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Volltext : Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

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Ozcanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman.

wir haben dann daselbst Wasser, dessen Dichte etwa dem des inneren Skagerrak
und des nördlichen Kattegat, auch zur Sommerzeit gerechnet, entspricht.
Anders im Winter, wofür die Karte des Februar gezeichnet ist. Zwar die
örtliche Herabsetzung eben südlich vom Schatt ist auch vorhanden, doch sind
die absoluten Werte erheblich höher, und fast überall sonst im Golf steigt jetzt
das spezifische Gewicht auf mehr als 1.02850, auf Werte, die im offenen Ozean
kaum irgendwo je erreicht werden. Die Dichtelinie von 1.02900 geht östlich vom
Schatt südwärts fast bis Bahrein und wieder hinüber zur persischen Küste; ähnlich
hohe Werte finden sich nur im Mittelmeer und daselbst auch nur im Winter, an
einigen Stellen, z.B. im westlichen Mittelmeer östlich von Barcelona und nach
Marseille hin, sowie im östlichen östlich von Kreta in der Richtung auf Jaffa—
Beirut. Die Isopyknen 1.02950 und 1.02975 umschließen die nordöstlichste Ecke
des Golfes, nordwärts Buschehr; diese Verhältnisse entsprechen denen des nördlichsten
 Teiles des Golfes von Suez zur gleichen Jahreszeit.
Die Jahresschwankung der Dichte im Persischen Golf beläuft sich auf
etwa fünf Einheiten der dritten Dezimale des spezifischen Gewichtes, ist also sehr
bedeutend — in unseren heimischen Gewässern kommt sie z. B. für die Gegend
der Doggerbank nur auf zwei Einheiten der dritten Dezimale — und stellt im wesentlichen
 eine Folge der gewaltigen Temperaturschwankung dar; die allgemeine Herabsetzung
 des Salzgehaltes im Frühsommer wirkt allerdings in gleichem Sinne mit.
Dem Golf von Oman sind demgegenüber örtlich und jahreszeitlich viel gleichmäßigere
 ozeanische Dichten eigen; neben Werte von etwa 1.0232 im Sommer stellen
sich Werte von nur 1.0255 im Winter, und bei Ras el Hadd, wo stets eine besonders
geringe Jahresschwankung aller ozeanographischen und klimatologischen Faktoren
sich findet, geht die Änderung der Dichte sogar auf 4+- 0.001 und noch weniger zurück.
4. Strömungen. (Tafel 2.) So klein der Persische Golf auch ist, so besitzt
er doch neben den Gezeitenbewegungen ein davon unabhängiges System vorherrschender
 Wasserversetzungen in der Oberfläche, genau, wie das in der Nordsee,
dem Mittelmeer usw. der Fall ist. Die zwei Karten auf Taf. 2 enthalten nur eine
Auswahl der beobachteten Einzelversetzungen; die stärkeren Pfeile sollen die hieraus
erschlossene allgemeine oder vorherrschende Stromrichtung kennzeichnen, sie sind
auf der arabischen Seite auch für Gebiete eingezeichnet, aus denen Stromversetzungen
selbst zwar fehlen, wo aber auf Grund der sonstigen Verhältnisse, insbesondere
der Temperatur- und Salzgehaltsverteilung (S. 7 und 8), die fragliche Richtung
des Oberflächenstromes mit großer Wahrscheinlichkeit sich ergibt.
Für beide Meeresteile, für den Golf von Oman sowohl wie für den Persischen
Meerbusen, ist, und zwar in allen Monaten, die NW-Richtung einer einlaufenden
Strömung auf der persischen Seite von der Mekran-Küste ab durch die Straße von
Hormus bis Buschehr hin ebenso charakteristisch wie anderseits die SO-Richtung
einer ausgehenden Strömung auf der arabischen Seite vom Schatt el Arab an
mindestens bis zur Halbinsel Musendim (an der Piratenküste mit NO - Richtung)
sich festlegen läßt. Hierin, in dieser Umkreisung entgegengesetzt der Uhrzeigerbewegung,
 darf die wichtigste der von Ebbe und Flut unabhängigen Strömungen
erblickt werden. Bei der näheren Untersuchung trennt man vorteilhaft die Monate
des Herbstes und Winters, in denen über dem Golf von Oman und dem Persischen
Golf überall die NW-Winde vorherrschen, von den Monaten des Frühjahrs und
Sommers, in denen zwar im Persischen Golf auch der NW- (Schemal) weht, im Golf
von Oman aber der SO, d. h. der abgelenkte SW-Monsun des Indischen Ozeans
auftritt (s. V. Abschnitt, „Klimatologie‘“). So ergibt sich eine Trennung der in den
Monaten Oktober bis März beobachteten Stromversetzungen von den im April
bis September einschließlich beobachteten.
Oktober bis März. Während dieser Periode scheint im allgemeinen die
Breite der einwärts, also nordwestlich gerichteten Strömung sehr gering zu sein,
sowohl an der Mekranküste auf der Höhe von Djaschk als unter der persischen
Küste im inneren Golf selbst. Mit der in beiden Meeresteilen jetzt vorherrschenden
Richtung des Windes aus NW erlangt dagegen die Strömung nach Südosten über
dem größten Teile der Flächen, auch im Golf von Oman an der Maskat-Küste, das
entschiedene Übergewicht. Die Strömung nach NW ist jetzt z. B. zwischen Buschehr
            
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