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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Wendt, E.: Loxodromische Entfernungen, 
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spielen, in denen‘ sich andere Verhältnisse herausstellten. Zugleich hat er das 
Problem allgemein ‚für alle loxodromischen Entfernungen von einem Vollmeridian 
formuliert, eine allgemeine Lösung dieses Problems aber nicht versucht. Auch 
Herr Immler, der bald darauf eine Arbeit über denselben Gegenstand in dieser 
Zeitschrift (1918 S. 355) veröffentlichte, ist an eine allgemeine Lösung. nicht 
herangetreten, und in der Erwiderung (Ann. d. Hydr. 1919 S, 38), die Herr M. 
dem Aufsatz des Herrn I. hat folgen lassen und in welcher er die Beispiele noch 
vermehrte, sind keine Entwicklungen allgemeiner Art zu bemerken, ; 
In den folgenden Zeilen habe ich versucht, eine allgemein befriedigende 
Lösung des von Herrn W. angeregten, aber erst von Herrn M. in allgemeiner 
Form ausgesprochenen Problems zu geben, Es stellt sich heraus, daß die von 
Herrn M, angeführten Beispiele tatsächlich alle Möglichkeiten erschöpfen; und 
daß die Immlerschen Untersuchungen, wenn sie auch nur für einen Sonderfall 
entwickelt waren, doch wohl geeignet waren, eine richtige Vorstellung ‚von den 
allgemeinen Verhältnissen zu erwecken. Herr M. hat die verschiedenen Möglich- 
keiten, die eintreten können, auf Grund von Beispielen richtig erschaut, hat aber 
keine Bedingungen für das Eintreten der von ihm aufgezählten vier Fälle an- 
gegeben. Herr Immler hat das Verdienst, den Boden für eine allgemeine 
Untersuchung geebnet zu haben. In den folgenden Ausführungen benutze ich 
die von ihm: entwickelten Hilfsmittel, wie die Linie gleicher loxodromischer 
Distanz, -den : Begriff: der Fußpunktskurve, den Begriff des Wendepunktes. Ich 
darf auch .nicht unerwähnt lassen, daß Herr I, wie ich aus brieflichen Mit- 
teilungen von ihm” weiß, fast zur selben Zeit wie ich. zu den hier entwickelten 
Resultaten gelangt war, 
Ich frage zunächst nach dem geometrischen Ort aller Erdenpunkte, die 
von einem gegebenen festen Punkte. denselben loxodromischen Abstand haben. 
Der gegebene Punkt habe die. Breite w„, die man sich als: nördlich _vorstelle‘!). 
Seine Länge nehme ich, ohne. damit die Allgemeinheit zu stören, gleich 0.an. 
Nördliche Breiten will ich durch das Zeichen +, südliche durch das Zeichen — 
kennzeichnen; in ähnlicher Weise will ich östliche und westliche Längen durch 
das Vorzeichen unterscheiden. Irgendein Punkt der Kurve habe die Breite @ 
und die Länge A. Dann ergeben sich aus dem gewöhnlichen Kursdreieck und 
dem vergrößerten Kursdreieck folgende Bestimmungsgleichungen: 
DD. .. ‚. P-—Po=0C0056 "m , 
@.. . 2000. dA=(M-—-Motga, 
wo e die loxodromische Entfernung der Punkte (g, 4) und (g, 0) ist und wo M 
und M, die vergrößerten Breiten nach den Formeln 
@ # 
= =. z 
Sr +2) 
Mo = log nat tg * + © ; 
Bo ) 
M — My = / sec de, 
. Po ; . En . 
darstellen. Es ist ausdrücklich hervorzuheben, daß alle in den Gleichungen (1) 
bis (3) auftretenden Größen, wie g, A, e, M, in Bogenmaß auf der Einheitskugel 
zu messen sind. Wollte man, wie es in der geographischen Steuermannskunst 
gebräuchlich ist, die Größen @ und 4 in Bogenminuten, e in Seemeilen und M 
in vergrößerten Breitenminuten nehmen, so müßte man. die Größen M und My 
in den Gleichungen (3) noch mit dem Zahlenfaktor 3437,75 versehen. Das wäre 
aber mit Rücksicht auf die vorzunehmenden Differentiationen nicht ratsam, ‘ Die 
Gleichungen (1) bis (3) gelten mit Einschluß des Vorzeichens, wenn man ‚den 
Kurswinkel « von. Norden aus nach Osten herum von 0 bis. 2x durchzählt, 
auch im allgemeinen für die Grenzwerte x == 0, = %, 85. Wenn aber e> 5 — © 
') Der Fall 91. = 0 wird gesondert behandelt:
	        
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