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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

60 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1918.

hervortritt als beim Gußeisen. (Die Zunahme des Schutzverhältnisses ist gerade innerhalb
 der angegebenen Werte besonders auffallend, für höhere Feldstärken werden
die Diagramme nahe gleich Fig. 4.) Eine weitere Übereinstimmung zwischen beiden
Eisensorten zeigt sich in der für die Konstruktion eines Eisenschutzgehäuses sehr
wichtigen Tatsache, daß der Schutzfaktor nicht gleichmäßig mit der Wandstärke
zunimmt, daß vielmehr im wesentlichen die ersten Millimeter den Schutzfaktor
bestimmen, eine Erscheinung, die ebenfalls das Schmiedeisen in höherem Maße
zeigt. Z. B. ist sein Schutzverhältnis bei 12 E.M.E. für 3 mm Wandstärke etwa 23,
das Doppelte hiervon wird erst bei 13 mm erreicht!). Technisch folgt hieraus, daß
eine Dicke des Panzers etwa über 3 mm unzweckmäßig ist. Genügt diese nicht, so
wird man zur Erhöhung des Schutzverhältnisses zı anderen Mitteln greifen (siehe $ 11).
— Ein wesentlicher Unterschied im Verhalten beider Eisensorten liegt daıin, daß
Schmiedeisen bei gleichen Wandstärken einen sehr viel besseren Schutz gewährt als
Gußeisen. Nach Fig. 4 erreicht der Schutzfaktor des geschweißten Zylinders schon
bei einer Wandstärke von ] mm den Wert 12, bei 2 mm den Wert 18, bei 3 mm den
Wert 23. Dieselben Zahlen treten bei dem Gußkörper erst bezüglich bei etwa 6, 12
und 19mm Wandung auf. Demnach kommt, wie zu erwarten war, als Material nur
‘möglichst weiches) Schmiedeisen in Betracht. — Bis zu einem Felde von 6 E.M. E,
genügt noch ein 1 mm starkes Schutzgehäuse, um Gangstörungen infolge magnetischer
Einflüsse auszuschließen. Bei 6 E.M.E. beträgt die Gütezahl nach hier nicht angeführten
 Messungen etwa 10, woraus sich das innere Feld zu 0.6 E.M. E. berechnet.
Dieser Wert ist annähernd gleich 0.5 E.M.E., was in $ 2 als höchstzulässige Feldstärke
 angenommen wurde. Um Felder von höherer Intensität als 6 E.M. E. unschädlich
 zu machen, genügt ein Panzer von l1 mm nicht mehr, die Wandstärke muß
dann höher gewählt werden. Ein Gehäuse von 3 mm Dicke ist (nach Fig. 4) ausveichend,
 um ein Feld von 12E.M.E. auf 0.5 E.M.E. herabzusetzen. — Die bisherigen
Resultate zeigen, daß schon sehr dünne schmiedeiserne Wände einen außerordentlich
kräftigen Schutz gegen magnetische Einflüsse gewährleisten. In den weitaus
meisten Fällen wird ein allseitiger Schutz in Form eines etwa lmm
starken schmiedeisernen Einsatzes genügen.
$ 7. Es ist für die Praxis von Interesse zu erfahren, welchen Wert das
Schutzverhältnis annehmen wird, wenn der Eisenschirm nicht allseitig geschlossen
bleibt, wenn z. B. der obere Deckel in Fortfall kommt, das Gehäuse also oben offen
ist. Von einer Anzahl von Versuchen, die in dieser Hinsicht Aufklärung gebracht
haben, sei in folgendem das Wichtigste mitgeteilt. Gußeisen kommt nach den bestehenden
 Ausführungen nicht in Frage, es mögen daher nur die Untersuchungen
mit Schmiedeisen Erwähnung finden. Sie fanden wiederum nur statt in der Stellung,
wie sie Fig. 2 zeigt. Bei einer Wandstärke von 5 mm ergab sich bei einem Feld von
3 E.M.E. ein Schutzfaktor zu etwa 5, bei 3 mm etwa 4, bei 2 mm etwa 31/, und
bei einer Wandung von 1 mm nur etwa 3. Bei 3 mm Wandung würde ein störendes
Feld von nur 3 E.M.E. noch nicht auf 0.5 E.M.E. herabgesetzt werden. Ein oben
offenes Gehäuse muß demnach auch schon für kleinere Felder als
ungenügender Schutz angesehen werden?).
Es ist noch ein zweiter, sehr wesentlicher Grund vorhanden, der gegen die
Verwendung dieser Art „Blenden‘‘ spricht.
Schon bei einem geschlossenen Gehäuse ist das gedämpfte innere Feld nicht
ganz homogen?®), es ist an den Zylinderenden etwas größer als im Innern. Die
Messungen, die bisher besprochen wurden, gelten streng nur für die Zylindermitte.
Doch ist der Unterschied nicht groß, er beträgt nur wenige Prozente und ist daher
praktisch zu vernachlässigen. Ein völlig anderes Bild ergibt sich aber, wenn der Deckel
fortgelassen wird. Von einem auch nur annähernd homogenen Feld kann dann keine
Rede mehr sein. Die Nr. 1 und 2 auf Tafel 3 sollen den Verlauf der gedämpften

1) Es sei hier hervorgehoben, daß die hier gewonnenen Resultate nur der Größenordnung nach
auch für andere Gehäuse gleichen Profils richtig sind. Sie ändern sich etwas mit der Güte des Materials.
2) Eine Stellung wie in Fig. 2 vorausgesetzt.
3) Unter einem „homogenen‘‘ Magnetfeld versteht man ein Feld, das sich weder in seiner Größe
noch in seiner Richtung im Raum ändert.
            
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