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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 47 (1919)

Gotzhein: Beiträge zur Schiffahrtskunde.,

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Folgen von Schätzungsfehlern in der Länge der Strecke AB und Fahrt
und Kurs von B sind aus der Zeichnung leicht zu bestimmen.
c) Passieren eines Schiffes unter Vermeidung des Unterschreitens eines
gegebenen Abstandes. (Fig. 7).
Ein Unterschreiten des Abstandes von einem festen Punkt wird vermieden,
wenn der Kurs des Schiffes die Tangente an den mit dem gegebenen Abstand
um den festen Punkt geschlagenen Kreis ist. Somit wird die Tangente von A
an den um B geschlagenen Kreis der resultierende Kurs und als solcher die
dritte Seite des Bewegungsdreiecks gebildet aus vy = Ax und-.dem Kreisbogen
vom Endpunkte x von vy mit vx=xXy nach dem resultierenden Kurs, Die
Parallele hierzu durch A trifft in A, den Passierpunkt des Kurses von B. BD
ist die Verbindungslinie des Berührungspunktes der Tangente mit dem Kreismittelpunkt
 B. Die Projektion D A, des Punktes D auf den Kurs A A, mit dem
Kurse von B ‚gibt in Punkt A, die Stelle des geringsten Abstandes vom
Schiffe B. Aa wiederum mit der Richtung BD auf den Kurs von B übertragen,
gibt in B, die Stellung von B, wenn A in A, ist. Der Richtigkeitsbeweis folgt
aus dem Parallelogramm BB, A2,D und den einander ähnlichen Dreiecken
AA,Dund Ayx.
Wie hier die Übertragung des Punktes D nach A, und A, nach Ba ausgeführt,
 läßt sich jeder Punkt der Linie AC auf A A, übertragen und dazu die
antsprechende Stellung von B durch eine gezogene Parallele finden. Eine von
A aus gezogene Zeitlinie gestattet es jede solche Stellung zeitlich festzulegen.
Befindet sich A in der durch Zeichnung festgelegten Zeit in A,, war die Entfernung
 AB richtig und Kurs und - Fahrt von B waren richtig eingeschätzt.
d) Stellungswechsel (Fig. 8).
Die Verwendung des Bewegungsdreiecks gestattet es außer dem Verfolgen
der Stellungen sämtlicher Schiffe eines Verbandes z. B. Geleitzuges die Ausführungsbedingungen
 für einen Stellungswechsel in kürzester Zeit mit wenigen
Strichen festzulegen. Als Beispiel sei hier eine starke Kursänderung genommen,
bei welcher die in Kiellinie fahrenden Schiffe schnell wieder die Kiellinie aufnehmen
 sollen, Die Schiffe seien I; IX; III; ‚I; IXa; III, ist die Stellung der
Schiffe nach vollzogenem Stellungswechsel, wenn Schiff I feststeht. Die Linien
I—II und III—III, bezeichnen somit die resultierenden Kurse der Schiffe II
und III. In den Punkten II und III wird der neue Kurs von I mit seiner Geschwindigkeit
 v, in entgegengesetzter Richtung bis x, und x, abgetragen. Bei
Schiff III wird nun mit der Maximalfahrt v, von x; und mit einem Bogen nach
Linie III—III, der Punkt yz und damit der Kurs x, y3 gefunden, Die Parallele
hierzu durch III ist der Weg, den Schiff HI einschlagen muß, um bei den gegebenen
 Fahrtverhältnissen schnellstens seine neue Stellung in IIIy einzunehmen.
Je geordneter ein solcher Stellungswechsel vor sich geht, um so mehr
verringern sich die Kollisionsgefahren. Damit ist der Gedanke des Ausgerichtet-Bleibens
 während des Überganges berechtigt, und es handelt sich
darum, Kurs und Fahrt des Schiffes II bestimmen, damit es gleichzeitig mit
Schiff III in die neue Linie Iy — IIIy einscheert. Zu diesem Zwecke wird die
Linie Iys gezogen, welche die Linie II—II, in y, schneidet, Die Verbindung
X, Ya ist der gesuchte Kurs und die gesuchte Geschwindigkeit v, für Schiff II.
Die Parallele hierzu durch II trifft in IIy die von I eingeschlagene Kurslinie.
Schiff I ist bei dem Einscheeren der Schiffe II und IX in I.
„Bei diesem Stellungswechsel ist zu prüfen, ob die Schiffe sich während
des Überganges nicht in gefahrdrohende Nähe kommen. Auch diese Prüfung
läßt sich mit wenigen Strichen ausführen. Wenn Schiff I sich nicht bewegen
würde, müßten II und III die Kurse II—II1 und HII—I11I, mit dem Geschwindigkeitsverhältnis
 ihrer Abstände von I ablaufen. Die größte Annäherung würde
stattfinden, wenn die Peilung von I aus auf den Kursen senkrecht steht, I von
den Schiffen II und III also querab gepeilt wird. Dieser Stellung entspricht
die Linie ICE in Fig. 9 Parallelen in C und E zum Kurse von I übertragen
diese Punkte auf die Kurse II—IIb in D, II1—]IIı in F, FD und in der Verlängerung G
sind die Schiffsorte im Augenblick der größten gegenseitigen Annäherung.
            
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