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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1918.

Bewegung in Potsdam, und zu ebensolchen Ergebnissen kam der Verfasser vorliegender
 Arbeit!). Auch die im »Zentralbureau der Internationalen Seismologischen
 Assoziation«?) bearbeiteten »Ergebnisse der Beobachtung der mikroseismischen
 Bewegung an den europäischen Stationen in vier Tagen des Winters
1911/12« lassen keinen sicheren Zusammenhang zwischen mikroseismischer Bewegung
 und Seegang erkennen, Zwar fand ich in meiner zuerst genannten
Arbeit bei Zugrundelegung ziemlich großen Materials einen verhältnismäßig
deutlichen Parallelismus, so daß die Berechnung des »Korrelationsfaktors« ®) einen
recht nahe an 1 liegenden Wert liefern würde. Aber es finden sich doch nicht
gerade selten bemerkenswerte Ausnahmen, z. B. starke mikroseismische Bewegungen
in Potsdam bei ganz schwachem Seegang in Norwegen und umgekehrt dort
hoher Seegang und verschwindend kleine mikroseismische Unruhe in Potsdam,
Ausnahmen, die doch offenbar nicht vorkommen könnten, wenn beide Erscheinungen
 im Verhältnis von Ursache und Wirkung ständen, während sie sich erklären
 lassen unter der Annahme, daß beide eine gemeinsame Ursache (zweifellos
 meteorologischer Art) haben, die aber nicht überall in gleicher Stärke wirkt.
Der Vollständigkeit halber sei noch angeführt, daß W, Pechau (früher in
Jena) meint*), die mikroseismische Bewegung sei örtlichen Ursprungs, eine Ansicht,
 die wohl ganz vereinzelt dastehen dürfte. Daß sie nicht aufrecht zu
erhalten ist, habe ich nachgewiesen, indem ich gezeigt habe®), daß die Phase des
jährlichen Ganges der mikroseismischen Bewegung in ganz Mittel- und Nordguropa
 innerhalb der zu erwartenden Unsicherheit dieselbe ist.
2. Weiteres Material für Mitteleuropa.
Daß diese aus der Bearbeitung von nur vier Stationen: Upsala, Hamburg,
Potsdam, Graz gezogenen Schlüsse keine voreiligen waren, zeigen die nunmehr
gleichfalls von mir berechneten Göttinger Beobachtungen“), vgl. Tabelle 1.

Tabelle 1. .
Mikroseismische Bewegung-in Göttingen (in ze = 0.001 mm).
Komp. | Jan. | Febr. | März | April ! Mai ' Juni | Juli | Aug. | Sept. Okt. Nov. ! Dez, [Mittel

0—W
N—S
Vertikal

0.86 | 0,63 ; 0.40
113! 0.81 | 0.
0.93 | 0.60 ! 024 ı

222 031 0.05: 0.04 0.05
0.28 ; 0.13 : 0.05, 0.04 ! 0.05
0.17’ 0.08 0.021 0.02! 0.02

0. 2
0.42
ı 0.05

0.28 0.35 | 0.67 | 0,31
0.27 | 0.40 0.75 | 037
022 | 0,32 | 0,59 | 0.28

Welche Jahrgänge hier benutzt sind, ist aus der Gutenbergschen Arbeit
nicht klar zu ersehen, wahrscheinlich 1904 bis 1907; es kommt übrigens nicht
sehr viel darauf an. Wie man sieht, und wie ja auch von vornherein zu erwarten
 war, stimmen die drei Komponenten in ihrem Gange außerordentlich gut
überein. Dies wird noch deutlicher, wenn man den Gang durch eine Cosinusreihe
 darstellt, wie das in Tabelle 2 geschehen ist, in der aber der bequemen
Vergleichbarkeit halber auch die Werte für die von mir früher berechneten
Stationen mit aufgeführt sind, und die in folgender Weise zu lesen ist:
Ampl. == ay + a, cos (30 m — g,) + a, cos (60 m -— @2) . . . in &,
Periode = a a, cos (30 m— Yı) +... 0... + . in Sek,
m ist dabei die um !/, verminderte Ordnungszahl des Monats, also m = !/, für
Januar, m = 1’ für Februar usw.

+) Beiträge zur Geophysik 13, S. 204—209. Seisniometrische Beobachtungen in Potsdam im
Jahre 1914 8. 21.
?) Mitteilungen des Z. d. I. S, A. I. Jahrg., Nr. 2.
3, Vgl. hierüber A, Schmidt, Ergebnisse der magnetischen Beobachtungen in Potsdam und
Seddin 1900—1910, 8. 32. .
4) Physikal. Zeitschrift 1914, S. 415—416.
& 5) Physikal. Zeitschrift 1917, S. 73—-75; Seismometrische Beobachtungen in Potsdam 1916,
S, 15—18.
6) B. Gutenberg a. a. O0. S, 318.
            
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