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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

210 Annalen der HAydrographie und Maritimen Meteorologie, September/Oktober 1919.

das Gewicht des Einzelwertes erhöht werden. Daher konnte von der strengen
Durchführung dieses Prinzips gelegentlich abgesehen und auch ein einzeln auftretender
 Wert berücksichtigt werden, wenn er zweifelsfrei als reell zu erkennen
war, was unter 1000 m Höhe fast immer, darüber hinaus dann zutraf, wenn die
ganze Reihe bei günstiger Flugrichtung des Ballons angestellt und durch sehr
kleinen Höhenfehler ausgezeichnet war.
Nach obigen Grundsätzen wurde das vorbereitete Material untersucht und
die in Betracht kommenden Abweichungen in ihrem Zusammenhange mit
Richtung und Stärke der Horizontalkomponente des Windes in nachstehender
 Tabelle (in Anlehnung an Wenger S. 1832, Tab. I) dargestellt.
Zusammenhang der Vertikalstörungen mit Windrichtung und «geschwindigkeit.

Abweichung von der normalen
Steiggeschwindigkeit in
m/min

5 — 9200

— 00) — _ 100 +50
bis bis bis bis
150! — 100) —50 + 100

+ 100| + 150}
bis bis >-+200
4150! 412001

Fälle

Fälle

re

!
9
39 |
I 94 |
5! 38

2 '1(+1% 81 (82)

N
NO
Ö
So
S
SW

2 (102

7

f
1

Zahl der Fälle
dei Windrichtung

1(4)
120)
98
(6
A{Q

(12

{7

109)
1 (8)

1 (3)
1? (5)

5
6
28 (29)
20
18

g (19-+26)
v8)

2 (20)
L (18)

16

A Dr

W
NW

8 (10

Mittlere Windstärke m/sec

1a

&

* 4 ”

Zahl der
Fälle bei
Windstärke

|< 5m/sec
5 ” } 2
< 10 »
>10 1 | — | 5
Sprungschicht — N ymm

‚g

21
32
9 (10)

(D

Die Abhängigkeit von der Windrichtung tritt für jede der gebildeten
Gruppen aufs deutlichste hervor: es ist der SW-Quadrant, in dem sich die kleinen
Abweichungen besonders dicht scharen, die großen fast ausschließlich auftreten;
diese Winde aber kommen von den Gebirgen her, von deren Fuß Sofia etwa 6 km
entfernt liegt und die somit zweifellos als die mechanische Ursache der Vertikalstörungen
 anzusehen sind. Zugleich ist damit auch die Verteilung nach Jahreszeiten
 gegeben; die südwestlichen Winde treten in Sofia nur im Winterhalbjahr
auf, während der Sommer (etwa Mai bis Oktober) durchweg im Zeichen des
NW-Quadranten steht, wobei dann die Winde die das Talbecken im Norden
begrenzende, etwa 15 km entfernte und nicht so hohe Balkankette zu überschreiten
 haben, deren Einfluß auf die Vertikalbewegung des Ballons offenkundig
weit geringer ist. Der geringe Anteil, den diese nördlichen Sommerwinde trotz
ihrer gleichen oder eher noch größeren Häufigkeit haben, erscheint auffällig und
läßt sich kaum erklären, wenn man jede Vertikalstörung auf Turbulenzeinflüsse
zurückführen will, da nicht einzusehen ist, weshalb die Turbulenz nicht stets
vorhanden sein sollte, zumal da auch die zugehörigen Windstärken ziemlich
gleichmäßig und durchaus nicht auffallend niedrig sind. Auch dürfte nach
Wengers eigener Ansicht der Turbulenzeffekt sich so weit über die Dimensionen
des ihn verursachenden Hindernisses erstrecken, daß Entfernungsunterschiede wie
die obengenannten noch nicht so tiefgreifende Unterschiede in den Wirkungen
hervorrufen könnten. Deutet man dagegen die beobachteten Vertikalstörungen
als wirkliche Vertikalströmungen, so ist es aus der Analogie mit strömendem

!') Nur zufällig in den Beobachtungen nicht erscheinend, als Zwischenwert natürlich mindestens
dreimal vorhanden.
2) Die in Klammern stehenden Zahlen geben die zugehörige mittlere Windstärke an.
            
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