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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar/Februar 1919,

Die von Thorade angegebenen Zahlen führen für die Kalifornische
Strömung (zwischen 40° und 50° N-Br.) auf ein mittleres v = rd. 4 m/sek;
die Reibungsarbeit W{(co) des Oberflächenstromes betrüge also etwas über
2 Erg/em’%sek. Für den Kanarenstrom (10 bis 30° N-Br.) wird v= rd, 3.7 m/sek,
W (co) gegen 4 Erg/ecm*%ek; für den Somalistrom (3 bis 12° N-Br.) ist v = rd.
8 m/sek und W (co) gegen 40 Erg/cm*%sek, Man erkennt schon die starke Abhängigkeit
 von äußeren Bedingungen, insbesondere, wie große Windstärke und
niedrige Breite den Arbeitsverbrauch erheblich steigern. Selbst wenn man aber
für den Bodenstrom rund den gleichen Aufwand für Reibungsarbeit ansetzt wie
für den Oberflächenstrom, also den gesamten Energieverlust gleich dem Doppelten
der obigen Zahlen‘), bleibt er außerordentlich zurück hinter jenem, der aus der
theoretischen Windverteilung für die freie Luft folgt: in dem ersterwähnten Aufsatz
 war für die Verhältnisse in Mitteleuropa W(c©&) in einer Säule von 1 cm?
wagrechtem Querschnitt durch die ganze Atmosphäre zu rund 900 Erg/cm’sek
errechnet worden, und in den untersten 10 Metern allein schon zu mehr als 100.
Dabei hatte sich herausgestellt, daß der aus der theoretischen Windverteilung
folgende Energieverbrauch noch lange nicht genügt, um den tatsächlichen Aufwand
 auf Bewegung von Luftmassen gegen die Schwerkraft zu decken; jener
muß in Wirklichkeit zehn oder noch mehrmal so groß sein, als unter den einfachen
 Voraussetzungen errechnet, Die wesentlichste Energiequelle liegt deshalb
nicht in der regelmäßigen Windverteilung, sondern in allen den verschiedenen
Windschichtungen, die ja stets vorhanden sind.
Ein ähnliches Ergebnis wird man auch für Wasser erwarten, wennschon
nicht in dem Ausmaß; jedoch fehlt derzeit noch die Möglichkeit, dem genau und
erschöpfend nachzugehen. Einfacher als in Luft liegt der Fall hier insofern,
als bei Beschränkung auf Windwirkung alle Bewegungsenergie durch die Oberfläche
 hindurchgeht, Ein Arbeitsverbrauch, der den für die regelmäßigen Triftströme
 abgeleiteten überschreitet, kann also nur dann bestehen, wenn c, und
De/0z (damit jedenfalls auch A) an der Oberfläche höhere, aber zeitlich stark
wechselnde Werte annehmen. Damit rechnet man wohl von vornherein, doch
ließa sich das durch genaue Strommessungen aus den obersten Schichten auch
unmittelbar nachweisen,
Zusammenfassung. Es wird berechnet, welche Energiemengen bei einer
Stromverteilung nach der Ekmanschen Triftstromtheorie infolge der Scheinreibung
 im Meere verbraucht werden, Am größten ist der Energieaufwand nahe
der Oberfläche, nimmt mit zunehmender Tiefe rasch ab, In einer senkrechten
Wassersäule von 1ecm? Querschnitt hat der gesamte sekundliche Arbeitsverbrauch
in bestimmten Beispielen Werte, die zwischen zwei und 40 Erg/sek liegen, Sie
steigen erheblich mit wachsender Geschwindigkeit des die Trift verursachenden
Windes, wachsen auch mit Annäherung an den Aquator. Immer bleiben sie aber
bedeutend unter den für das Luftmeer berechneten, doch dürften wie da, so auch
im Wasser die unregelmäßigen Stromschichtungen, hier hervorgerufen durch
Winde wechselnder Stärke und Richtung, eine wesentliche Rolle für den Energieumsatz
 spielen.
Wien, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.

Das

winkeltreue gegenazimutale Kartennetz nach Littrow
(Weirs Azimutdiagramm).
Von H. Maurer.

In den Ann, d. Hydr. usw. 1918, S. 209 erhebt Herr Wedemeyer den
Vorwurf, ich hätte das Littrowsche ‚Kartennetz (das auch dem. Weirschen
Azimutdiagramm zugrunde liegt) zu Unrecht als gegenazimutal be-+)

 Wahrscheinlich darf man das gar nicht, denn der Bodenstrom kommt nur auf dem Umweg
 über einen Stau zustande, und diesem entgegen muß der Wind Arbeit leisten.
            
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