Wilke, W.: Der Kompaßkreis,
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Daraus würde folgen, daß der Schallbereich des an unserer Front erzeugten K, D.
einseitig nach Osten ausgedehnt. ist, daß die. Fälle-sehr großer Reichweite für
Frankreich zu den Seltenheiten gehören. In der Tat sind meines Wissens!) nur
wenige französische Nachrichten darüber bekannt geworden; näheres wird nach
dem Kriege erst aus den französischen Untersuchungen ersehen werden können.
Der. Kompaßkreis.
(D. BR. 6. M. 670826.)
Ein neues Instrument zum schnellen, sicheren und bequemen Absetzen von Kompaß-
peilungen, Kursen und Winkelmessungen in den Seekaften.
Von Wilhelm Wilke, Berlin- Wilmersdorf,
Die allgemeine Einführung der rechtweisenden. Navigation in der Kaiserlichen
Marine (vgl. Marine-Verordnungsblatt Nr. 10 1917 Seite 104) gab die Veranlassung,
ein Absetzinstrument herzustellen, mit dem Peilungen und Kurse in den Seekarten
in einfachster Form abgesetzt bzw. entnommen werden können. Die in den See-
karten ausgezogenen Meridiane geben die rechtweisende Nordrichtung an. Soll
diese Richtung auf irgend einen anderen Punkt der Seekarte übertragen werden,
so bedurfte es bisher dazu der Parallelverschiebung des Meridians mit Hilfe zweier
Dreiecke oder eines Parallellineals. Mittels des Kompaßkreises 1äßt sich dagegen
die rechtweisende Nordrichtung für jeden Punkt der Seekarte ohne zeitraubendes
Hin- und Herschieben festlegen, Peilungen und Kurse können dann ohne weiteres
von, dieser Ausgangsrichtung abgeleitet werden. Die Handhabung des Instruments
ist einfach.
Beschreibung. Eine durchsichtige Kreisscheibe aus Zellon von 100 mm Halb-
messer ist mit einer Grad- und Strichteilung versehen. Die Gradteilung zählt, von
N ausgehend, rechts herum von 0 bis 360° und ist auf ganze Grade, die Strich-
teilung auf !/, Strich genau gehalten. Die Nordsüd- und Ostwestlinien sind schwarz
durchgezogen, die Nordrichtung ist durch eine Pfeilspitze besonders hervorgehoben.
Auf der Kreisscheibe sind innerhalb der Teilungen, parallel -zur Nordsüdlinie des
Instruments, rote Richtungslinien ausgezogen, deren Zweck weiter unten erläutert
wird. Zentrisch zum Mittelpunkt des Instruments sind drei, ebenfalls aus’ Zellon
gefertigte Schenkel drehbar um eine Buchse gelagert; sie können gemeinsam in
jeder Richtung durch eine Klemmschraube festgestellt werden. Die Buchse ist durch
versenkte Schrauben fest mit der Kreisscheibe verbunden. Innerhalb der Buchse
ist die Scheibe halbkreisförmig ausgeschnitten, am stehengebliebenen Teil der
Mittelpunkt des Instruments durch eine kleine Kimm bezeichnet.
Gebrauch. Die gepeilten rechtweisenden Richtungen werden mittelst der
Schenkel an der Teilung eingestellt, als Einstellungslinie dient der ausgezogene
schwarze Strich auf den Schenkeln. Ist eine Kreuzpeilung abzusetzen, so. wird
der dritte Schenkel zunächst aus dem Wege gedreht, die. Klemmschraube. darauf
leicht angezogen. Das Instrument wird dann so auf die Seekarte gelegt, daß die
eingestellten Schenkel den ungefähren Richtungen in’ der Karte entsprechen. Der
nächstgelegene ausgezogene Meridian der Seekarte hebt sich nun sofort scharf von
den roten Richtungslinien. des Instruments ab. Laufen die Richtungslinien mit
dem eben erwähnten Kartenmeridian parallel, so liegt auch die Nordsüdlinie des
Instruments parallel zur 'rechtweisenden Nordsüdrichtung der Seekarte, das
Instrument ist dann richtig nach Norden orientiert. Liegen die Richtungslinien
nicht parallel zum Meridian der Karte; so ist die richtige Orientierung durch ent-
N Siehe z, B. Brand, Reichweite usw, S. 34 und »Das Wetter« 1916, 28: Der K, D. von den
Kämpfen bei Amiens wurde in Godallming auf. 240 km gehört. Vgl. damit auch die Fälle, in. denen
der K. D. von der Ostfront sehr weit nach Westen getragen wurde, wie der oben erwähnte von der
Schlacht bei Tannenberg: auch Krebs in artill. Monatsh. Nr. 110. S. 109 (Februarheft 1916).