v. Hann, J.: Ergebnisse der Meteorologischen Beobachtungen der dänischen Expedition usw. 3
das Vorkommen erheblicher . hygrometrisch meßbarer Übersättigungen wahr-
scheinlich machen‘). .
Begleitworte zu den Tabellen. Zusammenstellung der Ergebnisse. .:
_ Iunftdruck. Von Danmarks-Havn liegen Luftdruckbeobachtungen vor vom
17. August 1906 bis 20. Juli 1908, also von nahezu zwei Jahren. Die Mittel für
die Monate Juli und August habe ich mit Rücksicht auf die Gewichte der un-
vollständigen Monate gebildet, Die später folgende Tabelle I enthält eine Über-
sicht über die wichtigsten Ergebnisse dieser Beobachtungen, en
Der wahre Luftdruck im Meeresniveau ergibt sich zu 760.0 mm. Die
51/, jährigen Luftdruckbeobachtungen (1912/1917) zu Green Harbour auf Spitz-
bergen unter 78° 2’ N, 14° 14’ E liefern ein Jahresmittel/ von 758,8 mm, wie zu
erwarten niedriger, da Spitzbergen eine weit mehr ozeanische Lage als die Ostküste
von Grönlant,hat. In Danmarks-Havn tritt der höchste Luftdruck im Mai ein,
der niedrigste im Januar, Differenz 13 mm (bloß zwei Jahre!), auf Spitzbergen
gleichfalls im Mai das Maximum, das Minimum im November .(760.7 und 753,7,
Differenz bloß 7 mm). Die große Jahresschwankung zu Danmarks-Havn war
jedenfalls eine Eigentümlichkeit der Jahre 1907 und: 1908. Der jährliche Gang
des Druckes auf Sabine Insel, 74° 32’ N, 18° 49’ W (ein Jahr), ist. viel weniger
ausgesprochen, Maximum März 766.2, Minimum Juli 754.6 (November 756,0),
Jahr 760.9 red.?). Der jährliche Gang des Luftdruckes in diesen Gegenden. ist
zumeist von den jeweiligen Eisverhältnissen abhängig, daher nach den Jahr-
gängen verschieden, - .
Die täglichen unperiodischen Schwankungen sind sehr groß, im Januar fast
8 mm durchschnittlich an jedem Tag (Januar bis März auch noch 7,5), im Sommer
nehmen sie stark ab (Juni: bloß 2.6), das Jahresmittel beträgt 5.1. Man ver-
gleiche: Hann, Lehrb. d. Met,, III, Aufl., S, 206, und Defant, Die täglichen un-
periodischen Druckschwankungen in den Vereinigten Staaten, Met, Zeitschr. 1916,
S. 503. Die Orte in der nördlichen Union (an der Zugstraße der Zyklonen) haben
noch größere unperiodische tägliche Änderungen in niedrigen Breiten. So: East-
port, 44° 54’ N, Januar 10.6, Jahr 7.5, Boston, 42° 21’ N, Januar 9.7, Jahr 6.7,
Buffalo, 42° 53’ N, Januar 9.1, Jahr 6.3. — Siehe auch Jan Mayen, 71° N, Winter
9.1, Jahr 5.7, Süd Georgien, 54° 31’S, Herbst 8.8, Jahr 7.9. Leider fehlen die
Angaben. für Green Harbour und Spitzbergen. _
Die mittleren Monatsschwankungen betragen von Dezember bis März
(einschl.) 43.5 mm, sinken aber im Januar auf 22.1 mm herab. Die mittlere
Jahresschwankung beträgt 57.4 mm.
Wegener hat auch die Dauer: der Luftdruckwellen aufgesucht, wobei nur
Wellen von mindestens 5 mm Druckunterschied gezählt wurden. Es ergaben sich
pro Monat im Mittel von zwei Jahren als Häufigkeit und Dauer der Wellen:
Winter Frühling Sommer Herbst‘ Winter Frühling Sommer Herbst
Zahl der Wellen Dauer der Wellen
63 48 3.2 53 „50 6.2 9.4 5.7 Tage. .
Für das erste Jahr ergaben sich 57.5, für das zweite Jahr 59.0 Wellen, sie
dauerten also 6.3 und 6.2 Tage. V ;
Arctowski fand auf der Belgica 70 Luftdruckwellen im Jahr (Dauer
5!/, Tage), Meinardus für die Gauß-Station 71 Wellen (Dauer 51/,„ Tage).
. Den täglichen Gang des Luftdruckes habe ich berechnet für Winter,
Äquinoktien, und Sommer®). Hervorzuheben ist, daß in allen Jahreszeiten das
Maximum am Vormittag eintritt, um 7%, das Minimum fällt auf 4h nachmittags,
Amplitude 0.3 mm. Im einzelnen bleibt natürlich wegen der sehr großen un-
') Siehe A: Wagner, Untersuchungen über die Wolkenelemente auf dem Sonnblick (3106 m),
Sitz. Ber. der Wiener Akad., B. 137, Dez. 1908. ) ; ;
%) Siehe Met, Zeitschr. 1876 (XI, B.), S. 123. Ich nehme an, daß der Luftdruck im Meeres-
niveau angegeben.
3) Die Angaben des täglichen Ganges im Original (Stündliche Werte des Luftdruckes und
der Temperatur, S. 426) sind z, T. recht unzuverläßlich, die Summen der Abweichungen ergeben bei
weitem nicht Null.