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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

V. Klimatologie. 
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gegabelt gleich dem der Temperatur; neben das winterliche im Februar tritt ein 
zweites mit hoher Luftfeuchtigkeit im August („indische‘‘ Regenzeit zur Zeit des 
SO-Monsuns), auf die zwei niedrigsten Monatsmittel trifft man im April und -Ok- 
tober. Auch bei diesem klimatischen Faktor begegnet man also einer grundsätzlichen 
Verschiedenheit des Omangolfes von dem Persischen Golf. . 
Im Jahresmittel ergibt sich ein Ansteigen der mittleren Feuchtigkeit vom 
Schatt hinaus zum Ozean (von 65%, bis auf über 70 %,); die Schwankung nimmt 
zugleich in derselben Richtung ab, wenn wir die Beobachtungen von Maskat aus- 
nehmen, das bei seiner in einem Felsenkessel eingeschlossenen Lage örtlich stark 
beeinflußt ist. 
Aus dem anderen Teile der Tabelle 3 nach den verdienstlichen Messungen 
an Bord der D. „Cheruskia‘“ und „Persepolis‘ erhellt, wenn auch nicht alle Monate 
vertreten sind, der gleiche jährliche Gang für den Persischen Golf; die größte Trocken- 
heit fällt in den Mai und Juni, die größte Feuchtigkeit in den Januar. Wichtiger 
in dieser Tabelle und entscheidend für die klimatische Bewertung sind die Angaben 
über die tägliche Schwankung der Feuchtigkeit: sie ist — aber nur an Land 
oder ganz dicht unter Land! — sehr groß in den heißen Sommermonaten, indem 
z. B. ın Muhammera eine Schwankung von 68 %, für August 1910.sich ergibt, sie 
ist mäßig in den übrigen Monaten, und sie nimmt außerdem gleich der jährlichen 
Amplitude von Nordwesten nach Südosten hin ab. Die gewaltige sommerliche Hitze 
in Niedermesopotamien wird erträglich durch starke Lufttrockenheit wenigstens 
in den Mittagsstunden — man beachte das absolute Minimum zu Basra vom Sep- 
tember 1910 mit nur 12%, —: auf See aber schwindet auch.dieser wohltätige 
Faktor so gut wie ganz, und eine entsetzliche, schier unerträgliche Schwüle, die 
Tag und Nacht anhält, greift Platz. Sie bewirkt, daß im Hochsommer manche 
Gegenden, die den Meereseinfluß voll verspüren, von den Einwohnern. großenteils 
verlassen werden, z, B. Teile der Piratenküste und Bender Abbas, oder ganz veröden; 
mit aus diesen Verhältnissen ergab sich die bisherige Unmöglichkeit, .auf Ras Musen- 
dim in der Straße von Hormus eine Signalstation für die Schiffahrt dauernd zu 
unterhalten... Die Schiffsbesatzungen haben alle Ursache, die mit großer Hitze ver- 
bundene hohe relative Feuchtigkeit des Golfes, die die Verdunstung hintanhält, 
zu fürchten, da Hitzschläge bei Unvorsichtigkeit sehr häufig sind. So hat das 
britische Kriegsschiff „Liverpool“ im August 1821 bei der damaligen Unkenntnis 
der Gefahr durch Sonnenstich und Hitzschlag innerhalb 24 Stunden 3 Offiziere und 
mehr als 20 Mann verloren, 
Wie viel höher nach See hinaus der Wasserdampfgehalt ist bei gleichzeitiger 
Abnahme der täglichen Schwankung, lehren folgende zwei Zusammenstellungen: 
1. Basra. im September 1910 bei 45° Temp. und 12%, relativ, Feucht. ergibt 12.5 mm Dampfspannung. 
Basra ‚, Augustmittel 33° , „56%  » „ „20.8 mm ” . 
Maskat ,, "a „ 29.49 ,, „ 82% x» „24.9 mm “ m : 
An Bord der „Cheruskia“ wurde vom 1. bis 16. September 1910 in Basra, vom 
17. bis 28, September 1910 auf See vor der Barre des Schatt el Arab der täg- 
liche Gang von Temmeratur und relativer Feuchtigkeit beobachtet. 
September 1910 
4h Vm. * 8b Vm. 
so | 04 160 | 0% 
12h Mittag 
4b Nm. |} 8 Nm. !ı2b Mittag SYman 
go | 0% * 40 | 9% I 60 | 9 
t° | 07% I +0 | 04 
Basra DE 25,9 | 56 | 203| 50 Ed 35 54 30 EA 58 Sl 566 [Of 28 
Barre des Schatt | 29.01 72 | 304! 66 | 32.9] 62 | 33.61 62 | 30.6! 74 |30.0| 78 | 4.6| 12. 
Schon in 120 km Entfernung (Luftlinie) von. Basra seewärts war also die 
tägliche Schwankung der Luftfeuchtigkeit auf weniger als die Hälfte von derjenigen 
in Basra zurückgegangen, die tägliche Schwankung der Lufttemperatur betrug 
sogar nur !/, des Basra-Betrages. Im Tagesmittel aber erreichte die relative Feuchtig- 
keit vor Basra nur 48 °/,, vor der Barre des Schatt schon 68 %,. 
Auch ohne besondere Messungen ist der große Unterschied im Feuchtigkeits- 
gehalt der Luft zwischen Binnenland, Küstengebiet und Meeresgebiet aufmerksamen
	        
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