Kleinere. Mitteilungen.
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Höhengleiche in der Nähe des‘ Loggeortes zustimmen. Das Wort spricht sich
schlecht aus, zudem trifft es gar nicht den Begriff. Allerdings ist die „„Standlinie‘‘
in ihrer Brauchbarkeit begrenzt, aber diese Begrenzung ist zufällig und flüssig,
während die Begrenzung einer „Strecke“ wesentlich und bestimmt ist. . Für die Neu-
einführung eines. Wortes ist hier wirklich keine Veranlassung. Dr. Meldau.
3. Bemerkung zu Dr. J. Möller: Einheitliche Benennungen in der Nautik.
Die eıfreulichen Vorschläge Dr. J. Möllers, sowie Dr. H. Meldaus über ein-
heitliche. Fachsprache in der Nautik (diese Zeitschrift S. 457 und 295) sind in
jeder Weise zu begrüßen. In seinen Ausführungen empfiehlt Dr. Möller das Wort
Standstrecke für den Begriff. der durch eine Gerade ersetzten Standlinie. Mit
dieser Neueinführung eines Wortes möchte ich mich aus dem Grunde nicht völlig
einverstanden erklären, weil die Geometrie strenge unterscheidet zwischen den drei
(alle durch das Lineal erzeugten) Begriffen: Gerade (zweifach unbegrenzt), Strahl
(einfach begrenzt und einfach unbegrenzt) und Strecke (zweifach begrenzt). Unsere
in die Karte eingezeichnete Stand,,linie‘‘ hat aber nicht irgendeine bestimmte Grenze,
wenn man sie mit dem Lineal einzeichnet. Eine solche Grenze ‚wäre lediglich gegeben
durch eine ausgesprochene Bedingung, etwa der Art, daß die Abweichung von der
Höhengleiche nicht mehr als eine halbe Seemeile betrage. Eine solche Bedingung wird
aber praktisch niemals ausgesprochen und unsere ‚„‚Standlinien‘“ könnten innerhalb
der Beobachtungsfehler oft über‘ das ganze Kartenblatt gelegt werden, würden
also. nirgends „praktisch‘‘ begrenzt sein. Wenn also Bedürfnis für ein neues Wort
vorläge, wäre.,,Standgerade‘“ treffender als „Standstrecke‘“‘. Noch mehr würde den
Sinn treffen das Wort „‚Standtangente‘‘; denn bei jeder geometrischen Untersuchung
diskutiert man eine unhandliche Kurve häufig dadurch, daß man ihre Tangente
in einem Punkt untersucht. Und das ist ja auch der Sumnersche Gedanke, die in
der Merkatorkarte unpraktische Höhengleiche durch die handliche Gerade, die ihre
Tangente ist, zu ersetzen. .
Ich möchte diese strenge Unterscheidung zwischen ‚Gerade‘, „Strahl‘“ und
„Strecke“ sowie des Wortes ‚Linie‘ an dieser Stelle schon aus dem Grunde besonders
betonen, weil nautische Lehrbücher (mir ist z. B. besonders Breusings Steuermanns-
kunst. erinnerlich) diese Unterscheidungen generell verwischen, und z.B. meist
„Linie“ im Sinne von. ‚Gerade‘ brauchen. (Schnittlinie statt Schnittgerade,
Halbierungslinie statt Halbierungsgerade u.a.m.) W.Immler, z.Z. Döberitz.
Erwiderung. Zu den Einwendungen der Herren Immler und Meldau
bemerke ich folgendes: Wie aus meinen Ausführungen in dieser Zeitschrift S. 459
hervorgeht, habe ich von einer Notwendigkeit, den Kreis gleicher beobachteter
Gestirnshöhen auf der. Erde und dessen als gerade Linie in die Seekarte ein-
gezeichnetes Stück verschieden zu benennen, nicht gesprochen. Ich wandte mich
in der Hauptsache gegen die Einschränkung des Begriffes der Standlinie, die
von der K, Marine eingeführt ist. Aus dem Unterricht hervorgegangene Er-
fahrungen veranlassen mich, die Standlinie der Höhengleiche nicht unter-, sondern
überzuordnen, und zwar in dem Sinne, daß der Begriff der Standlinie sowohl
den der Höhengleiche, als auch den anderer Linien gleicher Bedingungen,
ja auch den der geometrischen Örter‘ umfassen solle. Unsere Seefahrtsschüler,
denen mathematische Vorkenntnisse häufig ganz fehlen, bringt man nur mit
Mühe von. der Vorstellung ab, daß geometrische Örter Punkte. seien. Nach
meinen Unterrichtserfahrungen . wäre es praktischer, im mathematischen Unter-
richt an den Seefahrtsschulen von geometrischen Standlinien statt von geo-
metrischen Örtern zu sprechen und folgerichtig dann die Höhengleichen, Azimut-
gleichen, Abstandsgleichen usw. unter dem Begriff der Standlinien zusammen-
zufassen.
Was sodann das Wort »Verschub« betrifft, so habe ich mich nicht gegen
seine Verwendung ausgesprochen, sondern nur darauf hingewiesen, daß Breusing
dieses Wort verdeutscht, andere Fremdworte aber, für die es gute Verdeutschungen
gibt, stehen läßt.‘ Ich erinnere nur, ohne ein vollständiges Verzeichnis geben zu
wollen, an die folgenden, die in Breusings Lehrbuch vorkommen: Merkators
Projektion ‚als. Überschrift des & 135, totale Reflexion, reflektierte Strahlen,
Chromatische Abweichung, Poldistanz, Kontrolle u. a. Dr. J. Möller.
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