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Ozeanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman,
offenbar auch mit Sinkstoffen des Schatt vermischte Wasser der nördlichen Hälfte
der arabischen Seite des Golfes sagt diesen Organismen nicht zu.
Das Wasser des Golfes von Oman erscheint, da es dem offenen Ozean zugehört,
im Vergleich zum Persischen Golf warm in nahezu allen Monaten, vom Sommer
und Teilen des Herbstes abgesehen; im August, wenn der SW-Monsun des Arabischen
Meeres unmittelbar eine starke Abkühlung und zugleich indirekt kaltes Auftriebwasser
unter der südarabischen Küste bis nach Ras el Hadd hin bedingt, ist allerdings
der Golf von Oman erheblich kühler als das abgeschlossene, seichte, intensiv
erhitzte Wasser des Persischen Golfes,
Die mittleren Schwankungen in der Wassertemperatur, wie sie aus den
Differenzen Februar-August berechnet und in Taf. 1 niedergelegt sind, betonen
den soeben gekennzeichneten Unterschied zwischen beiden Golfen; einer Jahresschwankung
von 15 bis 17° und darüber in der NW-Ecke bei Kuweit und
Buschehr steht eine solche von 8° bei Maskat und von nur 2 bis 3° bei Ras el Hadd
im SO-Teil der Karte gegenüber. Die ausgleichende Wirkung des Ozeanwassers
noch westwärts von der Straße von Hormus erkennen wir u. a. besonders am Verlauf
der 10°-Amplitude.
Die für 1° Lg.-Streifen, die von Nord nach Süd gehen, ausgeführte Tabelle 1
verwischt zwar die Unterschiede zwischen der arabischen und persischen Seite,
lehrt aber dafür über den jährlichen Gang folgende Tatsachen. Die niedrigsten
Wassertemperaturen treten hiernach, in beiden Golfen, durchweg im Februar
auf, die höchsten im Persischen Golf und der Straße von Hormus im August; dieser
Wärmegang folgt damit dem auch sonst für größere Wasserflächen gültigen. Anders
der Golf von Oman: im nordwestlichen Teile (Streifen 57 bis 58° O-Lg.) wird das
Maximum mit 31.0° bereits im Juli, in den übrigen weiter ostwärts belegenen Streifen
mit 29.8° und 28,7° sogar schon im Juni erreicht, und der östlichste Streifen besitzt zudem
ein sekundäres Maximum mit 28.1° im Oktober, wobei das sekundäre Minimum
(27.6°) im September sich einschiebt. Das erinnert an die charakteristischen indischen
Verhältnisse; Mai und Juni sind die heißesten vorderindischen Monate
als Zwischenzeit zwischen den beiden Monsunen, dann setzt mit dem regnerischen,
stürmischen SW-Monsun über dem nördlichen Arabischen Meer eine Abkühlung
ein, deren Wirkung erst mit dem Abflauen dieses Windes im Oktober zu Ende geht.
Ganz Ähnliches werden übrigens die Lufttemperaturen zeigen.
Beachtenswert sind noch die am unteren Ende der Tabelle vereinigten absoluten
Extreme der Wassertemperatur. Die Maxima liegen durchweg über 31°,
gehen im Oman-Golf bis 33°, in der Straße von Hormus bis 34° und im Persischen Golf
selbst bis 360°; diese außerordentliche Wasserwärme wurde halbwegs zwischen
Linga und Bahrein, 25 Sm von der persischen Küste, Mitte August 4h Nm. gemessen!
Das absolute Minimum mit bisher 12.3° ist Mitte Januar nicht weit von der
Schatt-Mündung beobachtet.
2. Salzgehalt. (Tafel 2.) Schon in zwei früheren, vorbereitenden Aufsätzen
von Schott!) und Schulz!) war auf Grund neuzeitlicher Salzgehaltsbestimmungen
soviel erwiesen, daß im Persischen Golfe das Oberflächenwasser auf
der nördlichen Hälfte der persischen Seite 40°%,, Salzgehalt erreicht und überschreitet,
und daß im übrigen eine erhebliche Schwankung der Beträge während
des Jahres derart erfolgt, daß im Frühsommer ein Minimum, im Spätherbst und
Winter ein Maximum eintritt. Jetzt, nachdem die Sammlung von Proben des Oberfächenwassers
vermehrt wurde, läßt sich die Sachlage schon etwas genauer überschauen.
In der Tat ist während des ganzen Jahres ein Gebiet von mehr als 40%
im Persischen Golf vorhanden; seine Ausdehnung, die in den Wintermonaten am
größten ist und von den Inseln westlich Lingas aus die Halbinsel el Katr fast
streifend nach der Nordostecke des Golfes nördlich von Buschehr reicht, wo sogar
Werte von > 40.5%., sich ergaben, schrumpft während des Frühjahrs und Frühsommers
derart ein, daß im Mai und Juni die 40.0-Isohaline lediglich einen schmalen
Streifen von Buschehr nach dem Schatt hin umschließt, etwa in der Ausdehnung,
wo im Februar die 40.5-Isohaline liegt. Die Spätsommer- und Herbstmonate scheinen
ı S. Fußnote1u 2 8. 5.