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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Ann. d. Hydr. usw., XXXXVII. Jahrg. (1919), Heft XI/XII, 
74 
% 
* 
Die Eisverhältnisse 
des Winters 1918/19 in außerdeutschen europäischen Gewässern. 
(Amtlich) 
Bearbeitet nach Pressemeldungen und amtlichen Berichten, 
Eisverhältnisse in schwedischen, finnischen und russischen 
Gewässern. 
A. Schluß der Schiffahrt. ; 
Über den Verlauf der Temperatur im nördlichen Ostseegebiet gibt die 
beigefügte Textfigur Aufschluß, Statt.der nicht bekannt gewordenen Temperatur- 
mittel von Dünamünde sind, um ein möglichst anschauliches.Bild zu geben, die 
von Wisby beigefügt. 
1. Der Nordbotten. Das erste Eis wurde am 22. XI. gemeldet, In Luleä 
ging die Schiffahrt am 26. XI. zu Ende, und schon am 30, XI, war der dortige 
Hafenganzgeschlossen. Gleich- 
zeitig wurden das Feuerschiff 
„Norrströmsgrund“ und die 
Leuchttonnen des Bezirks ein- 
gezogen.“ Trotz.des anhalten- 
den Frostwetters (vgl. die 
Textfigur der‘ fünftägigen 
Temperaturmittel) waren süd- 
liche Bottenhäfen aber noch 
gegen Ende Dezember zu er- 
reichen, Hernösand und Sunds- 
vall noch’ am 22, XII. durch 
von Eisbrechern offen ge- 
haltene Rinnen.: Gefle wurde 
erst am 10, I. geschlossen. 
Das Feuerschiff „Vestra Finn- 
grund“ wurde ‚am 27, XI. 
eingezogen, „Grundkallen“und 
„Utgrunden“ lagen am 27. I. 
noch aus, ; 
Von den Schärenfahrwassern — das Älands-Haff war noch durch Minen 
gesperrt — ist kein Schluß der Schiffahrt gemeldet worden, vielmehr sind den 
Meldungen nach in allen‘ ihren Hauptfahrwassern Eisrinnen, am 18. II. durch 
15 cm dickes Eis hindurch, offen gehalten worden. . 2 . 
. 2, Von finnischen und russischen Gewässern wurde nur bekannt, daß die 
Fahrten, Stockholm—St, Petersburg am 11. XII und die Stockholm—Hangö am 
16. IL. eingestellt werden mußten. 
8. Schwedische Gewässer südlich von den Stockholmer Schären. Die nörd- 
liche Ansteuerungstonne des Kalmar-Sundes wurde am 31. XII. eingezogen, doch 
war der Sund für starke Dampfer noch bis zum 10. II befahrbar. Am 11. X. 
war er nach Norden hin geschlossen, südwärts wurde er aber durch eine Rinne 
offengehalten. Am 18, II, konnte der Kalmar-Sund mit Eisbrechern wieder ganz 
durchfahren werden. Als dann am 10, III. das’ Eis auseinanderging, besserten 
sich die Schiffahrtsmöglichkeiten sehr schnell. Am 15. IIL war der Kalmar-Sund 
schon wieder für Segler befahrbar. 
Von Schwedens Westküste ist wenig Eis gemeldet worden; die Schiffahrt 
nach Strömstadt war allerdings schon am 20. XII. erschwert, Idefjord war am 
21. XII. geschlossen. Am 8 I[, reichte ein Eisgürtel vor der Küste bis Varberg 
nach Süden, und am 10. II. wurde vom Fahrwasser Vinga--Gotenburg Treibeis 
gemeldet. . 
Ann, A. Hydr. usw. 1919. Heft XI/XIT.
	        
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