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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1919. 
ein Zweifel an dieser Auffassung ausge- 
schlossen ist. Im Gegensatz dazu be- 
zeichnet er in Annalen der Hydrographie 
usw. 1919, S. 15, als Azimut den Winkel ß 
im Dreieck PBS, wodurch das Mißver- 
ständnis. hervorgerufen sein mag. Man 
mißt in der Littrowschen Karte das Azi- 
mut nicht auf der Seite des Mittelmeridians, 
wo der anpeilende Ort liegt, sondern auf 
der entgegengesetzten Seite, Damit ist 
die geometrische Anschauung auf den 
Kopf gestellt, denn jemand, der die Karte 
zum ersten Male benutzen will, wird ver- 
sucht sein, das Azimut auf der Seite des 
d.h Mittelmeridians zu messen, wo das zuge- 
150° — A. hörige Dreieck liegt. Des leichteren Ver- 
ständnisses wegen mögen hier die beiden Figuren von Maurer wiederholt 
werden. 
1905, S. 12 
Zu beweisen ist noch, daß die Azimutgleiche A den Meridian des Gestirns 
unter dem Winkel x — A schneidet. Das Wort »Azimutgleiche« ist von Herrn 
E. Kohlschütter und mir geprägt worden, und zwar als Marcuses Orts- 
bestimmung im Ballon 1909 erschienen war, also zeitlich etwa ein Jahr früher 
als Maurer angibt. Nach unserer Erklärung soll unter Azimutgleiche ver- 
standen werden die Gesamtheit aller Örter, die ein bestimmtes Gestirn zur 
selben Zeit in demselben Azimut peilen. Diese Azimutgleichen sind von mir 
bildlich in einer winkeltreuen Projektion (stereographisch) dargestellt worden 
(vgl. Tafel 37, Ann. d. Hydr. 1910). Ein Teil der Tafel möge hier wiederholt 
werden, Ohne Mühe sieht man, daß die Azimut- Fig. 3. 
zleiche 170° den Meridian NS in S unter einem 
spitzen Winkel schneidet, jedenfalls nicht unter 
dem Winkel 170°. Da in jedem Punkte der 
Azimutgleiche sich zwei Großkreise durch N 
und S schneiden unter dem Winkel 170°, so folgt 
auch, daß sich im Punkte S die entsprechenden 
zwei Großkreise unter dem Winkel 170° schneiden 
müssen, Dieser Winkel liegt aber nicht an der 
der Azimutgleiche zugewendeten Seite des Meri- 
dians, sondern an der in der Figur nicht aus- 
yezeichneten Seite des Meridians. Daraus folgt, 
daß der Winkel an der Innenseite des Meridians 
180° — 170° = 10° sein muß, Da die Littrowsche 
Karte winkeltreu ist, muß mithin die Azimut- 
gleiche 170° den Mittelmeridian unter dem 
Winkel 10° schneiden, was sie auch tatsächlich tut. 
Da nun nicht der Winkel 10° gemessen werden soll, sondern der Winkel 
170°, so muß sein Nebenwinkel gemessen werden. Das Meßverfahren ist ähnlich 
dem von Herrn Teege (Ann. d. Hydr. usw. 1918, S. 147) vorgeschlagenen Ver- 
fahren, den Winkel zwischen einer Sehne und dem zugehörigen Kreisbogen zu 
messen. Herr Teege mißt auf diese Weise das Azimut in der stereographischen 
Karte. Deshalb sagte ich, man müßte auch die stereographische Karte »gegen- 
azimutal« nennen, wenn die Bezeichnung nach Maurer richtig wäre. Die 
Littrowsche- Karte erfüllt nur die erste Bedingung, die Maurer 1911 gefordert 
hat, nicht aber die zweite. Beide Bedingungen der Maurerschen Erklärung 
von 1919 erfüllt die Littrowsche Karte. 
Der Zweck meiner Hinweise auf die Widersprüche in den Erläute- 
rungen ist damit erfüllt, denn sie haben eine Klarstellung der Begriffe herbei- 
yeführt und eine einwandfreie Erläuterung zutage gefördert.
	        
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