Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar/Februar 1919.
periodischen Schwankungen der tägliche Gang des Barometers im zweijährigen
Mittel noch recht unsicher. In den Gleichungen tritt der ganztägige Gang
stärker hervor als der halbtägige mit Amplituden von 0.09 und 0.06 mm. Die
Phasenzeiten der halbtägigen Schwankung treten rund um eine Stunde früher
ein als normal in mittleren Breiten (Phasenpunkt A, 192 gegen 158° etwa, Mittel
Aquator bis 40°), doch ist in so hohen Breiten nicht mehr mit der Lokalzeit zu
rechnen. Von größerem Interesse werden diese Zahlen erst durch Vergleiche
mit den Ergebnissen der Nebenstation Pustervig in nahe gleicher Breite,
76° 55’ N, aber 2° 20’ westlicher in einem Fjord der Ostküste von Grönland,
60 km West von Danmarks-Havn, welche Station nur durch flache Schären von
der Außenküste entfernt ist. Die Beobachtungen daselbst umfassen : sieben
Monate, November 1907 bis Mai 1908.
Die Luftdruckdifferenz dieser Monate gegen Danmarks-Havn betrug
0.50 mm, was einem Gradienten von 0.9 mm entspricht (Druckgefälle gegen die
Küste gerichtet). Die unperiodische tägliche Druckschwankung 5.7 mm war kleiner
wie in Danmarks-Havn, wo sie gleichzeitig 6.0 mm betrug. Die Luftdruckschwankungen
waren auch etwas kleiner als am Danmarks-Havn, absolute Extreme
784.5 und 731.8, Differenz 51.7 gegen 785.1 und 730.6 bzw. 54.5 am Danmarks-Havn.
Die meisten barometrischen Minima gehen im Osten von Danmarks-Havn
vorüber, die Druckschwankungen werden nach Westen hin kleiner.
Ein strenger Vergleich der täglichen Barometerschwankungen an beiden
Orten liegt leider nicht vor, die korrespondierenden Mittelwerte beziehen sich
wohl auf die gleiche Jahreszeit, auf die Mittel der gleichnamigen Monate, aber
nicht auf dieselben sieben Monate, Des ungeachtet ist auch der so erhaltene
Unterschied des täglichen Ganges von Interesse, Ich habe Mittel für zweistündige
Intervalle gebildet und die Unterschiede berechnet. Diese Mittel sind:
Täglicher Gang des Luftdruckes.
"atitter-| 2 |4 | 6 | 8 | 10 Iatittag | 21416] 8710
Pustervig . . .
Danmarks-Harn.
‚] 05 | ‚08 | 09 | 18 | 23 | 06 09 | 17 | _21 | 06 | 02 | 04
| —03 |-.05 1 .02 | .13 1 .18 1 ‚05 | .03 1-05 | 13 | -.07 | 04 | -.05
Pustervig —Danmarks-Havn (Inland gegen Küste).
| .08 | .18 | ‚07 | 03 | .05 |] -11 | -12 | -12 | -08 | .01| ‚06 | .01
Berechnete Werte‘).
{ .07] ‚091 ‚09 | ‚06 | .00 | -.08 | -13 | -.12 | -07 | -01 | 04 | 06
Von 6b abends bis 7? morgens etwa ist der Luftdruck im Westen im Fjord
höher als an der Außenküste, von 8b morgens bis etwa 6b nachmittags niedriger.
Es besteht also eine Tendenz zu Landwinden bei Nacht und zu Seewinden bei
Tag, welche viel strenger ausgesprochen ist, als man erwarten konnte mit Rücksicht
auf die Jahreszeit und die hohe Breite, Es ist aber immer dabei zu beachten,
daß diese Differenzen nicht strenge aus korrespondierenden Monaten abgeleitet
werden konnten.
Temperatur. In der Tabelle II habe ich einige der wichtigsten Ergebnisse
der Temperaturbeobachtungen zu Danmarks-Havn zusammengestellt und will
diese Zahlen, soweit sie überhaupt nicht für sich selbst sprechen, nun mit einigen
Begleitworten versehen.
Der jährliche Gang der Temperatur ist in den zweijährigen Mitteln schon
sehr bestimmt ausgesprochen, Minimum im Februar — 27.3 und Maximum im
Juli -+ 4.1, Jahresschwankung 31.4. Der Dezember 1906 hatte — 24.6%, 1907
aber — 17.1, war viel zu warm und bringt so eine kleine Störung in den jährlichen
Gang, besonders da beide November kalt waren. Um den jährlichen
Temperaturgang in dieser Gegend noch etwas genauer zu erhalten, habe ich die
Mittels der Gleichung: db == 0.106 sin (71.2 + x) -+- 0.029 sin (267.4 +2 x).
x & x Mittel aus den Terminbeobachtungen, — 25.2 aus den Registrierungen, in denen einige
age fehlen.