Die Eisverhältnisse an den deutschen Küsten im Winter 1918/19,
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gehenden Winter aufwies, wurde die Segelschiffahrt an 20 Tagen gegenüber
7 Tagen im Winter vorher geschlossen. Im Stettiner Haff mußte die Segel-
schiffahrt an 36 Tagen eingestellt werden. Von den anderen Orten ist nur noch
Stolpmünde zu erwähnen, wo die Segelschiffahrt an 2 Tagen geschlossen wurde,
West- und ostpreußische Küste und Haffe.
Neufahrwasser und Hela wiesen beide eine verhältnismäßig geringe Eis-
besetzung auf, und zwar hatte das Revier in Neufahrwasser, wo Eisbrecher fast
ständig tätig waren, nur 2 Tage mit erschwerter Segelschiffahrt zu verzeichnen,
In Hela, wo während des ganzen Winters nur an 3 Tagen Eis vorkam, ist keine
Behinderung der Schiffahrt eingetreten. Memel wies nur 13 Tage mit Eis auf
gegenüber 45 im Winter 1917/18, die Segelschiffahrt war an 7 Tagen erschwert.
Den über das Frische Haff vorher gemachten Angaben ist noch hinzu-
zufügen, daß, nachdem die Schiffahrt im Königsberger Haff aufgehört hatte, das
Elbinger Haff fast während des ganzen Monats Dezember noch. für starke
Dampfer geöffnet blieb. Auch während des Monats Januar ließ sich der Verkehr
mit Eisbrecherhilfe noch an 7 Tagen (vom 28, bis 29.) aufrechterhalten. Erst
am 30. I. wurde die Schiffahrt auch im Elbinger Haff endgültig geschlossen.
Durch andauernde Tätigkeit der Eisbrecher konnte der Hafen von Pillau
soweit offengehalten werden, daß während des ganzen Winters die Segelschiffahrt
nur an 13 Tagen geschlossen zu werden brauchte. Ebenso ließ sich im Pillau-
Seekanal, welcher schon Mitte Dezember eine feste Eisdecke bis zu 20 cm auf-
wies, der Schiffsverkehr nur infolge der regen Eisbrechertätigkeit ohne größere
Störungen aufrechterhalten. Die Segelschiffahrt ist dort nur an 16 Tagen er-
schwert und an 13 Tagen geschlossen gewesen, .
Im Elbinger Haff ist die Schiffahrt am 14. III, im Königsberger Haff
einen Tag später wieder eröffnet worden; völlig eisfrei wurde das Frische Haff
(nach Elbing und Königsberg) aber erst am 29, III, bzw. 30. III.
Kieinere Mitteilungen.
1. Azimut-Diagramm von B. Mora. Kapitän B. Mora, Lehrer an der
Seefahrtschule in Riga, hat eine Meßkarte gezeichnet, die gestattet, das Azimut
aus Breite, Stundenwinkel und Abweichung auf 0,2° ohne Schwierigkeit zu ent-
nehmen. Das Verfahren, nach dem die Karte gezeichnet ist, ist neu, Da es
auch für andere Meßkarten geeignet erscheint, möge es hier besprochen werden.
Der Verfasser hat darüber nichts geäußert.
Die Meßkarte besteht aus zwei Blättern, das eine gilt für g = 30° bis 50°,
das andere für go = 50° bis 72°. Jedes Blatt besteht aus drei zusammenhängenden
Teilen, denen ein gemeinschaftliches rechtwinkliges Koordinatensystem zugrunde
liegt. Der Oberrand des linken und rechten Teiles trägt eine gleichförmige
Teilung, jeder Teil ist ein Grad der Abweichung. Die Innenränder sind eben-
falls gleichförmig geteilt, jeder Teil gleich einem Grad des Azimuts. Der linke Teil
gilt für 30°, der rechte Teil für 50° Breite, bzw. 50° und 72° Breite, Die
Außenränder sind ungleichförmig geteilt, jeder Teil entspricht 10m des Stunden-
winkels, Die Abweichung- und die Azimutlinien‘ sind zueinander senkrechte
Gerade, während die Stundenwinkellinien Kurven sind. Die wagrechte Gerade
durch den Schnittpunkt der Stundenwinkelkurve mit der Abweichungsgerade
Kefert das Azimut, und zwar links für 30°, rechts für 50° Breite,
Der mittlere Teil der. Meßkarte ist eine Schalttafel für Breite, Die
Azimutlinien sind die Fortsetzung der Azimutlinien des linken und rechten
Teils, die von den von unten nach oben laufenden Breitenkurven durchkreuzt
werden. Zum Gebrauch verbindet man das Azimut für 50° Breite am linken
Rande der Schalttafel mit dem für 72° Breite an ihrem rechten Rande. Der
Schnitt dieser Geraden mit der laut Aufgabe geforderten Breitenkurve liefert das