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Ozeanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman,
In der Winterzeit finden wir über dem nördlichen Roten Meere dieselben
vom Südrande der großen vorderasiatischen und vom Ostrande der nordägyptischen
Antizyklone ausgehenden NW-Winde wie über dem Persischen Golfe. Im süd-
lichen Roten Meere begegnen wir zwar SO-Winden, im Golfe von Aden O-Winden,
doch sind sie unverkennbar nur in Richtung abweichende Teile des indischen
Monsuns und somit meteorologisch ebenso zu bewerten wie die ebenfalls abgelenkten,
nämlich nach NW abgelenkten Monsunwinde des Golfes von Oman.
In der Sommerzeit beobachten wir über dem ganzen Roten Meere vor-
wiegend nordwestliche Winde. Aber nur bis zur Grenze in rund 21° N-Br., wo im
August der niedrigste Luftdruck mit 752.2 liegt, dürfen diese Winde dem Schemal
des Persischen Golfes gleichgesetzt und in unmittelbare Verbindung mit den Etesien
des östlichsten Mittelmeeres gebracht werden. Südlich davon haben wir trotz
unveränderter Richtung schon Teile der großen SW-Monsun-Strömung des Indischen
Ozeans, die mit NW-Richtung entsprechend der Achsenlage des Roten Meeres,
mit W-Richtung entsprechend der des Aden-Golfes auftreten; gleichzeitig weht
dieser SW-Monsun im Golf von Oman als SO. Also wiederum wie im Winter: trotz
entgegengesetzter Richtung doch im Golf von Aden und im Golfe von Oman das-
selbe Windsystem!
Zusammenfassend kann gesagt werden: 1. Bei gleicher Richtung sind die
Luftströmungen im nördlichen Teile des Roten Meeres und im ganzen Persischen
Golf in allen Jahreszeiten in der Hauptsache wesensgleich, sie sind ein Ausdruck
des mediterranen-vorderasiatischen Windtypus. 2. Trotz entgegengesetzter Richtung
sind aber auch die Luftströmungen im südlichen Roten Meere und im Golf von
Aden denen des Golfes von Oman wesensgleich als ein Ausdruck des indischen
Windtypus.
Im ganzen: dort Etesienklima, hier Monsunklima, beide freilich in ab-
geschwächten Formen der Ausbildung,