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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Köppen, W.: Zur Frage d. zeitl. u, räuml. Auftret, d, Meyer-Seemannschen Luftdruckschwankung, 205

auf Tafel 7 auch die der Mittelwerte aller bearbeiteten Stationen aus Nord- und
Mitteleuropa hinzugefügt nach den Zahlen der von mir in der Meteor. Zeitschr.
1915, S. 184 veröffentlichten Tabelle. Diese Zahlen gehen bis 1755 zurück,
Sie beruhen zwar vor 1781 sowie 1798 und 1794 nur auf Basel und Wien, sonst
aber auf mindestens 3 und seit 1822 durchweg auf 6 bis 11 Orten aus dem
Gebiete Vardö—Archangel— Warschau—Genf—London—Stykkisholm.
Die Abstände zwischen den in die Augen fallenden Maxima und Minima
der Kurven findet man in der Tafel nach ganzen und halben Jahren angeschrieben,
 Zählt man sie aus, und rechnet auch die zusammengesetzten
Intervalle bis zur Länge von 19 Jahren (dem längsten einfachen Abstand)
hinzu, so erhält man, wenn man die Brüche je auf die benachbarten ganzen
Zahlen verteilt, folgendes:
Abstand (Jahre): 3 4 5.6 7. 8 9 10 11 22 13 14 15 16 17 18 19
Zahl der Fälle: 381 13 20 28 18 11 14% 16'/ 19 164, 10 181% 16 18 7 15 111%
Man erkennt ein starkes Übergewicht der Abstände von 5 bis 7 Jahren
Länge, zwischen die sich aber allerlei andere Intervalle einschieben. Deutliche
Maxima der Häufigkeit zeigen sich bei 6, 11 und 15, ausgeprägte Minima bei
8, 13 und 17 Jahren Abstand.
Man sollte erwarten, daß unter den Elementen der Mondbahn die Stellung
des Mondes zum Äquator, also seine Deklination, auf die Massenverteilung in
der Atmosphäre stärker wirken müßte als seine Stellung zur Ekliptik; eine
solche Wirkung würde, besonders da es sich um höhere geographische Breiten
auf der Erde handelt, recht plausibel sein’). Allein der dafür maßgebende
tropische Umlauf des Perigäums = 8.85 Jahre tritt in der obigen Zahlenreihe
nicht hervor, wohl aber die sehr nahe 6-jährige Periode, der das Verhältnis
zwischen „Breite“ und Entfernung des Mondes folgt, wie Prof, Schneider
auf S. 21 des Jahrganges 1918 dieser Zeitschrift gezeigt hat. Dieses Verhältnis
ist es auch, das O. Pettersson unter dem Namen „Knoten - Apsiden - Periode“
vorzugsweise betont, allerdings nicht deren ganze, sondern deren halbe Dauer
(2,9985 Jahre)?). Auf Tafel 7 findet man zwischen London und Kristiania als
feine Kurve die Breite des Mondes beim November-Perigäum eingetragen, Die
Ähnlichkeit der Wellen mit denen der geglätteten barometrischen Kurve von
diesen Orten in den Jahren 1875—1896 ist auffallend. Sie muß noch größer
sein für die Jahre 1854—1874, für die mir die Perigäums-Breite nicht zur Hand
ist, für die man aber ihre Kurve sich leicht ungefähr entwerfen kann,
Um weitere ähnliche Untersuchungen zu erleichtern, stelle ich auf Tafel 6
Figur B. die Werte einiger Elemente der Mondbahn, die für diese Fragen in Betracht
kommen könnten, graphisch dar. Da es sich bei unseren Druckkurven um den
Unterschied zwischen Vollmond und Neumond handelt, liegt es am nächsten, die
Verschiedenheit der Jahrgänge in der wechselnden Größe der Deklination und
des Abstandes des Mondes von der Erde bei diesen Phasen zu suchen. Die
gebrochene Linie a stellt deshalb den Deklinationsunterschied und die gebrochene
b den Halbmesserunterschied des Mondes zwischen Voll- und Neumond, beides
im November, dar. Die Linien c und d geben die Breite und Deklination des
Mondes zur Zeit des Perigäums ebenfalls im November wieder, Bis auf c
scheinen diese Linien keine Beziehung zu der Meyer-Seemannschen Druckschwankung
 zu haben, Wie aber gerade die Breite des Mondes, also seine
Stellung zur Ekliptik, unabhängig von seiner Stellung zum Äquator, einen
Gravitations-Einfluß auf die Atmosphäre haben sollte, ist nicht einzusehen.
Die starken Anzeichen für eine 6- und eine etwa 40-jährige Periode,’ die
sich bei Betrachtung der Tafel 3 und der Tabellen, z. B. 2a. 2b und 4% uns

HA © 1) Vgl. Krümmel: Ozeanographie, Bd. If. S. 222; A. Wegener: Meteor. Zeitschr.
1915, 8. 256.
°) O. Pettersson: Om mänens inflytande pä klimat och väderlek (Ymer, 1916, H. 2).
*) Für die Existenz der etwa 40-jährigen Periode scheinen z. B, die folgenden Zahlen der
Wiener Reihe deutlich zu sprechen: bezeichnen wir die Jahrzehnte durch ihr Mitteliahr, also
1795—1804 durch 18C0 usw., so war der Betrag von D zu Wien im Jahrzehnt
1800 1820 1840 1560 1880 1900
1909 41 1.107 929 ST Lin
            
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