten.