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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Die Witterung an der deutschen Küste im Norember 1917. 
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Drucke bis 10, seine Lage nur wenig veränderte. Die Winde drehten an der 
Nordsee nach Südwesten bis Westen und blieben lebhaft, wenn sie auch nicht 
mehr stürmisch waren; ander Ostsee blieben sie schwach bei meist südlicher 
Richtung. Die Temperaturen waren während dieser ganzen Zeit überall mild, 
Nachtfrost stellte sich nur vereinzelt am 5. und 6. an der Ostseeküste ein. — 
Im Laufe des 11, bildete sich über Mitteleuropa wieder ein Kernhoch aus, das 
sich an. den ‚folgenden Tagen nach Westen und Osten ausbreitete und sich am 
14. von Frankreich bis nach Innerrußland erstreckte. Da über Nordeuropa ein 
flaches Tief lag, wehten die Winde an der ganzen Küste schwach, meist aus 
westlichen Richtungen. Am 15. drehten. sie an der Nordsee nach Norden, an 
der Ostsee nach Nordwesten unter dem Einfluß eines Tiefausläufers, der von 
Norden her längs der Ostsee südwärts bis nach Polen vorgedrungen war, während 
sich in seinem Rücken das kontinentale Hochdruckgebiet mit einer Zunge bis 
nach dem südlichen Norwegen ausgebreitet hatte. Vom 16. bis 20. zogen. vom 
Nordmeer über Skandinavien südostwärts in schneller Folge Teiltiefs, das mittel- 
europäische Hoch verlagerte sich zwar mit seinem Kern nach Frankreich, be- 
hauptete sich im wesentlichen jedoch ‚auch noch über Mitteleuropa... Die Winde 
waren während dieser Zeit an der ganzen Küste sehr lebhaft, teilweise stürmisch 
bei meist westlicher Luftströmung.: — Im letzten Monatsdrittel ‚war die Wetter- 
lage sehr. unruhig. Im Rücken. eines ostwärts. ziehenden Tiefs hatte sich das 
kontinentale Hochdruckgebiet vorübergehend am 21. und 22, mit einem Aus- 
läufer wieder bis nach Südnorwegen ausgebreitet. Dann aber zog sich: der Aus- 
läufer schnell zurück, der Kern. des Hochs verlagerte sich bis nach Südfrank- 
reich, und über die Nordsee zogen zum Teil längs der deutschen Küste in 
schneller Folge zahlreiche‘ Tiefdruckwirbel, die: bei westlicher Luftströmung 
schwere Stürme brachten. Unter dem Einfluß eines Kerntiefs, das am 25. von 
der Nordsee längs der deutschen Küste ostwärts zog, nahmen die Winde überall 
orkanartigen Charakter an. Da in seinem Rücken das Barometer stark stieg, 
drehten die Winde am folgenden Tage nördlich und brachten durch Lufttrans- 
port von Norden her starke Abkühlung. Am 26. trat auch an der Nordseeküste 
der erste erhebliche Nachtfrost ein. Schon am nächsten Tage stiegen die 
Temperaturen wieder erheblich, da ein neues Tief vom Ozean ostwärts zog‘ und 
abermals bei westlicher Luftströmung schwere Stürme hervorrief, Diesen Charakter 
behielt die Witterung bis zum Ende des Monats bei, bei starken bis stürmischen 
westlichen Winden blieb .das Wetter dauernd mild, trüb und regnerisch an. der 
gyanzen Küste. 
Mittel, Summen und Extreme für den Monat November 1917 
aus den meteorologischen Aufzeichnungen der Normal-Beobachtungsstationen der 
Seewarte an der deutschen Küste. 
Stations-Name 
und Seehöhe 
des Barometers 
Borkum ..... 77m. 
Wilhelmshaven . 4.5 * 
Keitum ...... 8.4 
Hamburg .... 26.0 
Kiel ....... 47.2 
Wustrow .... 7.0 
Swinemünde, .. 10.0 
Rügenwaldermünde6.9 
Neufahrwasser . 4.5 
Memel, ..... 9.6 
Luftdruck, 700 mm + 
„Mittel _| Monats-Extreme- 
ber auf| Som ber. auf MN w 45° Br. 
(6° BE aıtler Max. | Dat. | Min. | Dat, 
31.3 
31.3 
39.3 
ö1.1 
59,7 
50.0 
TAT 
+0.2| 73.7 
—1.0) 72.4 
—0.4! 73.2 
0.7 728 
„1.6 733 
20 722 
IS, 
R_ 
>%.1 
34.6 
31.1 
3N 9. 
25, 
B 
25. 
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1,4 
MS 
307 
5. 
25. 
LA 
58.8 
58.8 
57 
2,2 
33 
13) 
72.0 
71,3 
Oo (} 
25. 
25. | 
O5 
JAC 
Lufttemperatur, °C. 
; ) | Abw. 
80V |20 Nenn ante Sehr 
Mittel 
7 
24. * 
7 
3,2 
5,7 
4,8 
7 
» 
3 
27 
7.4 
; 
27 
40! 
8.7 
6.6 
5,7 
34 
3.0 
6.61 -L2.0 
6.7) +2.0 
6.4) +23) 
5.5 41.7 
6.1 -H1.9 
59 42.1 
5.6) 12 
5.4 42.3 
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