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Volltext: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 46 (1918)

Ozeanographie und Klimatologie des Persischen Golfes und des Golfes von Oman. 
Über die gewöhnlichen Ablesungen hinaus haben mehrere Kapitäne und 
Offiziere dieser Dampfer auf Wunsch der Seewarte Messungen der Luftfeuchtigkeit 
sowohl mittelst gewöhnlicher, nicht ventilierter feuchter Thermometer als auch 
mittelst Aspirationspsychrometer ausgeführt; doch war, als der Krieg ausbrach, 
das in dieser Hinsicht beigebrachte einwandfreie Material leider noch nicht umfang- 
reich genug; um die offenbar jahreszeitlich stark veränderlichen und von denen 
über Land sehr verschiedenen Luftfeuchtigkeitsverhältnisse auf See durchweg 
befriedigend schon zu erkennen. Zur sicheren Feststellung des Salzgehaltes des 
Golfwassers schickten verschiedene Dampfer auf Wunsch Wasserproben ein, die 
die Seewarte titrimetrisch untersuchte; ältere Aräometerbeobachtungen sind in 
vorliegender Arbeit nicht mehr verwertet. 
Die Namen der Kapitäne mögen genannt sein: 0. Geißel, J. Kudenhold, O. Kreye, G. Sacher, 
A. Heißler, H. Schuster, A. Frey, H. Haase, W. Metzenthin, E. Vietmeyer, H. Rohde, O0. Schärges, 
W. Krieger, A. Österreich, L. Carstens, C. Wreesmann, H. Reimer, H. Tutt, W. Faahs, C. Meyer, F. Meyer, 
A. Perlett, J. Hellerich, Th. Kier, F. Buch, P. Comelisen, G. Rörden, H. Eisfeld, A. Wagner, L. Oetken. — 
Von den Schiffsoffizieren, die besonderes Material, teilweise sogar in besonderen Tabellen lieferten, 
seien, soweit sie festzustellen sind, folgende erwähnt: König, Hoffmann, Röttgers, Steßbach, v. Ohlen- 
husen, Konow, Walberer, Saling, Winkelmann, Farario, Fehre, Carstens, Gärtner, Andresen und Diercks, 
Von deutschen Segelschiffen haben in nun schon lange zurückliegenden 
Zeiten nur zwei den Golf von Oman und den Persischen Golf befahren und dort 
beobachtet, nämlich die Stralsunder Bark „Eugen“, Kapt. F. Eggers, die von Java 
mit Zucker nach Buschehr segelte, November-Dezember 1879, sowie die Hamburger 
Bark „Ella‘, Kapt. Pein (Rhederei C. Woermann), die im Februar 1882 nach einer 
langen Reise ebenfalls von Java mit Zucker nach Bender Abbas gelangte und im 
Mai von Basra und Buschehr aus nach Port Elizabeth weiterging‘). 
Deutsche Kriegsschiffe haben zweimal, soweit hier bekannt, den Per- 
sischen Golf befahren, im Hochsommer 1895 S. M. S. „Cormoran“, Korv. Kapt. 
Brinkmann, auf einer Reise Seychellen—Maskat—Djaschk— Buschehr — Basra— 
Bombay; im Frühjahr 1899 S. M. S. „Arcona‘“, Freg.-Kapt. Reincke, auf den Fahrt- 
strecken Maskat-- Buschehr— Linga— Maskat®). 
Hierzu kommen endlich die sehr wertvollen, mehr als drei Jahre (1882 bis 1885) 
umfassenden meteorologischen Tagebücher des s. Zt. unter deutscher Führung 
stehenden persischen Regierungsdampfers „Persepolis‘“, Kapt. Wolkowitz 
und Kapt. Hansen. Dies Material wurde in einem vorläufigen Bericht®) und in 
endgültigen Tabellen*) von der Seewarte schon früher herausgegeben, soweit es 
die Hafenbeobachtungen in Muhammera und Buschehr betrifft. 
Die örtliche Verteilung aller dieser Schiffsbeobachtungen, auch der von den 
Dampfern, ist nicht ganz günstig, da die Schiffahrt in hohem Maße die persische 
Seite des Golfes hält; von der arabischen Seite liegt daher recht wenig Material 
vor, die Bahrein-Gegend ausgenommen. Insbesondere fehlen Beobachtungen aus 
der Einbuchtung der arabischen Seite zwischen der Großen Perlen-Bank und der 
Halbinsel el Katr; diese gefährlichen Gewässer in der SO-Ecke meidet noch heute 
auch der Dampferverkehr. Vorteilhaft wirkt der Umstand, daß die Schiffsbeob- 
achtungen so gut wie ausschließlich von Dampfern herLühren, weil sie ohne Hemmung 
durch die Winde gleiche Zeit für Hin- und Rückreise brauchen und daher keine 
willkürliche „Sortierung‘““ der Winde nach günstigen und ungünstigen Windrich- 
tungen bewirken; bei den zwei Segelschiffsreisen machte die unnatürliche Häufung 
der NW-Winde beim Ankreuzen auf der Reise den Golf hinauf sich sogleich fühlbar. 
Bei der Aufarbeitung des gesamten maritimen Beobachtungsmaterials ist 
u. a. der Hilfsarbeiter bei der Deutschen Seewarte M. Jentzsch in hervor- 
ragender Weise beteiligt und tätig gewesen. 
Einige meteorologische Notizen brachte der ausführliche Bericht des nieder- 
Päindischen Generalkonsulats.in Buschehr über „Häfen und Handelsverhält- 
nisse des Persischen Golfes und des Golfes von Oman‘, der in den „Annalen der 
Hydrographie usw.‘ 1889, S. 189. abgedruckt ist. Ozeanographischen Inhaltes 
Reisebericht s. Ann. d. Hydr. usw. 1883, S. 420—424. 
Ebenda, 1899, S. 577—578. 
Ebenda, 1887, S. 432—439. N 
Deutsche Überseeische Meteorologische Beobachtungen, Band IV u. V.
	        
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