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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Juli/August 1919, 
Mitunter ist die Annahme verwendbar, daß die untere Flüssigkeit von 
geringer, die obere von sehr großer Mächtigkeit ist. Dann kann man e«" als 
unendlich ansehen, und es wird: 
/ 
A=0, A=—£ CE, 
Die Welle pflanzt sich jetzt ebenso rasch fort, wie die untere Flüssigkeit 
strömt (z. B. w), das Wellenprofil wird von ihr mitgetragen. Dies ist z. B. der 
Fall, wenn niedrige kalte Luftmassen sich auf der Erde ausbreiten, Die obere 
Masse hat die Geschwindigkeit w/=w + A’, in der Richtung A’. 
Diese Gleichung wäre auch auf die Helmholtzschen Wellen an der Grenze 
ungleich dichter Luftmassen anwendbar, also in Inversionsschichten. Doch hat 
die Annahme inkompressibler Flüssigkeiten, die der Rechnung zugrunde liegt, 
etwas Mißliches, da 9 und g’ dann als die mittleren Dichten der Schichten auf- 
zufassen wären. Man kann also kaum erwarten, aus den Aufzeichnungen des 
Variographen von W.Schmidt über die Druckwellen am Boden und deren Länge 
Fig. 2. 
DO 
und aus den Windbeobachtungen hier zahlenmäßige Übereinstimmungen, was die 
Höhenlage der Grenzfläche anlangt, zu erhalten. Auch werden die Druckwellen 
bei höherer Lage der Grenzschicht am Boden immer mehr verwischt, entsprechend 
der oben gegebenen Druckgleichung. 
Man kann versuchen, die Wellen, welche Wind auf Sandflächen hervor- 
bringt, nach der obigen Gleichung zu berechnen, Denn wir betrachten ja den 
Fall stationärer Wellenformen; die oberste Sandschicht, welche vom Winde auf- 
geblasen wird, kann wohl wegen ihrer Beweglichkeit mit einer Flüssigkeit ver- 
glichen werden. Der Sand ruht, wie auch die ausgebildete Wellenfläche im Sande. 
Es ist also A’ die Windgeschwindigkeit w und man hat / = — Schreiben 
wir dem Sand eine Dichte von 2-5, der Luft am Boden eine solche von 0-0013 
gegen Wasser zu, so wird 4=3-10-%‘w?*. Für w = 10 m/sec gibt dies 4 = 3 cm, 
für w= 20 m/sec 14= 12cm, was der Größenordnung nach stimmen dürfte, 
Fig. 2 zeigt derartige Windwellen (Ripplemarks) im Sande, nach einer Aufnahme 
von W. R. Rickmers aus Turkestan, die mir Prof. H. Ficker freundlichst zur 
Verfügung stellte. Freilich werden auch hier wie bei den Wasserwellen bei 
Janger Dauer des Windes bedeutend längere Wellen entstehen können.
	        
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