246 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November/Dezember 1919.
In dem Bergholzschen Werk »Orkane des fernen Ostens« S, 175/176
sind diese Zonenabschnitte näher erklärt. Hier genügt es darauf hinzuweisen,
daß das Barometer, während es von der roten Pfeilgrenze »bis ins Minimum
fällt«, auf dem Wege dorthin etappenförmig die Zonen A, B, C, D durch-
laufen muß, und daß diese Zonen bei schematischer Darstellung einer Zyklone
aus der Vogelschau etwa kreisförmig um das Minimum herumliegen werden.
Eine derartige Abbildung des Zyklonenkörpers aus der Vogelschau be-
findet sich auf der dem Instrument beigegebenen »Windscheibe«, die zur weiteren
Festellung der Lage und Bahn des Zentrums mit hinreichender Genauigkeit
dienen soll.
Ihr Gebrauch ergibt nun nach meinen Erfahrungen, und wie mir von
kompetenter Seite in China versichert worden ist, manchmal — d. h. bei normalem
Verlauf des Taifuns — überraschend genaue Resultate. Diese begründen sich
neben den aus Tausenden von Beobachtungen hergeleiteten Mittelwerten für die
Schematisierung der in der Natur höchst willkürlich und verschieden geformten
Fig,
1.
Fie. 2.
4
A
\C B A
N a ds Sr
N ST Ta
4 So > WW E
Sy 5
So 1% Ki)
/
zz
/
f
y
X
* Än den
be N
„N
N
\
.\
x
.
x
/ Barozyklor-<m ‚ Drehbare
= für den „ferner
; Wetter-
| ie Aneroidbarometer / '
Wehen | j skala
\ skala / /
sa
Zyklonen zum großen Teil auf die außerordentlich feine Ausgestaltung der
Windscheibe selbst. Diese ist nämlich, um der Form einer wahren Durchschnitts-
zyklone näherzukommen, mit ‚den Charakteristiken der vorderen und hinteren
Orkanhälfte derart ausgestattet, daß die Windpfeile im vorderen Teil näher in
der Richtung der Isobaren verlaufen, im hinteren Teil geneigter zu ihr.
Eine solche Differenz in der Windrichtung zeigen die Pfeile bei X und Y in
der Abbildung (Fig. 2).
. Dieser Verfeinerung steht nun aber sofort eine Manipulation mehr bei
der Handhabung gegenüber. Man hat nämlich die ganze Windscheibe erst mit
ihrem »vorn« »hinten« u, s, w.- derart zu den umstehend fest angebrachten
Himmelsrichtungen zu orientieren, daß ihr Mittelpfeil Z in die etwa zu erwartende
(aus den Monatskarten ersichtliche) ungefähre Bahnrichtung zeigt.
Die Gesamtverwendung des Instrumentes ist dann kurz folgende:
Das Zyklonometer zeigt Zone B. Man sucht in Zone B der Windscheibe
den herrschenden Wind auf und bringt ihn mit einer der großen Zeigernadeln
zum Schneiden (z. B. bei V), Fällt das Barometer weiter, z. B. bis Zone C, so
handelt man genau ebenso mit der zweiten Nadel... (Fällt das Barometer nicht
weiter, aber dreht der Wind, so wiederholt‘ man diesen Handgriff in Zone B
statt in C — siehe die Linie VW der Fig, 2.)