Köppen, W.: Zur Frage d. zeitl, u. räuml. Auftret, d. Meyer-Seemannschen Luftdruckschwankung. 203
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Auffallenderweise zeigen die sehr ruhigen Tage ganz ohne Sturm-
meldung nicht eine den stürmischen einfach entgegengesetzte Verteilung über
den Monat, sondern ihre Summenreihe — 13, 20, 23, 19, 14, 13, — zeigt
ein ausgesprochenes Maximum nach dem ersten und ein Minimum beim letzten
Mondviertel.
& Im Jahrgange 1896 dieser Zeitschrift habe ich, wie schon erwähnt, die
Druckverteilung in der weiteren Umgebung des Meyer-Seemannschen Phänomens
an 46 Monaten der synoptischen Karten vom Nordatlantischen Ozean und den
angrenzenden Festländern aus den Jahren 1873 —1890 auf Grund der von Van
Bebber und mir aufgestellten Isobarentypen geprüft. Im folgenden mögen dagegen
von zwei Jahren, in denen die, M.-S.-Druckschwankung besonders gut entwickelt
war, die Druckverteilung bei vier aufeinanderfolgenden Neumonden und Voll-
monden auf Tafel 5 zur Darstellung kommen. Die Kurven auf den 16 Kärtchen
geben, graphisch gemittelt, die Lage der Isobare 765 während der angegebenen
5 Tage, in deren Mitte Neu- und Vollmond fielen. In die Mitte der Hochdruck-
gebiete ist das Zeichen © für Vollmond und @ für Neumond gesetzt. In den
Tagen vom 9.—18. November und 7.—11. Januar 1887 bewegten sich die Hoch-
druckgebiete über Nordamerika so schnell, daß statt .der mittleren Lage der
Isobare 765 dort die Lage der Maxima an den einzelnen Tagen angegeben ist.
Für Dezember und Januar 1876/77 ist die Zeichnung nur für Europa nach den
Wetterberichten der Seewarte ausgeführt, da für diese Monate die Wetterkarten
vom Ozean fehlen.
Man erkennt leicht, daß auf den Kärtchen der 1. und 3. Horizontalreihe,
welche die Lage um Vollmond darstellen, durchweg der Druck über Skandinavien
niedrig war, auf denen der 2. und 4. Reihe dagegen, welche die Tage um Neu-
mond darstellen, hoher Druck über ganz Skandinavien oder mindestens einen
Teil davon herrschte, außer am 23.—27, Dezember 1886. Auf anderen Teilen
der Karte finden wir freilich keine durchgreifende Regelmäßigkeit, Das Kompen-
sationsgebiet für die skandinavische Druckschwankung lag bald näher, bald ferner.
Ein noch anschaulicheres Bild ergibt sich, wenn wir den zeitlichen Gang
des Luftdruckes in diesen beiden Spätjahren von einem einzelnen Ort ins Auge