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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Mai/Juni 1919.
Genau auf die gleiche Art können die Schiffsorte für jede Peilung von I
aus in wenigen Strichen konstruiert werden, .
Schließlich gibt die Zeichnung auch noch die Zeitdauer des Überganges
durch Ziehen einer Zeitlinie für irgendein Schiff z. B. Schiff III, wie sie in
dem vorhergehenden Abschnitt beschrieben wurde. Der Raumbedarf des Ma-
növers ist auf dem Papier einfach abzugreifen,
So liefert diese in wenigen Sekunden mit ein paar Strichen auszuführende
Zeichnung alle wünschenswerten Angaben. Die Anwendung dieser Art der
zeichnerischen Lösung beschränkt sich nicht auf dem gegebenen Beispiel ähn-
licher Fälle, sondern sie ist stets brauchbar, wenn es sich um irgendeine Art
von Stellungswechsel handelt.
e) Passieren eines Winkels, z. B. Scheinwerferkegels, mit gegebenem Ein-
trittsabstand auf dem kürzesten Wege (Fig. 9).
Die Stellung der Schiffe sei A und B; BC sei der beabsichtigte Abstand
bei Eintritt in den Kegel. In bekannter Weise wird bei A das Bewegungs-
dreieck Axy gebildet, Die Parallele zu xy durch A ist der von A zu durch-
laufende Kurs. Während A auf dem gefundenen Kurse läuft, bewegt sich mit
B auch die Leuchtkegelgrenze, so daß sich Punkt C parallel zum Kurse von B
verschiebt. Der Schnittpunkt dieser Parallele durch C mit dem gefundenen
Kurse von A bezeichnet in A, die Eintrittsstelle in den Kegel, Die schnellste
Durchquerung des Kegels gibt der Kurs senkrecht zur andern Kegelgrenze A A,.
Während des Laufens auf diesem Kurse verschiebt sich die Kegelgrenze mit der
Geschwindigkeit von B und es handelt sich darum, zunächst den Austrittspunkt
zu finden, wenn B in B,, dem A, entsprechender Standort von B, bewegungslos
geblieben wäre. Hierzu wird von A, aus aus va und vy wiederum das Bewegungs-
dreieck A, x, y, gebildet, in welchem A, x, der resultierende und die Kegelgrenze
von B, her in C, schneidende Kurs ist. Die Projektion von C, mit dem Kurse
von B auf den Kurs A, A, gibt in A, den Austrittspunkt aus dem Kegel. Eine
Parallele A,B, zur Kegelgrenze bezeichnet den gleichzeitigen Standort von B.
Die Dauer der Durchquerung ist durch die Länge der mit der Geschwindigkeit
Va zurückgelegten Strecke zu bestimmen, N
Die durchgeführten Beispiele geben wohl einen genügenden Überblick
über die Verwertung des Bewegungsdreiecks zur zeichnerischen Lösung der an
die Schiffahrt herantretenden Aufgaben.
Einfluß des Luftdrucks auf den Chronometergang.
Von Korv.-Kapt. a. D. Rottok, Vorstand des Chronometer-Observatoriums zu Kiel,
Über den Einfluß des Luftdrucks auf den Chronometergang stellten
schon namhafte Gelehrte und Uhrmacher Versuche an. Die gezogenen Schlüsse
fielen sehr verschiedenartig aus.
Uhrmacher Jürgensen unterzog bereits im Jahre 1826 mehrere Chrono-
meter einer Prüfung, aus der sich ergab, daß bei Luftdruckabnahme der Gang
der Instrumente bald gewinnt, bald verliert, Dr. Hilfiker, Assistent der Stern-
warte zu Neuchatel, stellte unter denselben Bedingungen ein Schnellergehen der
Instrumente fest — Gangversuche angestellt in den Jahren 1888/1889 —.
Resal, J. Villarceau und Caspari, die die Frage theoretisch zu lösen ver-
suchten, kamen zu einem entgegengesetzten Ergebnis, während Chronometer-
fabrikant Ditisheim durch praktische Versuche, der Gelehrte Guillaume nach
theoretischen Schlüssen feststellten, daß bei Druckabnahme die Chronometer
schneller gehen.
Mithin waren die Schlußfolgerungen ganz verschiedener Art.
Dem Chronometer-Observatorium gelang es nach längeren Versuchen, ein
wirklich luftdichtes Chronometergehäuse zu erfinden und herzustellen. Daher