Wegemann: Auchters „Selbstschreiber‘ für lange Dauer.
385
des langen Ausschlaghebels © wird somit von der äußeren Wand der Scheide
alle 20 Minuten in das Papier hineingedrückt, während bei der Rückbewegung
der Scheide die innere Wand sie bald darauf wieder herauszieht. Beide Wände
haben genügenden Abstand voneinander, so daß eine Zeitlang keine von ihnen
die Ausbuchtung des Stahldrahtes, die in die Scheide hineinragt, berührt. In
dieser Zeit kann die Nadel sich ungestört für den neuen Barometerstand ein-
stellen, um darauf wieder von neuem in das ein wenig vorgerückte Papier
hineingedrückt zu werden!). Die seitliche Berührung des Stahldrahtes Q durch
die Scheide Z erfüllt nebenbei noch einen praktischen Zweck, als sie etwa noch
auftretende sehr kleine Bewegungshindernisse in den beiden Spitzenlagern der
Achse a dadurch auslöst. So entsteht auf dem Registrierstreifen nach und nach
ein aus vielen Eindrücken bestehendes, sauber gestochenes Autogramm, das in-
folge der großen Empfindlichkeit des Barographen jede geringe Schwankung an-
zeigt. Der Zeitraum von 20 Minuten zwischen je zwei Nadeleindrücken hat sich
bei dem in Tätigkeit befindlichen Apparat als vollständig ausreichend erwiesen.
Ist ein längerer oder kürzerer Zwischenzeitraum erwünscht, so muß das Rädchen,
das den exzentrischen Stift q bewegt, entsprechend größer oder kleiner sein, So
daß es in der gewünschten Zeit eine Umdrehung vollführt.
Der Apparat ist in erster Linie für Aufzeichnungen von langer Dauer, die
später wissenschaftlich bearbeitet werden sollen, gedacht. Jedoch ist der Abstand
zwischen der Nadel X und der Rolle r, groß genug, daß man auch das Auto-
gramm der etwa sieben vorhergehenden Tage zu jeder Zeit ablesen kann. Will
man außerdem das Autogramm der jüngsten Zeit losgelöst vom Apparat ver-
wenden, so hat man nur nötig, den Papierstreifen gleich über die Rolle r, — statt
über r, — durch das Zugrollenpaar zz, hindurchzuführen. Den beschriebenen
Streifen kann man dann zu jeder Zeit hinter diesen Rollen abschneiden.
Mit der Achse a läßt sich auch auf einfache Weise statt der Aneroiddose
ein Hygro- oder Thermokörper verbinden. Weiter läßt sich der Apparat durch
geeignete Vorschaltung mehrerer dieser Instrumente, die ihre Autogramme auf
einem genügend breiten Papierstreifen entwerfen, leicht zu einem kombinierten
Autographen gestalten.
Kleinere Mitteilungen.
1. Die Differentialformeln des nautisch-astronomischen Grunddreiecks.
(Ergänzung.) In meinem Aufsatz auf S, 284 dieser Zeitschrift sind durch ein
Versehen einige Absätze ausgefallen, die hiermit nachgeholt werden sollen. Es
fehlt dort nämlich die Ableitung der Differentialformeln für den Fall, daß zwei
Seiten konstant sind. Hierfür lassen sich folgende Beziehungen finden:
C. Zwei Seiten sind konstant.
1. Konstant ö und h. (Fig. 1, als Fig. 10 zu Tafel 7.)
Eine Änderung des Winkels q um daq bedeutet eine
Drehung des Halbmessers GyBo = z der Höhengleiche
von GoB, nach GoB. Hierdurch wird der Stundenwinkel
um dt geändert, die geographische Breite um — dw. Legt
man durch Bo einen Breitenparallel, der den neuen Orts-
meridian PB in B’ schneidet, so ist B,B’ == dt cos wg,
B'’B = —dg, Bogen B,B = dqsinz. Das kleine Dreieck
BoBB’' kann als ebenes rechtwinkliges aufgefaßt werden,
in dem der Winkel bei B, gleich dem Azimut A ist. Aus
ihm folgt dann ohne weiteres:
dgy = —sinzsinAdq ,
cosp dt = — cotg Adg oder
dt — —secgcotg Ado
cos p dt = sinzcos Adq oder
dt — sinzcos A secgm da
73
74
75
L—
Fig,
>
6... €
at]
N.
z
D
Aa
1y Die Unterlage J hat für die Aufnahme der Nadelspitze den mit ihrer Bahn gekrümmten
Sahlitz w