accessibility__skip_menu__jump_to_main

Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

166 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1919. 
auftritt. In größerer Nähe des Äquators wird die ablenkende Kraft der Erd- 
rotation unwirksam, weswegen die Druckverteilung dort nicht mehr mit den 
Stromlinien übereinstimmt, sondern sich der Verteilung in Fig. 1 nähern müßte, 
Das durch zwei entgegengesetzte Ströme gebildete Hochdruckgebiet der Fig. 4 
kann sich nur dort finden, wo die ablenkende Kraft noch eine Rolle spielt. 
Nun besteht im Gebiet des Polarbeckens nach vielfachen Beobachtungen 
eine zweite ostwestliche Strömung, die gleichfalls wellenförmige Ein- und Aus- 
buchtungen der Stromlinien hat. Es ergibt sich also die Frage, wie die W-E-Drift 
nördlich von 30° n. Br. und die E-W-Drift des Polarbeckens mit ihren Wellen 
ineinandergreifen. . 
Aus den obigen Überlegungen geht hervor, daß die kalte Polarströmung 
mit der wärmeren Westdrift wohl stationäre Wellen bilden kann, daß diese 
aber wegen ihrer nur ganz wenig über den Horizont ansteigenden Grenzfläche 
so wie die Gravitationswellen überhaupt recht geringe Längen haben müssen, 
von der Größe der Helmholtz’schen Wogen (wenige Kilometer). Die durch 
Land- und Meerverteilung erzwungenen Wellen sind von ganz anderer Größen- 
ordnung. Sie können daher nicht als stationäre Bewegungen aufgefaßt werden. 
Die Erfahrung zeigt auch, daß zwischen jenen beiden Strömungen fort- 
währende Veränderungen vor sich gehen, daß sich dort namentlich Depressionen 
bewegen. Die Entstehung dieser Wirbel zwischen den beiden Strömen läßt sich 
Fig. 5 nicht berechnen, doch kann man versuchen, 
EB. 9. unsere Vorstellungen mit den Beobachtungen in 
N bi Verbindung zu bringen. 
Wir haben uns offenbar zu denken, daß 
die ostwestliche Polarströmung und die west- 
5stliche Strömung mittlerer Breite ihre Wellen- 
„ T berge gegeneinanderkehren; dann erhalten wir 
; &L zwischen den beiderseitigen Wellentälern ähn- 
m = << liche Strömungen, wie sie im Minimum bestehen, 
309 aan af H— Dies ist in Fig. 5 bei T (tief) dargestellt. Wir 
NL ESS haben dort die Polarströmung, südlich davon 
die westöstliche Strömung und südlich von 30° 
S die Passatströmung, also 3 Strömungen; schreiben 
wir allen wellenartigen Verlauf zu, so erhalten wir bei der angenommenen 
Gruppierung Tief- und Hochdruckgebiete in sehr schematischer Weise, wie sie 
im Winter über Kontinent und Meer angeordnet zu sein pflegen. 
Dabei werden wir auch beim Minimum an der Erdoberfläche einen ähn- 
lichen Übergang aus einer Strömung in die andere anzunehmen haben, wie 
beim Maximum (gestrichelte Pfeile). 
Da bei stationärer Strömung im Gebiete des Wellentales (Fig. 1, ax == 90°) 
gerade soviel Luft zwischen zwei Stromlinien passieren muß, wie im Gebiete des 
Wellenberges (« x = 270°), so ist die Geschwindigkeit der allgemeinen Ostwest- 
und Westostströmung (Fig. 5) im Gebiete der Depression größer als in dem der 
Antizyklone. Hierauf hat A. Schmauss!) kürzlich hingewiesen, ohne für die 
Tatsache eine Erklärung zu geben; sie geht aus der Wellenbewegung unmittel- 
bar hervor. 
Die Wellen der Westostströmung sind durch die Verteilung von Land und 
Wasser bestimmt. Infolgedessen ruhen sie im allgemeinen (isländisches 
Minimum). Aber nachdem längs der ganzen Grenze der Polar- und West- 
strömung Wirbel auftreten müssen und die Westströmung eine größere Ge- 
schwindigkeit besitzt als die Polarströmung, ist es erklärlich, wenn sich von 
dem Hauptwirbel T immer wieder Teilwirbel, die Depressionen, abspalten und 
ostwärts wandern, Wir müssen die oszillatorische Bewegung der Westströmung 
als erzwungene ruhende Welle auffassen, die von ostwärts bewegten Wellen 
überlagert ist. Eine rechnerische Darstellung dieser Art Bewegung wurde hier 
nicht versucht. 
Met, Zeitschrift 1919 S. 14.
	        
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.